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Marienplatz - Isar - Bad Tölz - www.sirdar.de
Unterwegs in den Alpen
Etappe 1: Marienplatz - Isar - Bad Tölz (27.09.2019)

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Marienplatz-Isar-Bad Tölz
www.bernhard-gaul.de/gpxviewer/gpxviewer.php
Startpunkt: München, Marienplatz (520m)
Route: Radwege entlang der Isar
Endpunkt: Bad Tölz (650m)

Strecke: 60km

Garmin GPX:
2019-09-27 Marienplatz-Isar-BadToelz.gpx

Der einfachste und direkteste Weg von München in die Alpen, so man denn von neuzeitlichen Errungenschaften wie Autobahnen absieht, das ist die Isar. Ein richtig alpiner Fluß, der bis München sein Geschiebe aus dem Karwendel mitführt.
Während andere Städte wie Paris oder Rom ihre Flüsse zu wenig mehr als Dreckwasser-Kanäle degradierten, hat München auf seine Isar (fast) immer acht gegeben. Es fanden in jüngster Zeit auch zahlreiche Renaturierungen statt, so dass man nur wenige Kilometer die Isar aufwärts radeln muss, um der Natur wieder nah zu sein.
Meine erste Etappe auf den Weg in die Alpen, führte mich also durch das Isartal weiter durch die Voralpenschaft nach Bad Tölz, den Alpen-Nordrand.

Zuerst musste ich aber mal nach München kommen, ich wohne etwas westlich davon, im Speckgürtel. Durch den gilt es zu radeln und den vielen Verkehr zu überleben. Je weiter Richtung Innenstadt, umso dicker die Autos und unverschämter die Besitzer. München ist keine radfreundliche Stadt.
Es war gerade Oktoberfestzeit. 10.30 Uhr am Morgen, als ich an der Theresienwiese vorbeikam. Die Massen drängten aus den Zügen und wanderten mit Tracht und Bierflaschen bewaffnet, vorgeglüht zum Balzplatz. Nichts anderes ist es wohl. Wenn man die menschliche Balz studieren will, dann dürfte es wohl keinen besseren Ort geben. Vor dem Eingang zur Festwiese liegt ein Fahrradfahrer, ein anderer hat ihn förmlich "abgeschossen". Glück im Unglück, einen besseren Ort mit massenweise ausgebildeten Hilfskräften unmittelbar in der Nähe, gibt es in der Konzentration wohl sonst nur direkt in Krankenhäusern.
Am Deutschen Museum erreiche ich schließlich die Isar. Südwärts geht es von nun an den Fluß aufwärts. Es dauert nicht lange und man fühlt sich nicht wirklich so, als ob man in einer Großstadt unterwegs wäre. Das heißt, an dem Tag haben einige der Münchner Schulen Wandertag und ich muss an einigen Klassen vorbei. Es scheint so, als ob jeder Mensch von Haus aus eine gespaltene Persönlichkeit quasi bei Grundinstallation mitbringt. Jedenfalls macht man in der Gruppe Sachen, allein würde man niemals auf den Gedanken kommen. So darf ich am Vorbeiradeln die Faxen der Schüler ertragen.
Der Flaucher ist Ende September wenig gefüllt, im Sommer verwandeln sich die Uferstreifen zum größten Grillplatz der Stadt. Dann hängen apokalyptische Rauchschwaden über der Isar. Es geht noch am Zoo vorbei und man gelangt ins Isartal, dem bevorzugten Naherholungsgebiet für alle sportlichen Münchner. Die Bäume stehen hier dicht bis zu den Kiesbänken am Wasser. Mountainbiker durchstreifen auf regelrechten Trails das Unterholz. Das hat im Laufe der Zeit dramatisch überhand genommen, so dass mittlerweile durch diverse Maßnahmen versucht wird, die Masse wieder auf die rechte Bahn zu geleiten.
Mittels der Grünwalder Brücke wechsele ich die Flußseite. Kurz darauf kommt man an den in Münchner Kletterkreisen gut bekannten Buchenhain vorbei. Das Isartal ist dem Bereich von München Thalkirchen bis Schäftlarn durch das schrofe Isar Steilufer eingerahmt. Der Untergrund besteht aus Konglomerat. Runde Kiesel welche der Fluß mit Schlamm zusammengebacken hat. Im Laufe der Zeit grub sich die Isar ihr Bett immer tiefer und die ehemaligen Kiesbänke kommen nun als Steilwände wieder zum Vorschein. An einigen Stellen ist das sogar kletterbar und so haben die Altvorderen der Münchner Kletterelite am Buchenhain ihren Klettergarten eingerichtet. Wahrscheinlich der miserabelste weltweit. Glatt polierte Kiesel mit einer Art Sinter überzogen, kein guter Griff weit und breit, rutschig, brüchig, steinschlaggefährdet, gerne auch nass. Aber, wer hier gut klettern kann, der klettert überall gut, weil überall anders der Fels besser ist.
Unweit davon findet sich mitten im Fluß der Georgenstein. Die Isar wurde früher zur Flößerei von Holz aus den Alpen verwendet und die Stromschnellen am rund 5 Meter hohen Felsblock waren ein gefürchtetes Hindernis. Auch heute sind von Wolfratshausen bis Thalkirchen im Sommer noch Flöße unterwegs. Allerdings zum Freizeitvergnügen, von Münchner Firmen bevorzugt gewählte Teamevents mit Saufgelagen und Musik dazu. Jaja, der Mensch, ein seltsames Wesen.
Langsam aber sicher wird die Radfahrt an der Isar aber nun etwas einsamer, was auch gut ist, bevor ich noch auf mehr so komische Gedankengänge über die menschliche Natur komme.

Marienplatz Der Marienplatz zu München. Das Herz der Stadt, wenn man so will. Dominantes Gebäude ist das Rathaus. Wann immer dieser eine Fußballverein was gewonnen hat, also oft, dann stehen die Gewinner da oben auf dem Balkon und darunter jubeln die Anhänger. Schon ein seltsames Wesen, dieser Mensch.

Es ist das "neue" Rathaus, welches in den Jahren von 1867 - 1909 in drei Phasen errichtet wurde. Während des Krieges wurde es bei den Luftangriffen auf München 1944 nur leicht beschädigt.

Marienplatz
Am westlichen Ende des Marienplatzes findet sich das alte Rathaus, erbaut von 1470 - 1475 und bis 1874 in Betrieb. Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt, der Turm musste schließlich wegen Einsturzgefahr gesprent werden. Nach und nach erfolgte nach dem Krieg schließlich die Rekonstruktion.
Unter dem Turm führt ein Durchlass zum Tal. Heute beherbergt das Gebäude das Spielzeugmuseum.

Marienplatz Das italienische Verona ist Partnerstadt von München. In Verona spielt die Geschichte von Romeo und Julia. Eine Kopie der Bronzestatue, welche im Hof des angeblichen Wohnhauses steht, kam schließlich als Geschenk nach München und steht seither vor dem Turm des Alten Rathauses.
Nun die Quizfrage, wo muss man hinlangen, um dem Glück in der Liebe nachzuhelfen?

Deutsches Museum
Am Deutschen Museum ist die Isar erreicht. Da denkt man unweigerlich an die Wasserversorgung von München. Zu früheren Zeit sicherlich auch durch die Isar. 1872 gab es eine Typhusepidemie. So wurden seit 1883 andere Gebiete erschlossen, Quellwasser aus dem Mangfalltal, dem Loisachtal und der Münchner Schotterebene. Unterirdische Leitungen versorgen die Stadt.
Römerzeit, Gründung

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