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Torre Venezia
Tour 242 2337 m Torre Venezia, Südwestkante Civetta Klettern 5+ 11.06.05    

Disastour www.sirdar.de

Ausgangspunkt:

Capanna Trieste (1135m)

Anfahrt von München:

München - Innsbruck - Brenner - Bozen. Talort Listolade liegt an der Straße von Cortina d'Ampezzo nach Belluno. In Listolade kleines Sträßchen hoch zur Capanna Trieste.

Stützpunkt:

Rifugio Vazzolèr (1725 m). 1.5h von der Capanna Trieste.

Zustieg:

Von der Capanna Trieste auf Forstweg hoch zum Rifugio Vazzolèr. Weiter Richtung Rifugio Tissi. Bei einem Wochenendhäuschen zweigt nach rechts ein Weg von dem Forstweg zum Rif. Tissi ab. Diesen aus dem Wald heraus auf eine Almwiese verfolgen. Dort weglos über die Wiese und durch ein Geröllfeld zum Wandfuss. Hier nach rechts in die Schlucht zwischen Punta Agordo und Torre Venezia. Ein schmales latschenbewachsenes Band führt zu den Einstiegen in der Westwand des Torre Venezia.

Route:

Torre Venezia "Andrich/Faé" V+
A.Andrich, E.Faé, 17.8.1934

Einstieg am Ende des Einstiegsbandes.
1. SL (45m, V+): Ein Riss hoch, bei einem Überhang nach rechts auf eine Rampe zum Stand.
2. SL (30m, V-): Einen weiteren Riss verfolgen, nach links auf ein Band.
3. SL (20m, V+): Durch brüchig erscheinende Wandzone über einen gelben Riss zum Stand auf einem kleinen Podest.
4. SL (50m, V): Leicht überhängendes Gelände. Zuerst ein gelber Riss, dann ein grauer Riss ist die einzige vernünftige Möglichkeit.
Die Andrich/Faé quert hier nach rechts in die große Verschneidung. Wir zweigten nach einigen Umständen in den Castiglioni-Kamin ab.
5. SL (50m, III): Eine tiefe Rinne gerade hoch zu einer Terrasse. Hier ist der Weiterweg durch den Kamin sehr gut zu sehen.
6. SL (30m, III): In den Kamin hinein.
7. SL (35m, III+): Den Kamin gerade hoch. Stand an Haken mit Sanduhr.
8. SL (45m, IV): Unweigerlich zieht es einen tiefer in den Kamin hinein. Eine Engstelle ist unangenehm zu klettern. Darüber wenige Meter hoch an rechter Begrenzungskante zu Stand an Sanduhr.
9. SL (40m, II): Rechts über eine Rampe weiter. Dort wo es schwieriger wird rechts hinaus auf ein Band. Dieses Bis zu einem Steinmann verfolgen.
10. SL (20m, II): Gerade hoch zum Ringband.

Abstieg:

Abseilpiste in der NNO-Wand. Das Ringband nach links verfolgen. Pfeile zeigen den Weg zum Beginn der Abseilpiste. Dorthin 10m absteigen. 6x20m abseilen. Nun entlang der Markierungen in die Schlucht zwischen Punta Agordo und Torre Venezia. Durch diese hinab. Dort wo es steiler wird, 2x15m Abseilstellen. Danach bald rechts hinaus auf Band. Durch Latschenurwald zum Rif. Vazzolèr. 2h vom Gipfel.

Charakter:

Viel Eigeninitiative gefordert. Verfolgt man die Route so wie beschrieben ist die Wegfindung einfach. Man findet zwischendurch auch viele geschlagene Haken. Stände müssen meist verbessert werden, bzw. ganz selber eingerichtet werden. Hammer und Haken am Gürtel sind für Notfälle zu empfehlen. Vorsicht vor Verhauerhaken!
Markierte Abseilpiste ist ein großes Plus an Sicherheit.

Karte:

Tabacco Nr. 15 "Marmolada - Pelmo - Civetta - Moiazza", 1:25000

Führer:

A.Köhler+N.Memmel "Kletterführer Dolomiten", Rother Bergverlag München, 3. Auflage 1998
Pause "Klettern im schweren Fels", BLV Verlagsgesellschaft, München 1985
Stefan Wagenhals "Dolomiten Vertikal - Band Süd", Loboedition, 1. Auflage 2004, Leonberg

Link:

-

 

 

Bergspezln:

Betty

Routenverhau in der Westwand Wie halt Geheimtipps so sind, schwierig zu finden. So auch unsere Wunschtour durch die Westwand am Torre Venezia. Geworden ist daraus ein abenteuerlicher Routenmix.
Das Malheur begann schon am Einstieg. Viel zu weit lief ich das Einstiegsband nach rechts. Wir wollten eigentlich die "Dal Pozzo / Panciera" machen. Betty meldete Zweifel an, aber ein guter erster Standplatz sorgte für Sicherheit. Wie sich nachher herausstellte, kletterten wir nun die "Andrich / Faé". Haken und anderes Sicherungsmaterial steckten genügend, so dass der Route auch ohne Topo gut zu folgen war. Für alle Nachfolger sei erwähnt, die erste Seillänge ist nun wieder weitgehend clean. Betty hat ganze Arbeit geleistet und von Vorgängern zwangsweise zurückgelassene, bombensicher gelegte Klemmkeile doch herausbekommen.
Eigentlich wäre die Route schön zu klettern gewesen, aber es überwog die Unsicherheit ob des unbekannten Weges. In der Mitte der Westwand hat es so etwas wie einen Sammelplatz, an der jede Tour ankommt und wieder weitergeht. Hier werden die Karten also neu gemischt. So fanden wir auch endlich die Dal Pozzo an der Südwestkante. Aber die Sache mit den Geheimtipps, da stimmen auch mal die Bewertungen nicht. Bald standen wir unter Überhängen. Wo soll hier eine Ver-Seillänge durchgehen? Links ein Haken, den kletterte ich an und mußte schnell feststellen, ein Verhauerhaken! Also wieder ablassen. Rechts eine Lücke, die klappte. Aber was folgte war ein Gang an der Sturzgrenze. Jedenfalls um einiges kleingriffiger als Ver-Touren sonst so sind. Am Stand angekommen, sah ich wieder nur Überhänge über mir. Also wieder abseilen zum Sammelplatz. Links ein Kamin kam mir aus dem Pauseführer bekannt vor. Den also wieder hoch. Eine Engstelle erforderte nochmal die Aufbringung aller, inzwischen nachlassender, Kräfte um sich samt Rucksack durchzudrücken. Der Vorteil hierbei, einmal einatmen und man steckte wie der Korken in der Flasche unverrückbar fest. Endlich erreichten wir um 17 Uhr das rettende Ausstiegs-Ringband. Inzwischen standen wir im Nebel, doch die Abseilpiste ist gut markiert. Die Abseilstände sind dabei mitten in die glatte Wand installiert und deswegen etwas unbequem.
So wurde aus einer lockeren 8-Seillängen-Tour eine Mammutveranstaltung und bei Geheimtipps sind wir in Zukunft auch etwas vorsichtiger ...
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Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl.
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