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Schüsselkarspitze, Scharnitzspitze
Tour 82 2480 m Schüsselkarspitze (2553m), Siemens-Wolf, Westgratturm Wetterstein Klettern 5- 20.10.01    
Tour 268 2463 m Scharnitzspitze, Südwestwand Wetterstein Klettern 5 A0 02.09.06    
Tour 296 2537 m Schüsselkarspitze, Südwand "Spindler" Wetterstein Klettern 5+ A0 24.06.07    

www.sirdar.de

Ausgangspunkt:

Oberleutasch, Ortsteil Klamm (1180m)

Anfahrt von München:

München - Garmisch - Mittenwald. Ins Leutaschtal abbiegen. Am hinteren Ende des Tals bis nach Klamm fahren. Dort mehrere gebührenpflichtige Parkplätze. U.a. Parkplatz "Stupfer" hinter der Mautstelle, oder vorher dem Schild "Wettersteinhütte" folgen. Zeit: 1.5h.

Stützpunkt:

Wettersteinhütte (1717m)
Wangalm (1751m)

Route:

Zustieg
Es führen diverse markierte Wege zu den Hütten. Am einfachsten auf dem Fahrweg bleiben. Dazwischen regelmäßig sehr steil Abkürzer direkt durch den Wald. Zeit: 1h bis zur Wettersteinhütte. Wangalm 10min mehr.

Zu den Einstiegen
Schüsselkarspitze: Von den Hütten den Weg Richtung Gehrenspitze / Scharnitzoch folgen. Man läuft direkt auf die Südwände zu. Vom Scharnitzjoch auf einem schmalen Grasrücken bis zum obersten Ende an die Wand. Von hier sind alle Routen an den Südwand von Schüsselkarspitze und Scharnitzspitze erreichbar.
Scharnitzspitze: Bevor es vom Talboden steil zum Scharnitzjoch hochgeht, spart man sich ein wenig Zeit, wenn man bei einem Bach direkt auf Steigspuren zur Wand hochläuft.

Schüsselkarspitze, Siemens-Wolf, Westgratturm (V-)
(E. von Siemens, H. von Wolf 1922)
Einstieg direkt am obersten Ende des Grasrückens.
Die Route führt zunächst auf ein deutlich sichtbares Grasband. Danach immer eher rechtshaltend auf einem Plattenband durch die Westgratturm-Südwand. Oben viele Alternativen möglich. Über ein Risssystem geht es am einfachsten direkt zum höchsten Punkt des Westgratturms.
Abstieg: Über den Westgrat abklettern und abseilen zur Wangscharte. Weiter s.u.

Charakter: Beliebte Tour, gut abgesichert. Steinschlag, wenn viele Leute unterwegs sind.

Scharnitzspitze, Südwestwand (V A0)
(G. Frey, H. Kadner, H. Pfann 1920)
Einstieg: von unten links der wenig ausgeprägten Südwestkante. Man sieht beim Zustieg jedoch schon deutlich den Kamin, durch den Route im unteren Teil führt. Bei einer Platte direkt unter diesem Kamin beginnt die Tour.
1. SL (40m V A0, frei: VI-): Eine Platte und ein Überhang versperren den Zugang zum Kamin. Die Platte wird über einen Riss überwunden. Der Überhang mittels Haken und Bandschlinge. Danach geht es im anfangs noch unscheinbaren Kamin nach oben. Es findet sich eine erste Stelle, um einen Stand zu bauen. Bequemer jedoch, noch 10m weitersteigen. Dann Stand im Kamingrund.
2. SL (40m V-): Immer im Kamin nach oben. Dort wo er sich zum ersten Mal aufteilt, unbedingt rechts im Kamin bleiben, auch wenn die Rampe links leichter aussieht. Man erreicht einen überhängenden Block (dort brach bei uns ein riesiger Felsklotz aus). Darüber Stand.
3. SL (35m IV+): Noch eine Kaminseillänge. Auch hier immer durch den Schlot nach oben zwängen. Nicht versuchen irgendwie nach links auszuweichen. Stand in einer bequemen Mulde.
4. SL (35m IV): Nach rechts führt deutlich leichteres Gelände zu einer breiten Rinne. Also zunächst rechtshaltend. Über einen Riss zum Stand auf Absatz.
5. SL (45m III): Direkt hoch zu einem Kamin rechts. Darüber leichter. Stand auf einem Absatz.
6. SL (40m III): Ein nach links ziehender Riss, darüber bröseliges Gelände. Überhängender Block in einem kaminähnlichen Gebilde. Darüber Blockgelände.
7. SL (35m II): Gipfel ist der höchste Punkt rechts. Also versuchen gleich in diese Richtung zu klettern. Kurz unter dem Grat Gehgelände.
Über dem Grat leicht zum höchsten Punkt.
Abstieg: Vom höchsten Punkt die Scharte zum östlichen Vorgipfel abseilen (20m). Von der Scharte gleich auf der Nordseite um den Vorgipfel queren und im IIer-Gelände kurz zu einem Block nach oben klettern. Dahinter in einem Geröllkessel nach unten, der sich zu einer Geröllrinne verengt. An der linken Wand von oben kommend findet sich eine Abseilstelle. Die Rinne nun abseilen (50m vorteilhaft). Mit Halbseilen schafft man die ganze Rinne, ansonsten muss man im Geröll noch weiter abklettern. Am unteren Ende der Rinne leicht nach rechts zur Wangscharte queren.

Charakter: Eher selten begangene Tour. Es stecken einige alte Rostgurken. Stände sind mitselbigen eingerichtet. Zwingend einige Friends und Klemmkeile erforderlich, um die Tour und v.a. die Stände "nachrüsten" zu können. Oben wird es recht brüchig, auch im Kamin ist einiges nicht ganz fest.

Schüsselkarspitze, Südwand "Spindler" (V+ A0) mit Ausstiegsvariante
(Spindler-Linden-Maier 1927)
Einstieg: Vom obersten Ende des Grasrückens beim Zustieg nach rechts und die plattige Südwand absteigen. Auf Steigspuren an der Wand entlang. Nach der ersten großen Plattenzone folgt eine Einbuchtung. In der nächsten Bucht findet sich der Einstieg unter einer großen Platte. Links führt der markante Auckenthaler-Riss nach oben, links vermittelt Schrofengelände ein leichtes Hochkommen, hier ist der Einstieg.

Charakter: interessante Route bis zur Wandmitte. Danach wird es leider extrem brüchig (gilt für die Ausstiegsvariante). Bei uns hing im 2. Quergang schon ein Seil, was die Sache erheblich erleichterte. Man braucht einiges an Material, um die Route vernüftig absichern zu können. Hammer und Haken sind wegen evtl. nötiger Sanierungsmaßnahmen auch zu empfehlen.

1. SL (III, 30m): Über das Schrofengelände rechts haltend nach oben. Stand am besten kurz unterhalb einer Rippe machen.
2. SL (III, 40m): Weiter auf der Rippe, rechts der kompakten Platten nach oben. Links zweigt ein schmales, aber einfaches Band ab und führt direkt über die kompakten Platten. Stand an geschlagenen Haken.
3. SL (IV A0, 25m): Der erste Quergang. Vom Stand noch zwei Meter nach links, nicht sichtbar hiner einer Kante, verbergen sich weitere Haken. An diesen ca. 8m abseilen. Dort gelangt man auf das einzige Band in der glatten Wand. Auf diesem nach links klettern (viele Haken).
4. SL (V A0, 25m): Zweiter Quergang. Vom Stand kurz nach links oben, zu weiteren Haken. Hängt kein Quergangs-Seil, muss man von hier zu einem Pendelquergang ansetzen. Also ca. 4m abseilen und nach links zu einem Band pendeln. Hier findet sich ein Bohrhaken zu einer neueren Route.
5. SL (V+, 40m): Gleich vom Band ein kleiner Überhang, "Ho-Ruck" genannt (auch A0 machbar). Da sehr kurz, kann man die Stelle ganz gut frei klettern. Darüber geht es in leichtem Gelände in einen Verschneidungsgrund, wo man auf die Abseilroute von Heinz Zak trifft und einen entsprechenden Abseilhaken sichtet. Hier Stand.
6. SL (IV, 30m): Man steht unter einer Platte. Diese wird links an einem Riss erklettert (Haken). Darüber im leichteren Gelände linkshaltend weiter und auf einem kleinen Podest Stand an einem Block.
7. SL (III, 30m): Über gestuftes Gelände weiter nach links.
8. SL (III, 40m): Auf einem Grasband leicht ansteigend nach links klettern bis zu einer kompakten Platte. Stand an Bohrhaken.
9. SL (II, 20m): Am unteren Rand der Platte gerade nach links zur Kante klettern. Hier Stand.
10. SL (IV, 40m): Wenige Meter nach links, dann über eine plattige Rampe emporklettern und am linken Rand der kompakten Platte über Risse und Rinnen weiter. Bei einem Absatz zweigt links die Originalführe ab. Gerade hoch die Ausstiegsvariante.
Ausstiegsvariante (nicht zu empfehlen, brüchig):
11. SL (V-, 35m): Durch ein brüchigen Riss (Haken), und darüber zum Beginn eines Kamins.
12. SL (III, 20m): Weiter sehr brüchiges Gelände. Linkshaltend aus dem Kamin durch eine Rinne zu Schuttplatz. Auf diesem kurz nach links zu Stand an geschlagenen Haken.
13. SL (IV, 35m): Extrem brüchig. Gerade hoch zum Überhang und leicht links davon der Ausstiegskamin. Darunter Stand.
14. SL (V+ A0, 30m): Fels wieder fest. Durch den engen Kamin nach oben zu einem eingeklemmten Bruchhaufen (viele Haken). Über diesen drüber oder rechts umgehen zu einem Podest über dem Kamin und noch wenige Meter auf den Grat. Man erreicht diesen leicht rechts (östlich) des Westgratturms.

Abstieg
Wangscharte: mit einem großen Steinmann markiert. Zur ersten Abseilstelle wenige Meter nach Süden abklettern. Mit zwei 55m-Halbseilen kann man in einem Zug zum Wandfuß abseilen. Ansonsten dazwischen jedoch genügend weitere Abseilringe vorhanden. Über den Zustiegs-Grasrücken wieder zum Scharnitzjoch.

Schnellabstieg (Heinz Zak): Vom Westgratturm über den Grat Richtung Schüsselkarspitze klettern (ca. 3 SL, II-III). Kurz vor einem markanten Türmchen im Grat findet man die erste Abseilstelle an Zak-Spezialabseilhaken (Vorsicht: bei eingehängten Seil nicht über den Haken klettern!). Nun geht es in Fallrichtung ziemlich abenteuerlich nach unten. 50m Seil werden gnadenlos ausgenutzt, eine Abseillänge schwebt man fast komplett freihängend im leeren Raum. Schwindelfrei sollte man also schon sein ...

Scharnitzspitze Schüsselkarspitze

GPS:

Einstieg SW-Wand Scharnitzspitze (2274m): N 47.39512° E 11.11108°
Gipfel Scharnitzspitze (2463m): N 47.39578° E 11.11192°

Karte:

AV-Karte Nr. 4/3, "Wetterstein- und Mieminger Gebirge, Östliches Blatt" 1:25000

Führer:

Andreas Kubin, Josef Heinl "Kletterführer Wetterstein Gebirge", Odysse Alpinverlag, 1. Auflage 1988

Link:

-

 

 

Bergspezln:

Betty, Jens, Thomas



Schüsselkarspitze 20.10.01
Letzer sonniger Tag, bevor die nächste Schlechtwetterfront über die Alpen hereinbricht. Das muss genutzt werden. Beim Zustieg sind wir dann schon mal mächtig erschrocken, wieviele Leute sich da auf den Weg machten. Die meisten vergnügten sich dann zwar in extremeren Gefilden, doch an der Siemens/Wolf waren wir dann auch mit vier Seilschaften unterwegs.
Die ersten vier Seillängen gingen gut, waren bestens abgesichert und nicht schwierig. Wir querten über Platten zu einer auffälligen Kante. Dabei erlebte Betty ein Malheur, als sie einen Stand übersah und sich gezwungen sah, an der schwierigsten Stelle der Tour einen Standplatz zu basteln. Über einen Kamin kamen wir dann unterhalb des Westgratturmes raus. Über den Grat fegte ein eiskalter Föhnsturm. So hatten wir keine Lust zur Schüsselkarspitze weiterzuklettern und machten uns direkt an den Abstieg. Von unten konnten wir unsere Route nochmal begutachten und feststellen, dass wir nicht ganz den richtigen Weg erwischt hatten, sondern zu weit links abgedriftet waren.

Scharnitzspitze 02.09.06
Südwestwand - Einstieg Schlüsselstelle Südwestwand VI-, frei geklettert, gleich am Anfang. Das muss doch machbar sein. War es aber nicht. Zu abdrängend der Überhang, also doch über die dankenswerterweise bereits vorinstallierte Bandschlinge hochgezogen.
Zu dritt waren wir angerückt, Betty, Jens und ich. Gab einiges Seilgewurl im folgenden engen Kamin, das macht den Vorstieg doch glatt mal angenehm, nicht soviele Seile im Weg ... ;-)
Der Kamin führte in direkter Linie nach oben. Spreizen, klemmen und keuchen war gefragt. Anstrengende Kletterei. Einige lockere Griffe sorgten für Nervenkitzel. An der zweiten Schlüsselstelle brach dem Jens zum Glück nur im Nachstieg ein Griff aus. Er hing im Seil und ein riesiges Stück Fels schlug donnernd unten im Kar auf. Puh, Glück gehabt!
Der Rest war dann eher leichter. Vom Hauptgipfel hat man einen umfassenden Blick auf das Wettersteinmassiv und weit ins Stubai hinein. Abstieg ist eher schwierig zu finden und führt oben durch nerviges kleinsplitteriges Gelände. Volle Konzentration ist nochmal angesagt, bevor man hoffentlich eine Abseilstelle findet und danach im leichteren Gelände die durchaus wunderschöne Gebirgswelt hier oben geniessen kann.

Schüsselkarspitze 24.06.07
Spindler - 2. Quergang Die Spindler ist die leichteste Route durch den kompakten Teil der Schüsselkar-Südwand. Dies wird mit einem Seilquergang erkauft. Gute Gelegenheit sowas mal auszutesten. Bei uns hing im schwierigeren zweiten Teil des Quergangs schon ein Seil, was die Sache erheblich erleichterte. Danach zieht die Route quasi durch die ganze Wand nach links. Man kreuzt ein paar der ganz schwierigen Südwand-Routen. Hat den Vorteil, dass man auch bei einer schon historischen Route wie der Spindler trotzdem hin und wieder mal auch einen Bohrhaken einhängen darf. Ab der Hälfte wird es dann kleinsplitterig brüchig. Nicht gut. Wenn man nach unten zum Wandfuß schaut, glaubt man zu wissen, wohin sich der feste Teil verabschiedet hat. Der liegt dort fein zerbröselt im Kar. Der Ausstiegskamin zeigte sich etwas unangenehm und erdig-feucht. Zum Glück hatte es viele alte Haken.
Am Grat blieb die Erkenntnis, dass wie in den Dolomiten nicht nur der Lärm der Motorräder auf den Straßen nervig sein kann, sondern auch wie hier an der Schüsselkarspitze das dauernde Blöken der vielen Schafe im Kar.
Der Schnellabstieg von Meister Zak höchstpersönlich eingerichtet, garantiert dann auch noch mal einen gewissen Gruselfaktor. 40m freihängend in der Luft muss man erstmal verdauen. Zu mal mein Krangelseil für den gewissen Dreh sorgte. Da brauchst keine Achterbahn mehr.

GPS-Koordinaten eigene Messung - Angaben ohne Gewähr (Datum: WGS 84 Positionsformat: Dezimal)


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