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Musterstein
Tour 272 2478 m Musterstein, Südwand (Kubanek-Spindler) Wetterstein Klettern 6- (5A0) 22.10.06    


www.sirdar.de

Ausgangspunkt:

Lochlehn / Leutaschtal (1130m)

Anfahrt von München:

München - Garmisch - Mittenwald. Ins Leutaschtal abbiegen. Hinter Lochlehn auf Wegweiser für Wanderer achten, dort Parken am Straßenrand. Am Hubertushof ist man schon zu weit gefahren. Zeit ca. 1.5h.

Stützpunkt:

Meilerhütte (2366m)

Route:

Zustieg
Durch das Berglein-Tal auf markierten Weg zur Mustersteinhütte. Von hier nun direkt an die Südwand des Mustersteins. Das Schmid-Band läßt sich von weitem ausmachen, verläuft ansteigend von rechts nach links durch die ganze Wand. Dort wo es auf dem Schuttfeld fußt, vermittelt es den leichtesten Zustieg zu höher gegelegenen Zielen.

Musterstein, Kubanek-Spindler (6- oder 5A0)
(L.Kubanek, Gebr. Spindler 1926)
Schmid-Band (II-III): Eigentlich mehr eine Rampe als ein Band. Also ziemlich steil. Gebohrte Standhaken sind vorhanden. Zugang vom Schuttfeld zunächst über wenige Meter leichtes Schrofengelände. Man verfolgt das Band bis dahin wo es waagrecht und ziemlich schmal wird (vorher geht es nur bergauf). Dort Einstieg zur Kubanek-Spindler.
1. SL (35m, IV-): Vom Stand eher linkshaltend zu einem Riss. Darüber leichteres Gelände. Direkt hoch zum Stand klettern.
2. SL (30m, I): Eine auffällige, schrofige Rampe nach rechts verfolgen. Kurz absteigen zum Beginn eines Kamins.
3. SL (40m, IV-): Direkt durch den Kamin. Stand am anderen Ende, zum Beginn einer riesigen Verschneidung.
4. SL (30m, V): Zwei Meter hoch, dann beginnt ein leicht ansteigender Quergang über Platten nach links. Bei einer Kante ist der Weiterweg nicht ganz logisch. Dort links um die Kante herum, an Untergriffen in eine Nische hangeln. Kurz abklettern. Man erreicht eine glatte Platte. An der rechten Seite an Riss hochpiazen bis zum unbequemen Stand.
5. SL (45m, V+): Rechts hoch zu einem Überhang (Haken). Nicht direkt angehen, sondern eher von rechts. Darüber führt ein schwieriger und langer Riss in gerader Linie zum nächsten Stand.
6. SL (25m, VI- o. V+A0): Gerade hoch zu einem Überhang. An Untergriffen einen Riss darunter nach links verfolgen. Am Riss über glatte Platten weiter hoch. Der Riss wird breiter. Nun nicht versuchen im Riss hochzukommen, sondern einen halben Meter über dem Bohrhaken rechts um die Kante greifen und versuchen den Riss auszuspreizen. Darüber unbequemer Stand.
7. SL (40m, IV-): Über Riss direkt hoch zu einem Wandabbruch. An diesem links vorbei zum Stand auf einem Band (Block).
8. SL (30m, I): Das Band nach rechts bis zum Ende verfolgen (zum Ende hin wenige Meter absteigend). Stand an einem Block.
9. SL (50m, IV-): Den Kamin links hochklettern, oben wird daraus eine breite Rinne. Stand an einem Felsblock.
10. SL (30m, II): Über Schrofengelände direkt zum Gipfel.

Charakter: Route wurde im September 2006 sehr sparsam saniert. Zum Glück sind die alten Rostgurken belassen worden, sonst wäre eine sehr gute Moral gefordert, um die Route vorzusteigen. So finden sich in den Schlüsselseillängen jede Menge Haken. Trotzdem benötigt man zusätzlich Sicherungsmaterial, also Klemmkeile, ein-zwei große Friends und v.a. Bandschlingen. Fels ist zu Beginn und am Ende nicht ganz fest. Helmpflicht! Der Verlauf ist auch etwas verwinkelt, aber links und rechts neben der Route findet man meist nur glatte Platten, von daher bestehen meist nicht so viele Optionen, um überhaupt höher zu kommen. Man sollte dem Seilverlauf Beachtung schenken, ansonsten hemmt die Seilreibung den Vorwärtsdrang!

Abstieg
Über den Westgrat zur Meilerhütte (II - III-). Nicht ganz einfach zu finden! Vom Gipfel weg hält man sich zunächst direkt am Grat und steigt in eine Scharte mit einem sehr markanten Felszacken ab. Von der Scharte in die Nordseite ausweichen und auf einem schmalen Band den nächsten Turm umgehen, um in eine weitere Scharte zu gelangen. Durch eine steile Rinne 30m nach SW hinab (Abseilstelle). An der Südseite im auf und ab queren, um eine weitere nach Süden abbrechende Rinne zu erreichen. Eine weitere Querung auf einem Absatz, von hier wieder zurück auf den nun breiten Grat. Diesen für einige Meter verfolgen, dann in die Scharte vor einem rotgelben Überhang. In der Südseite führen deutliche Steigspuren über Rippen und Mulden zur Meilerhütte. Auf Steinmänner achten. Zeit ca. 1.5h.

Musterstein, Südwand Musterstein, Südwand

GPS:

-

Karte:

AV-Karte Nr. 4/3, "Wetterstein- und Mieminger Gruppe, Östliches Blatt" 1:25000

Führer:

Bernd Eberle "Wetterstein Kletterführer - Band Nord", Panico Alpinverlag, 1. Auflage 1997, Köngen

Link:

-

 

 



Titel: Saniert
Bergspezln: Thomas

Die Südwand des Mustersteins sieht von unten betrachtet schon ziemlich beeindruckend aus. Nur glatte Platten scheint es zu geben und mitten durch führt die Kubanek, die wir uns ausgeguckt hatten. Nun gut.
Über das Schmid-Band gelangt man zum Einstieg. "Band" vermittelt eine falsche Vorstellung, das Ding ist ziemlich steil und teils auch ausgesetzt. Ging gerade noch, um es seilfrei anzugehen. Freudige Überraschung am Einstieg: Bohrhaken! Wie wir später im Gipfelbuch nachlesen konnten, wurde die Route erst vor einem Monat saniert. Gerade noch rechtzeitig würde ich mal sagen. Und zum Glück hat man auch die alten Normalhaken im Fels belassen. Das ist gut so, weil die Bohrhaken sind sehr spartanisch über die Route verteilt.
Die Schwierigkeiten beginnen am Quergang. Um eine Kante rum braucht man gutes Vertrauen zum Routenführer seiner Wahl. Logisch sieht das nicht aus, weil von oben betrachtet nur glatte Platten warten. Der zuerst nicht sichtbare Stand ist dann zum Glück nicht mehr weit. Stand trifft hierbei allerdings nicht so richtig zu, man hängt vielmehr in der Wand. Der folgende Riss ist ein Konditionshammer, durchgehend 45m schwierig. Zeit zum Durchatmen bleibt nicht, es wartet ein kniffliger Überhang, der an Untergriffen umgangen wird und ein enger Riss, den man nicht direkt probieren, sondern sich so bald als möglich auf die Kante rechts schwingen sollte. Auch wenn dabei viel Luft unter den Sohlen nach unten zieht. Die A0-Stellen können überall und nirgends gewesen sein, war uns nicht so klar. Die Schlüsselseillängen sind durchgehend schwierig, ohne Verschnaufpause. Frei geklettert würde ich sagen, es ist eine VI-. Offizielle Meinung ist VI.
Der Rest zum Gipfel ist einfacher, dafür aber auch bröseliger und vom Routenverlauf ziemlich verwinkelt, aber man kommt eh nur über diesen einen Weg durch.
Beim Abstieg gilt die Devise, je näher zur Meilerhütte umso leichter und mehr Steinmännchen weisen den Weg. Bis auf eine Ausnahme gleich zum Anfang, halte man sich im Zweifelsfall immer links in der Südseite.

GPS-Koordinaten eigene Messung - Angaben ohne Gewähr (Datum: WGS 84 Positionsformat: Dezimal)


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