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Ammergauer Hochplatte
Tour 316 2082 m Ammergauer Hochplatte Ammergauer Alpen Skitour M 28.01.08    

Lange und anstrengende Skitour durch einsame Hochtäler www.sirdar.de

Fakten
Höhenmeter:ca. 1200
Wegstrecke:ca. 10 km
Gesamtdauer:ca. 6-7h
Hangrichtung:vorwiegend Ost
Steilheit:Gipfelhang 35°
Lawinengefahr:mitunter lawinengefährlich

Ausgangspunkt:

Parkplatz am Eingang das Sägertals (960m)

Anfahrt von München:

München - Garmischer Autobahn - Oberau - Kloster Ettal - Graswang-Tal - Lindhof. Kurz hinter Linderhof findet sich ein großer Parkplatz am Eingang zum Sägertal (auch Ausgangspunkt für Scheinbergspitze). Ca. 1.5h.

Stützpunkt:

-

Route:

Ammergauer Hochplatte Vom Wanderparkplatz geht es über eine Brücke und dann geradeaus lang und flach durch das Sägertal. Man bleibt immer am Bach. Nach einer Diensthütte überquert man diesen und es geht auf dem Forstweg noch ein wenig weiter. Dort wo der Weg eine Serpentine einlegt, verläßt man in gerade hinein in den Hasentalgraben. Diesen nun fast bis zum Ende eng und steil hochsteigen (den Bach, der von links kommt ignorieren). Fast ganz oben trifft man auf den Sommerweg (Eisenstange). Auf dem Sommerweg quert man einen Waldhang zurück, hoch über den Graben, den man zuvor aufgestiegen ist. Die Trasse des Sommerweges wird zunehmend deutlich und führt in das Lösertalmoos, ein nach Westen leicht ansteigendes Tal. Man erreicht das Lösertaljoch und muss jenseitig einige Höhenmeter abfahren.
Die erstbeste Möglichkeit nutzen, um links in einen kleinen Kessel ("Beinlandl") zu queren. Durch den Kessel nach Westen zu einem weiteren Joch und weiter nach Westen einen Südhang queren. Dahinter durch ein Rinnensystem nach Norden aufsteigen. Man erreicht eine Hochebene mit einigen Mugeln. Das Gipfelkreuz der Hochplatte ist schon zu sehen. Das vorläufige Ziel ist der östlichste Punkt des Gipfelgrates, das Gamsangerl. Dort führt eine steile Flanke hoch. Hier nun Skidepot, oder bei guten Bedingungen mit Skiern weiter. Jedoch wird der Grat zum Gipfel gleich sehr schmal und ausgesetzt (Drahtseil). Der weitere Weg am Grat entlang ist dann wieder leicht.

Charakter:

Lange, nicht zu unterschätzende Tour. Erste Schlüsselsteile ist die unangenehme Querung aus den Hasentalgraben heraus. Im Lösertalmoos hat es Idealhänge. Auf den buckeligen Ebenen unter dem letzten Anstieg braucht es gute Sicht. Generell ist Orientierungssinn gefragt. Der steile Gipfelhang kann bei angespannter Lawinenlage ein Problem sein. Der anfangs schmale Grat erfordert Trittsicherheit, ist jedoch mit Drahtseilen entschärft.

Karte:

Freytag & Berndt WK352 "Ehrwald, Lermoos, Reutte, Tannheimer Tal", 1:50000

Führer:

Rother Tourendisk "Münchener Skitourenberge"

Link:

-



Google-Earth: Ammergauer Hochplatte



Stürmisch Titel: Sturm und Drang
Bergspezln: Flo

Okay, schlechtes Wetter war vorgesagt. Stürmischer Wind auch. Wir sind trotzdem losgezogen. Gute Sicht bei schlechtem Wetter dürfte eine ziemlich seltene Kombination sein, können wir aber vermelden. Die Schieberei durch das Sägertal war nicht so prickelnd. Der Weg aus dem Hasentalgraben heraus etwas schwer zu finden. Danach konnten wir schon mal den ersten Idealhang im Lösertalmoos begutachten. Schöner Pulver und ja, er war klasse. Das erste Joch taufte der Flo kurzerhand in "Passo del Viento" um. Es hatte uns auch fast tatsächlich aus den Schuhen geblasen, aber ein laues Lüftchen im Vergleich zu dem, was noch kommen sollte. Der Geiselstein sah schon mal sehr beeindruckend aus. Wir schoben weiter über schöne und einsame Hochtäler und Ebenen. Wehe, wenn es hier keine gute Sicht hat!
Oben fegte eine Windhose nach der anderen über uns hinweg und wir mußten einige Mal in Deckung gehen, aber aufgeben wollten wir noch nicht. Der steile Schlußhang zum Gamsangerl schließlich, wo wir Skidepot machten. Die ersten ausgesetzten Meter erwischten wir bei kurzfristiger Windstille, was so auch gut war. Vorsichtshalber klammerte ich mich aber fester ans Drahtseil, als sonst. Wir scheuchten tatsächlich noch zwei Schneehühner auf, die wohl auf dem teilweise abgeblasenen Grat auf Futtersuche gingen. Je näher man dem Gipfel kam, umso heftiger wurde der Wind. Wegducken und schnell zehn Meter weiter, so unsere Taktik. Einmal im falschen Moment aufgeblickt und es gab eine heftige Watschn im Form von durch den Wind hochgepeitschten Schneekristallen. Kurz am Kreuz abgeklatscht und dann mehr kriechend als aufrecht zurück zu den Skiern. Aber eine schöne Tour!

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