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Rubihorn
Tour 357 1957 m Rubihorn, Nordwand Allgäu Winterbergsteigen M4 18.01.09    

Modetour bei Oberstdorf www.sirdar.de

Fakten
Zustieg:Forstweg zur Gaisalpe, dann wenig steiles Schotterfeld.
Höhenmeter:Eigentliche Wand ca. 400m
Zeiten:Zustieg: 1.5h, Wand: 4-6h, Abstieg: 2h
Lawinengefahr:Bei Neuschnee in den oberen 45° steilen Trichtern.
Begehungsfrequenz:Bei guten Bedingungen relativ beliebte Tour.

Ausgangspunkt:
Wanderparkplatz bei Reichenbach (ca. 870m)

Anfahrt von München:
München - in Richtung Oberstdorf. Kurz vorher geht es links ab und verwinkelt in die Ortschaft Reichenbach. In der Ortsmitte weißt ein Hinweisschild auf den "Parkplatz Gaisalpe".

Stützpunkt:
Gaisalpe, ganzjährig bewirtschaftet
Vom Parkplatz am einfachsten den Forstweg folgen. Der direkte Weg durch eine Klamm mag zwar schöner sein, bringt aber zeitlich nix. Ca. 0.45h bis zur Gaisalpe.

Route:
Rubihorn Nordwand Die Tour ist bei www.bergsteigen.com sehr gut beschrieben. Auch sonst finden sich im Internet zahlreiche Berichte und Fotos, weswegen ich mich hier auf das Wesentliche beschränke.

Kurz unter der Gaisalpe zweigt man rechts zur Richtersalpe ab und geht dann den Weg weiter bis direkt unter die Nordwand des Rubihorns. An geeigneter Stelle steigt man dann durch das Schotterfeld soweit wie möglich auf und steuert dabei eine Art Einbuchtung in der Wand an, wo sich der Einstieg befindet. Direkt darunter findet sich eine kleine bequeme Felskanzel.

Die Route folgt der einfachsten und logischsten Linie durch die Wand. In der Regel wird der erste felsige Teil in 5 SL aufgeteilt, wobei man die erste auch noch gut seilfrei gehen kann. Man quert mehr oder weniger ansteigend nach rechts oben, bis man eine Schneerampe erreicht und über diese zur oberen begrenzenden Wand aufsteigen kann. Von hier führen bequeme Schneerinnen, nur durch kurze Felsriegel unterbrochen, linkshaltend zum Gipfel.

Abstieg:
Auf dem Normalweg (drahtseilversichert). Dazu vom Gipfel kurz nach Süden absteigen und dann nach links queren bis zu einem Sattel mit Schild. Hier nun nach Norden direkt über eine angenehm steile Flanke in einen Kessel absteigen, linkshaltend zum Gaisalpsee. An dessen Westende zur anderen Talseite. Hier führt ein gut sichtbarer Weg, dank Eiskletterer auch im Winter gut frequentiert, zur Gaisalpe zurück.

Rubihorn
Das Rubihorn, mit der markanten Nordwand (links im Schatten).

Charakter:
Im Felsteil maximale Schwierigkeit bis 4- an drei kurzen Stellen. Die Schwierigkeiten hängen sehr von den Verhältnissen ab. Man sollte die Tour nicht unterschätzen, auch wenn sie in den Führern als leicht verkauft wird.
Der Fels ist sehr brüchig, oft kann/muss man Graspolster zum Höhersteigen benutzen. Zwei Eisgeräte sind von daher sehr sinnvoll. Haken stecken wenige, man muss fast alle Standplätze und Zwischensicherungen selber einrichten, was am einfachsten mit Haken möglich ist. Insgesamt ist die Route aber nur sehr schlecht abzusichern. Die oberen Schneerinnen weisen eine maximale Steilheit von 45° auf und sind nach Neuschneefällen mit Vorsicht zu genießen.
Die Tour ist sehr beliebt, was nicht immer von Vorteil ist. Nach vielen Begehungen sind manche, die Besteigung erleichternde Schneesimse nicht mehr vorhanden und die Graspolster werden auch nicht auf Ewigkeit jedes Eisgerät vertragen.

Karte:
Bayerisches Landesvermessungsamt "Allgäuer Alpen", 1:50000

Führer:
"Eiskletterführer Bregenz bis Garmisch", Panico Alpinverlag

Link:
www.bergsteigen.com

 

Este, noch leichte Schlüsselstelle Titel: Gruselquergang
Bergspezln: Walter, Günther

Also wie die Rubihorn-Nordwand zur Modetour werden konnte, ist mir doch ein Rätsel. Dank des brüchigen Gesteins ist die Tour doch eher ziemlich gruselig, aber dadurch auch ein anständiger Abenteuertrip. Vielleicht erklärt sich dadurch die magische Anziehungskraft.
Einstieg geht noch, die erste schwierige Stelle ist auch ganz nett. Danach folgt ein Quergang, unglaublich brüchig und zum Setzen der Steigeisen waren quasi nur noch angefrorene Dreckklumpen vorhanden. Ganz schön gruselig. Auf Bildern von früheren Begehungen war diese Stelle oft mit deutlich mehr Schnee wohl einfacher zu begehen. Wir waren am letzten Tag einer ausgedehnten Schönwetterperiode unterwegs, die Route hatte schon viele Kletterer gesehen und war dementsprechend auch gut freigeräumt. Was in diesem Fall aber nicht von Vorteil war. Da wir einen echten Könner mit uns hatten, durfte ich mir die Sache allerdings relativ entspannt im Nachstieg anschauen.
Die letzten Meter durch steile Schneerinnen erinnern dann an Firnwand-Großtaten und sind schön zu begehen. Pünktlich zum Abstieg war das schöne Wetter dann endgültig zu Ende.


Google-Earth: Rubihorn
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Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl.
www.sirdar.de - Kommentar

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