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Cima dei Lastei
Tour 374 2846 m Cima dei Lastei, Südwestwand "Perla Nera" Pala-Dolomiten Klettern 6+ 24.08.09    

Sehr alpine Tour am Vorzeigeberg im Val Canali www.sirdar.de

Fakten
Zustieg:1.5h vom Bivacco Minazio (kompliziert)
Route:8h, max. 6+, größtenteils selbst abzusichern, im unteren Teil nicht einfach zu finden
Abstieg:2-3h auf dem Normalweg (Stellen III), rot markiert, Abseilstellen
Allgemeines:Im unteren Teil dürfte die Route so gut wie immer nass sein, die Route steigert sich nach oben. Dann superfester und ebenso griffiger Fels im steilen bis überhängenden Fels.

Ausgangspunkt:
Parkplatz Rifugio Treviso, bzw. Malga Canali (1302m)

Anfahrt von München:
München - Bozen - Rolle-Pass. Von San Martino di Castrozza runter nach Fiera di Primiero. Dort links Richtung Passo Cereda. Bald nach einer Burg wiederum links ins Val Canali abbiegen. Weiter bis zum Restaurant Cant del Gal und vorher rechts eine Stichstraße bis zum Parkplatz am Ende fahren.

Stützpunkt:
Vom Tal aus ist die Tour nur für wirklich schnelle Leute durchführbar. Es steht das Bivacco Minazio zur Verfügung (2250m). Eigentlich keine Biwakschachtel, sondern schon eher eine kleine Hütte. Platz für gut 15 Leute, Decken reichlich vorhanden. Wasser gibt es in 10min Entfernung (rot markiert).
Zustieg: vom Parkplatz unter der Malga Canali zuerst auf einer Forststraße in Richtung Rifugio Treviso. Bald zweigt links der markierte Steig Nr. 711 ab (Biwak ist auch angeschrieben). Dem braucht man nur noch zu folgen und landet nach 2h direkt an der Biwakhütte.

Route:
Cima dei Lastei, Südwestwand "Perla Nera" (S. Campagnola, S. Coltri, G. Vidali 1997)

Zustieg:
Übergang Biwak - Südwestwand Von der Biwakschachtel bis dorthin absteigen, wo es wieder flacher wird und man nach links queren kann. In diese Richtung sieht man einen Felsturm und links davon mehrere kleine Scharten. Die oberste davon bildet den Übergang zur Südwestwand der Cima dei Lastei. Weglos über Geröll, also leicht ansteigend, zu den Scharten ansteigen. Die richtige Scharte ist deutlich mit Steinmännern markiert. Jenseitig führen Drahtseile durch eine Rinne hinab. Diese ist wirklich unerbaulich und teils abenteuerlich brüchig. Mit 1x30m + 1x40m abseilen erreicht man etwas besseres Gelände.
Linkshaltend weiter absteigen und schließlich an der Wand nach Osten entlangqueren (teils rote Punkte). Schon fast am Ende des begehbaren Geländes, bevor eine Rinne zu einer Scharte hochsteigen würde, findet sich ein plattiger Bereich. Den Einstieg über eine plattige Schuppe findet sich an einer Nische (Seilreste). 1.5h.

Es dürften kaum zwei gleiche Topos von der Route existieren. Dies dürfte sich damit begründen, dass es speziell im unteren Teil viele nasse Bereiche gibt und man der trockensten Spur folgt. Zum Glück ist die Wand in jedem Bereich auf größerer Breite meist im selben Schwierigkeitsgrat kletterbar (auch ein Grund für die vielen Varianten). Auf der richtigen Route ist man, wenn die Stände abseiltauglich eingerichtet sind. Im oberen Teil ist der Verlauf dann eindeutig. Hier nun unsere Variante:
Cima dei Lastei: Perla Nera 1. SL (40m, 4): Über die Platten gerade hoch und schließlich auf ein Band mit eingerichtetem Stand.
2. SL (40m, 5): Über Platten gerade hoch (bei uns sehr nass) bis zu einem leicht angedeuteten Band, danach immer leichter werdend nach rechts queren, über eine Rinne hinweg. Danach Stand selber an Sanduhr einrichten. Achtung, diese Seillänge kann nur schwierig abgesichert werden! (Wahrscheinlich befindet man sich nun in der "Via Laura").
3. SL (35m, 6-): Vom Stand über zunächst leichte, aber nicht absicherbare Platten gerade nach oben bis zu einem Wulst. Dort ein NH. Wenig darüber eine große Sanduhr mit Überhang (6-). Darüber noch ein kleinerer Wulst, bevor das Gelände wieder leichter wird. Hier Stand selber einrichten.
4. SL (45m, 4): Eher linkshaltend über eine Rampe hoch bis unter einem Pfeiler mit bequemen Stand (selber einrichten).
5. SL (40m, 5-): Den Pfeiler eher direkt angehen und schließlich deutlich unter gelben Überhängen Stand an einer der vielen Sanduhren einrichten.
6. SL (50m, 5-): Herrliche Querung über Pfeiler und Platten hinweg nach links zu einer Nische. Stand selber einrichten.
7. SL (30m, 3): Weiter nach links queren, nun aber fast eben in leichteres Gelände, wo man wieder einen eingerichteten Stand und damit die Originalroute findet. Diese würde von hier in zwei Seillängen (max 6) direkt über Überhänge führen.
8. SL (60m, 4): Alternativ und auch sehr schön quert man weiter nach links zum Beginn eines Verschneidungskamins, diesen gerade hoch zum Luxus-Stand mit allem was dazugehört auf einem Pfeilerkopf.
9. SL (40m, 4+): Über den leicht überhängenden Block hinweg in deutlich leichteres Gelände. Stand an Felsblock.
10. SL (150m, Gehgelände): Durch eine Rinne (vorher Rechts-Links-Kombination) unter die Gipfelwand und dann auf einer Rampe rechts des sehr kompakten rötlich-gelben Teils, bzw. eines riesenhaften Kamins zu zwei kleinen Türmen direkt vor der Wand aufsteigen. Dort Stand der Originalroute. Bis hier Gehgelände mit kurzen IIIer- Stellen.
11. SL (50m, 6-): Nun wirds beängstigend steil bis überhängend, aber herrlich griffig mit vielen Sanduhren. Gerade hoch oder etwas rechts über eine Schuppe bis zum Stand auf einem kleinen Absatz.
12. SL (45m, 5+): Weiter direkt und steil über eine Art Riss und Rampen.
13. SL (30m, 6+): Zu einem Überhang (NH), den rechts überwinden. Darüber wieder direkt zum Stand.
14. SL (45m, 5+): Rechts ausweichen in eine Verschneidung, oberhalb des Wulstes auf einer Rampe wieder nach links. Man erreicht schließlich gemütlicheres Gelände.
15. SL (45m, 4+): Zunächst deutlich nach links, nicht in einen Kamin, sondern davor wieder über Platten nach rechts.
16. SL (35m, 4): Gerade hoch.
17. SL (50m, 4): Leicht linkshaltend zum Ausstieg auf einem Grat.
18. SL (40m, 3-): Den Grat zum höchsten Punkt verfolgen und dann in eine Scharte vor einem Turm kurz absteigen.
Bei hoffentlich guter Sicht ist der weitere Weg klar. In westlicher Richtung durch eine Rinne kurz absteigen, auf einem Band queren (leichtes aber ausgesetztes Gehgelände) und jenseitig gut 200Hm durch eine breite Rinne (max. II) zum Gipfel aufsteigen.

Abstieg: nochmal recht kompliziert, aber schwach rot, bwz. mit Steinmännern markiert. Zunächst bequem und leicht nach Westen absteigen, bevor der Grat sich verengt und schließlich sehr luftig in eine Scharte abbricht. Diese Stelle wird nordseitig in einem Rechtsbogen umgangen (nicht markiert). Danach auf einem Band weiter nach Westen und schließlich in ein Schärtchen mit Abseilstelle absteigen. Dort 1x30m ins Kar abseilen. Das Kar hoch jenseits sofort nach rechts und eine breite Schuttrinne nach unten steigen. Den Steinmännern und Markierungen am Rande eines Plateaus folgen und schließlich nach links zum Beginn einer Schlucht mit eingerichteten Abseilstellen. Mehrmals abseilen (meist 30-40m). Danach landet man wieder in dem schon bekannten Hochtal mit Biwakhütte. Über Schuttfelder absteigen zum Wanderweg, wo sich der Kreis schließt.
Cima dei Lastei: Perla Nera

Charakter:
Anspruchsvolle Tour für eher alpine Kletterer. Wenig bis gar keine Absicherung, dank vieler Sanduhren und Möglichkeiten für Klemmkeile, läßt sich die Tour bis auf wenige Seillängen im unteren Bereich trotzdem hervorragend absichern. Im unteren Bereich wird man wohl fast immer mit nassen Wandpartien konfrontiert werden. Hier ist auch die Routenfindung nicht ganz einfach. Erschwerend kommt der oft in der Pala vorherrschende Nebel dazu, was auch für den Abstieg für den in Orientierungsfragen nicht ganz sattelfesten Bergsteiger zum Problem werden könnte. Der Fels ist durchweg fest.

Karte:
Tabacco Nr. 022 "Pale di San Martino", 1:25000

Führer:
siehe www.topoguide.de
Desweiteren ist vor Ort ein italienisch-sprachiger Führer für die Pala zu bekommen.

Link:
-

 

Pala-Nebel Titel: Pala-Nebel
Bergspezln: Walter

Am Vortag waren wir schon im dichten Nebel zur Biwakschachtel aufgestiegen, die sich als erstaunlich geräumig und sehr gemütlich entpuppte. Eigentlich schon mehr eine Hütte und wir waren die einzigen weit und breit. Um fünf Uhr wollten wir aufstehen, doch draußen waberte noch immer dicke Suppe um die Felsen. Keine Chance, so den Einstieg zu finden.
Eine halbe Stunde später schaute ich nochmal aus dem Fenster und siehe da, endlich war der Nebel weit genug in die Talsenken abgesunken. So konnten wir loslegen. Schon der Zustieg zur Südwestwand der Cima dei Lastei ist durchaus kompliziert. Speziell eine Rinne, durch die man nach einer Scharte absteigen muss, erwies sich als äußerst unerbaulich. An Bohrhaken kann man allerdings abseilen und muss sich so nicht vollends dem Gebrösel ausliefern. Jenseits wartet eine Felswildnis, die wohl nur selten Besuch bekommt. Der vermutete Einstieg zur "Perla Nera", tropfnass. Aber wo wir schon mal hier waren, legten wir los und suchten uns einfach eine trockene Spur. Schon nach der ersten Seillänge waren wir allerdings wieder vom Nebel eingehüllt. Eine bedrückende Stimmung, schwarzer Fels, überall Plätschern und nichts zu sehen. Das sparte uns aber auch das Gefühl der Ausgesetztheit in der steilen Tour, vorerst.
Die Originalroute verpassten wir dann schon wieder in der 2. Seillänge und landeten dann wohl in der "Via Laura". Den Fehler korrigierten wir weiter oben durch eine abenteuerlich schöne Querung nach links und bald darauf hatten wir die erste steile Zone hinter uns. Gehgelände zum zweiten Teil und endlich wartete die Sonne auf uns. Hier oben ist die "Perla Nera" dann nicht mehr zu verfehlen und führt atemberaubend direkt und vor allem steil bis überhängend gut vier Seillängen nach oben. Da muss man erstmal schlucken, bevor man hier einsteigt. Doch, hat man es gewagt, findet man besten Fels, Sanduhren, Henkelgriffe und alles im Übermass. Die Schlüsselstelle, ein Überhang. Einer der wenigen Normalhaken in der Tour beruhigt die Nerven. Zum Gipfel hin wird die Kletterei wieder leichter, der Kletterspaß überwiegt nun vollends.
Bis zum höchsten Punkt hat man dann noch sa ca. 200Hm Gehgelände vor sich. Bei Nebel wohl nicht ganz einfach zu finden. Wir konnten dagegen von oben einen sagenhaften Blick auf all die Dolomitengrößen werfen.
Auch der Abstieg ist nicht ganz einfach, aber wann ist er das schon in den Dolomiten. Rote Markierungen erleichtern das Auffinden der verwickelten Route.

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Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl.
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