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Spazzacaldeira
Tour 404 2487 m Spazzacaldeira Ostwand "Dente per Dente", Fiamma Bergell Klettern 6a 21.08.10    

Alpines Sportklettern ohne Stress www.sirdar.de

Fakten
Zustieg:Von der Bergstation Albigna-Bahn bis zum Einstieg, geschätzte 9min33sec ohne Pausen ... ;-)
Route:Dente per Dente 8SL 5c+, 3-4h; weiter Ostgrat am Anfang IV, danach leichter, 1h; Fiamma 15m 5c+
Abstieg:Mit Steinmännern markiert, 1h zurück zum Einstieg.

Ausgangspunkt:
Seilbahn Pranzaira-Albigna, Talstation ca. 1200m. In einer Serpentine bei Vicosoprano.
Tipp: in Vicosoprano gibt es einen Campingplatz.

Anfahrt von München:
Vicosoprano liegt zwischen Maloja-Pass und Chiavenna.

Stützpunkt:
Capanna da l'Abigna (2336m), falls man mehr in der Gegend machen möchte. Der Zustieg zur Spazzacaldeira ist von der Bergstation der Seilbahn wesentlich kürzer. Ansonsten sind es von der Staumauer noch 45min bis zur Hütte.

Route:
Spazzacaldeira, Dente per Dente Ostwand "Dente per Dente", 6a (5c obl.), Saniert: B. Falett 1996

Zustieg:
Von der Seilbahn in 10min gerade rüber zur Ostwand der Spazzacaldeira. Einstieg direkt dort, wo der Weg eine Kurve macht. Der Einstieg ist mit roter Farbe "DpD" markiert.

In jedem Topo, welches ich bisher über die Route zur Hand hatte, waren die Seillängen anders bewertet. Dem schließe ich mich an und liefere hiermit meine ganze eigene Version in Sachen Schwierigkeitsbewertung ... ;-)
1. SL (40m, 5b): Zunächst direkt über Platten hoch, ein kleiner überhängender Wulst muß überwunden werden, dahinter Stand bei einer Nische.
2. SL (30m, 5c+): Vom Stand weg geht es in eine unten überhängende Verschneidung. Darüber sehr glatte Platten.
3. SL (35m, 5c): Zunächst Reibungskletterei über Platten. Rechts zum Bohrhaken und um eine Kante (schwierigste Stelle der Seillänge). Dahinter eine Verschneidung. Man hangelt sich an einem Riss hoch zum Stand auf einem bequemen Band.
4. SL (30m, 5a): Im Wesentlichen ein Quergang nach links zum Stand unter dem einzigen Baum weit und breit.
5. SL (25m, 5b): Steile Kletterei in einer Rissverschneidung. Unbequemer Schlingenstand am Ende der Verschneidung.
6. SL (40m, 6a): Trittarme Hangelei an einem Riss nach links. Im hintersten Eck geht es über einen Überhang hinweg und darüber rechts hinaus auf Platten.
7. SL (45m, 5c): Nach oben hin immer schwieriger werdende Seillänge. Über Platten zunächst direkt hoch, weiter oben den Bohrhaken folgend links hoch zum Stand an Bohr- und Normalhaken mit Mini-Absatz.
8. SL (40m, 5c+): Ein plattiges Wandl wird links überwunden. Darüber geht es an einem Pfeiler mit versteckten Bohrhaken hoch zum Ausstieg auf einem Pfeilerkopf.

Spazzacaldeira, Dente per Dente
Für den Weiterweg existieren mehrere Varianten. Allen ist gleich, dass man zunächst in einen kleinen Kessel absteigen oder abseilen muss. Der einfachste weitere Weg führt über den Ostgrat (3a-4a). Dazu wird die mit Rissen durchzogene Wand aus dem Kessel ziemlich weit rechts bei einem Felsblock durch einen der Risse überwunden. In einer Art Kamin erreicht man eine plattige Rampe. Auf der nun immer nördlich des Grates hoch (meist Gehgelände). Zuletzt schließlich auf dem Grat zu einem Zacken, von dem man ca. 10m abseilen muß. Danach links den Wegspuren folgend an Dente und Fiamma vorbei.

Fiamma, 5c+
Zumindest die Fiamma wird sich wohl keiner entgehen lassen wollen. Man steigt dazu weiter den Wegspuren folgend zu einer Scharte zwischen Hauptgipfel und Fiamma auf. Die Fiamma wird am einfachsten über die Kante von der Scharte sehr luftig erstiegen (15m, 5c+). Oben dann abseilen.

Abstieg:
Von der Fiamma läßt sich auch sehr leicht der Hauptgipfel noch mitnehmen. Dazu von der Scharte unter der Fiamma rechts um einen Block herum und dann über Blockgelände zum höchsten Punkt. Für den Abstieg wieder zurück bis zum Block über der Scharte. Danach links am Hauptgipfel auf einem Band vorbei zu einem Steinmann in einer weiteren Scharte. Den deutlichen Wegspuren nach Süden folgen zum Staudamm (1h, eine steilere Stelle, abklettern oder abseilen).

Charakter:
Bei der Dente per Dente sind alle Standplätze mit Bohrhaken versehen. Dazwischen an kritischen Stellen auch Bohrhaken, jedoch mit großen Abständen, man muss zwingend selber Zwischensicherungen anbringen. Was in den Rissen mit Friends und Klemmkeilen sehr gut möglich ist. Ein paar Schlingen sind auch hilfreich. Meist fester Fels, aber auch hie und da eine lose Schuppe.
Der Ostgrat zum Gipfel ist nur mäßig schwierig, in den ersten Metern steckt ein wenig altes Material.
Die Fiamma ist gut mit Bohrhaken versehen.

Karte:
Landeskarte der Schweiz Nr. 278 "Monte Disgrazia", 1:50000

Führer:
Jürg von Känel "Plaisir Sud", Edition Filidor, 1998 Reichenbach

Link:
www.topoguide.de

Openstreetmap: Spazzacaldeira
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA)


Titel: Kühne Nadel
Bergspezln: Walter

Spazzacaldeira, Dente per Dente Was ich schon immer mal machen wollte, die Fiamma, einen kühnen Felszacken im Bergell zu erklimmen. Der Weg dorthin? Egal ... ;-)
Wir waren mit der ersten Seilbahn sehr früh dran, trotzdem hatte es schon eine Warteschlange an der angeblich schönsten Route der Spazzacaldeira, der "Il Mosaico". Da fiel die Entscheidung für die Route nebendran der "Dente per Dente" leicht, da stand noch keiner.
Die DpD, so stehts am Einstieg, ist dabei insgesamt eine sehr homogene Route. Leichtere Stellen hat es nur wenige, man ist fast nur am zupacken. Die Sache ist also immer spannend und schön steil. Risskletterei und plattige Passagen mit vielen Reibungstritten wechseln sich ab. Für mich war es immer so an der Grenze, dass ich es im Vorstieg noch einigermassen sicher beherrschen konnte. Die Bohrhaken sind dabei aufs Wesentliche reduziert, man kann aber leicht zusätzlich absichern, so soll es sein.
Nachdem wir also den ersten Zahn über die DpD erklommen hatten, sprinteten wir über den Ostgrat weiter zu meinem eigentlichen Ziel, der Fiamma. Und wahrlich, eine scharfe Granitnadel. Wobei, wenn man die Sache erklettert, wird einem das gar nicht so bewußt. Gut, die obersten Meter sind schon sehr ausgesetzt, horizontale Flächen gibt es ringsum nur noch wenige Quadratzentimeter. Das volle Ausmaß der Luftigkeit erkennt man erst, wenn man nebenan vom Hauptgipfel auf die Fiamma runterschaut und dann womöglich noch ein anderer Kletterer zugange ist. Einfach nur geil! Wir konnten mit dem Fotografieren gar nicht mehr aufhören!
Aber man muß sagen, die Aussicht auf den Albigna-Kessel ist auch nicht schlecht. Der Abstieg ist erfreulich kurz und unkompliziert. Somit ein echter Plaisir, wie wohl der Schweizer sagt.

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