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Trettachspitze
Tour 464 2595 Trettachspitze, Überschreitung Nordostgrat - Nordwestgrat Allgäu Klettern 3 27.07.12    

Allgäuer Vorzeigeberg www.sirdar.de

Fakten
Zustieg:In jedem Fall langwierig, 4-5h vom Tal aus.
Route:Nordostgrat: 5SL hoch, selbst abzusichern.
Abstieg:Nordwestgrat: teilweise Abseilen möglich, ansonsten 2-3.

Ausgangspunkt:
Einödsbach (1142m).

Anfahrt von München:
München - Landsberg - Oberstdorf. Parkplatz bei der Fellhornbahn. Dann zu Fuß oder vorteilhaft mit Rad nach Einödsbach. Bis Birgsau auf halben Weg fährt auch ein Bus.

Stützpunkt:
Waltenberger-Haus (2084m)m
Von Einödsbach dem markierten Weg durch die wilde Bacherloch-Schlucht folgen. Vor der Hütte kurze Passagen drahtseilgesichert. 2.5h.

Route:
Trettachspitze, Überschreitung Nordostgrat - Nordwestgrat, 3 (Blodig u. Gef., 1891)
Zustieg:
Vom Waltenberghaus folgt man nahezu horizontal dem Steig nördlich zur Trettach. Nach ein paar Metern Hinweisschild mit Warnung vor dem verfallenen Steig. Es geht steil über mehrere Rinnen (Schneefelder) hinweg um die Trettach herum. Nördlich der Trettach steigt man zu einem Pass hoch, man hat freien Blick auf die gesamte Nordwand und die Route.
Man steigt auf gut ausgetretenen Pfad in den Kessel unter der Nordwand. Zuletzt links des markanten Schneefelds leicht bis zu einem kleinen Absatz, bevor das Gelände schwieriger wird.

1.SL (50m, 3): Vom Absatz entweder über einen grauen Streifen oder rechts davon entlang eines Risses zu einem kleinen Schneefleck, Kessel. Stand darunter an einem Block.
2.SL (50m, 2): Vom Block in den Kessel mit dem Schneefleck und dann der einfachsten Möglichkeit folgend auf den Grat.
3.SL (50m, 2+): Immer entlang des luftigen Grates.
4.SL (50m, 2): Weiter am Grat entlang bis knapp unter die markante Nase im Grat-Verlauf.

5.SL (50m, 3): Man gelangt in den Blodigkessel, von hier links (einfacher) oder rechts über eine Verschneidung zum flachen Gipfelkamm.
Wenige Meter zum Gipfelkreuz.

Abstieg:
Entlang des Nordwestgrates. Vom Gipfel zunächst den flachen Gratverlauf folgen. Dort wo es steiler wird immer linkshaltend abklettern. Zuletzt etwas steiler zu einem kleinen Felsturm mit angedeuteter Scharte, wo sich ein Abseilring findet. Hier 50m durch eine Rinne abseilen (evtl. danach gleich ein weiterer Abseilhaken?). In nun flacheren am auch plattigen Gelände weiter absteigen. Weiter unten finden sich nochmal zwei rot markierte Bohrhaken die ein weiteres Abseilen bis zum Schuttkar unter der Nordwand ermöglichen.

Man könnte nun wieder über das Waltenberger-Haus absteigen, oder dem deutlichen Pfad über den Wildengrundkopf immer am Kamm entlang nach Norden folgen. In einem Sattel steigt man direkt zur Hinteren Einödsberg-Alm (vom Kamm sichtbar). Dort links einen weniger deutlichen Pfad in Richtung Einödsbach durch den Wald folgen.
Dieser Weg eignet sich auch zum Aufsteigen, da kürzer. Hinter Einödsbach findet sich ein Felsbrocken mit Kreuz. In dem kleinen Wäldchen dahinter findet sich der Pfad, der sich in vielen Serpentinen zur Einödsberg-Alm hochschlängelt.

Zeitbedarf für die Runde: 10-12h. Topo als PDF: topo_trettach.pdf

Trettach

Charakter:
Alpiner Zustieg, der entsprechende Umsicht erfordert. Viele Altschneefelder (jedoch nicht sehr steil). Der Nordostgrat ist komplett selber abzusichern (Schlingen und Keile). Dies ist jedoch problemlos möglich. Will man die Abseilstellen am Nordwestgrat nutzen, braucht man zwei Halbseile. Die erste Abseillänge ist zwingend 50m lang.

Karte:
Bayerisches Landesvermessungsamt "Allgäuer Alpen", 1:50000

Führer:
Achim Pasold, "Allgäu-Kletterführer", Panico-Verlag, 3. Auflage 2000, Köngen

Link:
-

Openstreetmap: Trettach
Karte von OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA

Titel: Alpines Rundumprogramm
Bergspezln: Woife

Trettach Die Trettach ist zwar von Oberstdorf und Umgebung überall gut zu sehen, der Weg dorthin ist aber trotzdem weit. Keine schnelle Tagestour und die Klettermeter verhalten sich im Vergleich zum Zustieg auf den ersten Blick nicht gerade optimal.
Man muss es aber von einer anderen Seite sehen, gerade wenn man die Allgäuer "Grasberge" nicht so gut kennt wie ich, ist der Weg zum Berg ein Erlebnis. Als da wäre schon mal am Anfang der Postkartenblick von Einödsbach zum Ziel, dann der Marsch durch den "Dschungel" der Bacherloch-Schlucht zum Waltenberger-Haus. Dort weißt ein Schild gleich mal auf den verfallenen Weg und die eigene Gefahr zur Trettach hin. Genauso spannend ist der Steig dann auch, steil und ausgesetzt geht es erst mal um das "Allgäuer Matterhorn" herum.
Im ersten Überschwang wären wir dann beinahe in eine vorgelagerte Wand eingestiegen. Wäre dann zumindest eine Erstbegehung geworden, mit der finalen Erkenntnis, dass die Trettach darüber steht. So besannen wir uns aber rechtzeitig und fanden doch noch die richtige Wand.
Das Schneefeld am Einstieg ist erstens flacher als es aussieht und man kann es problemlos links umgehen. In den ersten Metern turnte noch ein Alleingänger vor uns her, etwas planlos gab er sein Vorhaben dann aber bald auf. Eine weise Entscheidung.
Am Anfang gilt es, den Nordostgrat zu gewinnen. Dann folgen sehr geniale und luftige Meter auf dem Grat selbst, schade nur, dass die zwei Seillängen bald erlebt sind. Man gelangt in den Blodigkessel und bald darauf über eine Verschneidung auf den Gipfel.
Der Abstieg fordert doch etwas Einsatz, zwar nicht schwer, aber steil. Die schwerste Stelle kann man abseilen, entweder hab ich dann jedoch den nächsten Abseilhaken nicht gefunden oder es gibt in schlichtweg nicht. Erst weiter unten finden sich nochmal rot markierte Bohrhaken, mit denen man stressfrei zum Schuttkar unter der Nordwand abseilen kann.
Für den Rückweg wählten wir einen Weg über den nördlich zur Trettach vorgelagerten Grasbergkamm und dann direkt hinab nach Einödsbach. Der ist unbedingt zu empfehlen, erstens kürzer, zweitens aussichtsreich und drittens ein überwältigendes Blumenmeer.
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Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl.
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