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Rosskuppenkante
Tour 471 2154 Rosskuppe, Nordwestkante "Rosskuppenkante" Gesäuse Klettern 5 A0 09.09.12    

Klassiker in spektakulärer Felslandschaft www.sirdar.de

Fakten
Zustieg:Vom Tal über Haindlkarhütte und Peternpfad. 2.5h
Route:Rosskuppenkante: ca 19 SL, saniert, viele Varianten (teils besser gesichert)
Abstieg:Peternpfad: markierte Kletterroute (1-2), 3-4h

Ausgangspunkt:
Parkplatz Haindlkarhütte (600m)

Anfahrt von München:
Über Autobahn Richtung Salzburg, dann Graz, Abfahrt Admont. Dort in den ausgeschilderten Nationalpark Gesäuse. Der Parkplatz für die Haindlkarhütte findet sich direkt an der Gesäusestraße.

Stützpunkt:
Haindlkarhütte (1121m)m
Vom Parkplatz in gut 1h auf markierten Weg zu erreichen. Beim Überqueren zweier Schuttreißen kann man speziell in der Dämmerung den Weg leicht verlieren.

Route:
Rosskuppe, Nordwestkante "Rosskuppenkante", 5 A0, frei 6+ (F.Hinterberger, K.Sixt, 17.8.1925)
Zustieg:
Von der Haindlkarhütte folgt man den markierten Peternpfad. Beim Anstieg hat man die Rosskuppenkante immer vor Augen. Man sollte sich zwei sehr markante Latschenflecke im unteren Teil der Kante einprägen. Man folgt dem Peternpfad über die ersten Kletterstellen hinweg in einen Schuttkessel unter der Rosskuppe. Am Beginn des Kessel findet sich ein Klemmblock mit einer dreieckförmigen Höhle darunter, das sog. Wasserloch.

1.SL (50m, 3): Unter dem Wasserloch quert man zu einem Band, welches über eine kleine Platte erreicht wird. Auf dem Band (Gehgelände) soweit es geht zur Kante. Stand (Ringhaken) einige Meter über den Latschenflecken.
2.SL (50m, 4): Man bleibt zunächst links der Kante und steigt gut gestuftes Gelände in Richtung einer großen Verschneidung hoch. Kurz vorher kann man auf einem Band nach rechts leicht zur Kante queren. Stand an Felskopf, evtl. in der Nähe auch irgendwo ein Stand mit Haken.
3.SL (40m, 4): Zuerst links der Kante, dann direkt auf der Kante zum Beginn einer Rampe.
4.SL (35m, 3): Die Rampe wird auf gesamter Länge verfolgt. Stand am Beginn eines Quergangs. Man gelangt so in die Westwand.
5.SL (30m, 4-): Kleiner Quergang nach rechts, dann einen breiten Riss gerade hoch zum Stand.
6.SL (20m, 4+): Eine Plattenquerung nahezu horizontal nach rechts.
7.SL (20m, 4-): Leicht ansteigend wird wieder nach links gequert bis zu einer Schuppe. Am linken Rand der Schuppe hoch zum Stand.
8.SL (25m, 5 A0): Zuerst das 8m-Wandl (frei 6+, viele Haken). Direkt darüber der sehr glatte Heinriss (frei 6). Stand links nach dem Riss.
9.SL (25m, 5): Die folgende Rissverschneidung wird fast bis zum Ende verfolgt, kurz vorher nach rechts um den Block zum bequemen Stand.
10.SL (30m, 5-): Nach links ansteigende Querung mit vielen Haken, sehr luftig.
11.SL (45m, 4): Vom Stand gerade hoch eine Variante: 5+. Original unter einer Platte weit nach rechts queren und eine schmale Riss-Rampe bis zu deren Ende verfolgen. Danach links auf ein Band zum Stand aussteigen.
12.SL (50m, 4): Vom Stand zuerst einige Meter nach links leicht ansteigend zu einem Bohrhaken, danach immer gerade hoch bis zur unscheinbaren Stadler-Gedenktafel.
13.SL (40m, 4): Stadler-Quergang nach rechts, dann ein Riss hoch bis unter eine Verschneidung. Stand.
14.SL (50m, 4): Variante: 20m, 5- die Rissverschneidung hoch. Original eine kleine Promenade, zuerst auf einem Band weit nach links, dann kurz eine Platte hoch und wieder weit nach rechts. Nach unten schauen, und dem Partner zuwinken ...;-)
15.SL (20m, 4+): Die logische Fortsetzung der Rissverschneidung weiter gerade hoch. 16.SL (50m, 3-4): Kurz nach rechts, dann gerade hoch aus der Westwand raus auf die eigentliche Rosskuppenkante. Am Grat weiter bis zu einem Absatz unter einem Steilaufschwung.
17.SL (40m, 4): Links des Steilaufschwungs einen sehr schönen Kamin hoch, dann wieder zurück auf den Grat.
18.SL (50m, 3): Immer am Grat entlang. Stand an Block.
19.SL (30m, 3): Weiter am Grat entlang bis zum Ausstieg auf dem Gratkamm, der Dachl und Rosskuppe miteinander verbindet.

Abstieg:
Man steigt direkt am Grat aus, wenige Meter unterhalb verläuft der markierte Steig auf das Hochtor. Man folgt den Markierungen entgegengesetzt nach Osten auf die Rosskuppe und von dort in die Peternscharte, wo man über den Peternpfad (markierte Kletterroute, 1-2) wieder zum Ausgangspunkt absteigt.

Topo als PDF: topo_rosskuppenkante.pdf

Rosskuppenkante

Charakter:
Sanierter Kletterklassiker. Sicherung ist ganz unterschiedlich. Es gibt viele Varianten, die meist deutlich besser mit Bohrhaken bestückt sind als die Originalroute, aber meist auch einen Grad schwerer sind. Generell im Mittelteil mehr Haken vorhanden. Schlüsselseillänge mit einigen BH und vielen, schon sehr alten Normalhaken. Die vielen Risse eignen sich hervorragend, um mit Klemmkeilen und Friends die Route optimal absichern zu können.
Der Peternpfad ist zwar markiert und viel begangen, man sollte den Steig aber nicht unterschätzen. An den schwersten Stellen kann an einzementierten Bügeln auch abgeseilt werden.

Karte:
AV-Karte Nr. 16 "Ennstaler Alpen, Gesäuse", 1:25000

Führer:
Willi End, "AV-Führer Gesäuseberge", Bergverlag Rother, München

Link:
www.bergsteigen.com


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Titel: Pause Extrem Nr. 2
Bergspezln: Thomas

Rosskuppenkante Meine zweite Tour aus dem Pause-Extrem-Führer. Das Gesäuse ist schon wunderschön, wenn nur der Weg dorthin von München aus nicht so weit wäre. Wir übernachteten am Parkplatz zur Haindlkarhütte (da waren wir nicht die einzigen) und stiegen morgens früh auf.
Man benützt dabei ab der Haindlkarhütte den Peternpfad und hat immer diese eindrucksvolle, gewaltige Gesäuse-Mauer vor einem, mit dem Dachl im Zentrum. Gleich daneben die Rosskuppenkante. Bis dahin ist der Peternpfad durch bröselige Rinnen schon etwas unangenehm. Kletterklassiker gibt es rundherum genug und so waren wir trotz bestem Wetter an diesem Tag die einzigen in der Route. Die anderen Partien verteilten sich ganz gut. Einstieg über ein Band war auch nicht allzu schwer zu finden und schon ging es los. Gleich von Anfang an hat man mit dem Hauptproblem der Rosskuppenkante zu tun, der Orientierung. Die Originalroute ist nicht einfach zu finden, sie schlängelt sich den leichtesten Weg suchend, doch recht verwinkelt, v.a. durch die Westwand rechts der eigentlichen Rosskuppenkante. Die vielen mit glänzenden Bohrhaken bestückten Varianten vereinfachen die Suche auch nicht gerade. Fast könnte man nach dem Ausschlussverfahren klettern, dort wo zu viele Bohrhaken stecken, ist nicht die Originalroute, aber nur fast.
Im unteren Teil klettert man ganz schön nah an die wahnsinnig kompakte und riesig überhängende Dachl-Nordwand ran. Die Schlüsselseillänge bildet zuerst das 8m-Wandl, hier muss man sich schonmal entscheiden, A0 oder nicht. Frei klettert man nämlich einen Meter neben der A0-Variante. Darüber folgt gleich der sehr glatte Heinriss. Kurz vorm Ausstieg aus dem Riss steckten noch Holzkeile mit Haken drin von anno dazumal. Die Stelle packte ich nicht und so mußte ich beim Heinriss kurz einen Haken zu Hilfe nehmen. Auch die nachfolgende Stelle ist nochmal ganz schön anstrengend.
Danach hat man dann wieder mehr mit Orientierung zu tun. Schon ziemlich weit oben steigt man auf die eigentliche Kante aus und folgt dieser mehr oder weniger zum Gipfel, bzw. einer Kuppe kurz darunter. Über den Peternpfad geht es wieder runter. Der ist wahrlich spektakulär, man geht direkt entlang dieser unglaublichen Wand, die sich von der Rosskuppn bis zum Ödstein erstreckt und mehr als 500m hoch meist senkrecht oder sogar überhängend abbricht. Da renkt es einem den Hals aus und man muss aufpassen, vor lauten Schauen nicht noch den Peternpfad hinab zu purzeln. Der ist nämlich an sich auch eine ordentliche Klettertour.
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Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl.
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