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Lafatscher
Tour 579 2635m Kleiner Lafatscher, Nordost-Verschneidung "Lafatscher-Verschneidung" Karwendel Klettern 6 18.07.15    

Eine Wand wie ein Bilderbuch www.sirdar.de

Fakten
Zustieg:Hallerangerhaus: mindestens 2h, Hütte-Wand 45min
Route:10SL, 4h, alpin
Ausrichtung:Nordost
Abstieg:Ausstieg - Gipfel - Lafatscherjoch 1.5h
Besonderheit:Verschneidungskletterei

Ausgangspunkt:
Parkplatz Halltaleingang (ca. 800m)

Anfahrt:
Von der Autobahn Kufstein - Innsbruck nach Hall abfahren. Über Absam Richtung Karwendeltal zum Eingang des Halltals fahren. Dort findet sich ein großer Parkplatz.

Stützpunkt:
Hallerangerhaus (1768m)
www.hallerangerhaus.at

Kürzester Zugang von Hall aus. Die Mautstraße durch das Halltal wurde aufgrund diverser Murenabgänge für den öffentlichen Verkehr gesperrt. An Samstagen und Sonntagen fährt ein Shuttlebus, ansonsten gibt es einen Taxiservice. Telefonnummern sind auch am Parkplatz am Halltaleingang angeschrieben. Man spart sich mit der Auffahrt ca. 1.5h Zustieg. Weitere Informationen:
www.hall-wattens.at/de/halltal-taxi-shuttle-service.html

Man wird bis knapp unter die Herrenhäuser (ca. 1400m) befördert, die dann in 20min erreicht werden. Von dort folgt man dem ausgeschilderten Weg über das Lafatscherjoch zum Hallerangerhaus (2h).
Eine etwas kürzere, lohnende Variante ist es, über den Steig neben dem Issbach aufzusteigen. Ungefähr am Wendepunkt der Taxis (Parkplatz Ferdinandstollen) führt nördlich ein anfangs steiler Steig zum Issanger. Dies ist ein idyllischer Fleck, wie es ihn in den Alpen nicht zweimal gibt. Der Weg trifft dann etwas oberhalb auf den Steig von den Herrenhäusern.

Von Scharnitz aus ist das Hallerangerhaus über das Hinterautal zu erreichen, dabei leistet ein Fahrrad gute Dienste. Es gibt eine fiese Steilstufe, ansonsten kann man bis zur Hütte radeln. Weitere Infos auf der Hüttenseite.

In unmittelbarer Nähe zum Hallerangerhaus gibt es noch die Halleranger-Alm, auch dort kann man übernachten.
www.halleranger-alm.at

Route:
Kleiner Lafatscher, Nordost-Verschneidung "Lafatscher Verschneidung", 6, 10SL (M.Auckenthaler, E.Pirker 1930)

Routenbeschreibung (Topo) als PDF: topo_lafatscher.pdf

Lafatscher
Die Lafatscher-Verschneidung

Lafatscher
In der Verschneidung.

Lafatscher
Abstieg durch die Rinne zwischen Kl. und Gr. Lafatscher zum Lafatscherjoch.

Standplatz-Fotos von Thomas:
Lafatscher
1. Seillänge
Lafatscher
1-2. Seillänge, Zwischenstand
Lafatscher
2. Seillänge
Lafatscher
3. Seillänge
Lafatscher
4. Seillänge
Lafatscher
5. Seillänge
Lafatscher
6. Seillänge
Lafatscher
7. Seillänge

Charakter:
Fantastische Kletterei. Am Ein- und Ausstieg brüchig, dazwischen solider Fels im beeindruckenden Ambiente. Die Stände sind gebohrt, dazwischen finden sich viele neue und alte Normalhaken, nicht alle solide. Zwei Holzkeile wären auch noch da, trotz ihres Alters in einem erstaunlich guten Zustand. Kernstück ist der Verschneidungsriss, hier jubelt nur, wer viele Friends dabei hat, darunter auch zwei Große (4er Cam, Black Diamond). Damit lässt sich der Riss super absichern
Material: 50m-Seile, 8-10 Expressen, Schlingen, ein paar Klemmkeile, Friends in rauhen Mengen. Am besten 2 richtig große (Klemmbreite > 100mm), 2-3 mittlere und ein paar kleine.

Karte:
AV-Karte Nr. 5/2, "Karwendelgebirge Mitte" 1:25000

Führer:
Bernd Eberle, Achim Pasold "Karwendel Kletterführer", Panico Alpinverlag, 1. Auflage 1997

Link:
www.bergsteigen.com

Openstreetmap: Lafatscher
Quelle: www.openstreetmap.org

Titel: Pause-Extrem Nr. 6
Bergspezln: Thomas, Andreas

Lafatscher Jeder, der schon mal ein Bild von dieser Wahnsinnsverschneidung am Kleinen Lafatscher gesehen hat, weiß, er muss dahin. Die Tour hat keine Geheimnisse, wie ein offenes Buch liegt diese Route da. Nur der weite Zustieg hat wohl verhindert, dass diese Tour nicht zur überlaufenen Modetour wurde.
Wir wählten den Weg von Hall aus, kannte ich noch nicht. Besonderheit, nach diversen Murenabgängen ist das Halltal für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Bei Regen gehen auch immer wieder weitere ab, dann ist die Straße auch für Shuttlebus und Taxiservice gesperrt. Berge in Bewegung, wo könnte das mehr zutreffen, als im bröseligen Karwendel.
So saßen wir abends im Hallerangerhaus, ein Gewitter ging nieder und wir konnten beobachten, wie sich die Nordwand des Kleinen Lafatschers in die Niagarafälle verwandelte. Ich sah unsere Felle schon davonschwimmen, die Tour würde über Nacht nie so schnell wieder abtrocknen. Weit gefehlt, die Route war von der früh weg wieder staubtrocken. So standen wir an der Rampe zur Verschneidung und legten die Schlosserei an. Aufgrund diverser Berichte im Internet hatten wir uns extra noch zwei richtig große Friends besorgt und auch sonst waren wir gut ausgestattet.
Es geht erstmal nominell leicht los. Wobei der Fels anfangs etwas splittrig und nicht so einfach zu klettern ist, wie es einem der Schwierigkeitsgrad vorgaukelt. Bald wird die Verschneidung zur Bilderbuchverschneidung. Links kompakte Nordostwand, ein Riss und im rechten Winkel die Fortsetzung der Wand. Durch den Riss muss man hoch. Man sieht die Holzkeile. Sind die noch von den Erstbegehern? Jedenfalls machen sie einen erstaunlich fitten Eindruck und man ist versucht, eine Schlinge drumherum zu legen. Es gibt diverse Taktiken, um diese Rissverschneidung zu meistern. Links davon, rechts davon, überall stecken Haken von diverser Qualität. Ich durfte die Tour vorsteigen und entschied mich, die Sache mittendurch anzugehen. Also immer im Riss hochklemmen. Der Vorteil dabei, man kann dabei die beiden großen Friends, so man sie dabei hat, immer vor sich herschieben und ist dann optimal gesichert. Umgekehrt ohne große Friends, versteht man auch, warum hier schon viele dann doch gekniffen haben, um rechts die leichte Umgehung zu machen. Nach einem finalen überhängenden Block hat man das Kernstück der Tour schon geschafft. Viel zu schnell, wie ich finde, eine wirklich traumhafte Kletterei.
Am Ausstieg steht man jedoch noch nicht. Das Karwendel will einem noch zeigen, dass es hier normalweise anders zugeht. Soll heißen, der Fels wird brüchiger und man hat noch zwei spannende Seillängen zu bewältigen. Der Überhang am Anfang der letzten Seillänge ist dabei ganz schön sportlich, aber gut mit Haken gesegnet.
Der Weg zum Gipfel führt über den Nordostgrat, zieht sich schon ein wenig und hat auch noch die eine oder andere ausgesetzte Stelle. Jenseits steuert man die Rinne vor dem Großen Lafatscher an und kann im Geröll bequem zum Lafatscherjoch abfahren.
Wir fanden zurück ins Halltal den kurzen Steig über den Issanger und am Issbach entlang. Der Issanger ergibt dabei das Kalendermotiv schlecht hin, Blumenwiese mit schroffen Bergen dahinter. Fast schon kitschig, aber einfach wunderschön und idyllisch.

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