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Gaislehnkogel
Tour 629 3054m Gaislehnkogel (3216m), Gaislehnscharte Stubaier Alpen Hochtour F+ 04.09.16    

Überschreitung von der Amberger zur Winnebachseehütte www.sirdar.de

Fakten
Hüttenzustieg: von der Amberger Hütte zur Winnebachseehütte, oder umgekehrt (5-6h)-
Route: spaltenarmer Gletscher, Gaislehnscharte mittelschwerer Klettersteig, Gaislehnkogel 2er-Kletterei-
Abstieg: nach Gries von beiden Hütten je 1h.-

Ausgangspunkt:
Gries (1599m)

Anfahrt:
Ötztal, bei Längenfeld in ein Seitental nach Gries abbiegen. Großer Parkplatz am Ortsende.

Stützpunkt:
Amberger Hütte (2135m)
www.ambergerhuette.at
Sehr angenehme Hütte. Von Gries auf einfachen Fahrweg zu erreichen. Zu Fuß in 1-2h, optimal auch mit dem Fahrrad.

Winnebachseehütte (2362m)
www.winnebachseehuette.com

Gaislehnscharte:
Die Route wird von der Amberger zur Winnebachseehütte beschrieben, kann aber auch umgekehrt gegangen werden. Von beiden Seiten ist sie zum Großteil gut markiert.
Von der Amberger folgt man den Zubringer zunächst Richtung Gries. Gleich in dem kleinen Tal unterhalb der Hütte, am Talende in Richtung Gries, führt rechts ein sehr steiler Weg hoch in das Tal nördlich vom Schrankogel (Schrankar). Weiter oben ist der Weg besser gekennzeichnet, als am Anfang. Nachdem man das Kar erreicht hat, wandert man talein und gelangt in einen großen Kessel. Auf einer wilden Ebene gibt es eine Wegabzweigung mit Schild. Man hält sich links, die Gaislehnscharte kommt in Sicht. Die Markierungen verlieren sich hier im Geröll. Es ist von Vorteil, das Seitental links rum auszugehen. Der Weg führt schließlich von links nach rechts in die Scharte und ist teilweise versichert.
Von der Scharte aus könnte man den nicht mehr allzuweit entfernten Gaislehnkogel über dessen Nordostgrat mitnehmen. Es handelt sich hier um 2er- Blockkletterei.
Die Winnebach-Seite der Gaislehnscharte ist deutlich schwieriger als der Aufstieg von der anderen Seite. Hier wurde ein neuer Klettersteig an der im Abstiegssinn rechten Begrenzungsrippe einer Rinne eingerichtet (der alte Weg war gegenüber). Der Klettersteig ist nicht ohne und fordert volle Konzentration. Im Spätsommer 2016 endeten die Versicherungen quasi in der Luft, man hatte noch ein paar heikle Meter zum Gletscher zu überwinden.
Auf dem Bachfallferner angelangt, hält man sich immer rechts, Spalten muss man hier kaum noch fürchten. An der Gletscherzunge hat sich ein See gebildet, den man rechts umgeht. Jenseits der "Staumauer" steigt man in muldenreiches Gelände ab und gelangt auf gutem Weg zur erst auf den letzten Metern sichtbaren Winnebachseehütte.
Von der Hütte dann auf einfachen Weg hinab zurück nach Gries.

Gaislehnscharte
Links der Weg von der Amberger Hütte zur Gaislehnscharte.

Gaislehnscharte
Der Aufstieg von der Amberger-Seite zur Gaislehnscharte.

Charakter:
Eher einsame Unternehmung in wilder Hochgebirgslandschaft. Der Abstieg von der Gaislehnscharte zum Bachfallenferner ist ein mittelschwerer Klettersteig und erfordert einiges an Krafteinsatz. Der Gletscher selber ist unproblematisch, sollte aber speziell im Spätsommer nicht ohne Steigeisen betreten werden. Im Bereich der Scharte sind die Markierungen schwierig zu erkennen, gute Sicht ist obligatorisch.

Karte:
AV-Karte Nr. 31/1 "Stubaier Alpen, Hochstubai", 1:25000

Führer:
-

Link:
-

Openstreetmap: Schrankogel
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA)

Titel: Blockgletscher
Bergspezln: Betty

Gaislehnscharte Nach der Wilden Leck hatten wir uns zum "Auslaufen" tagsdarauf noch die Überschreitung der Gaislehnscharte zur Winnebachseehütte ausgeguckt. Die Route dürfte vergleichsweise eher wenig begangen werden und führt durch ein sehr schönes, unberührtes Hochtal. Wir trafen nur Murmeltiere. Einst gletschergefüllt, ist im Schrankar nur noch versteckt im hintersten Winkel der südliche Schrankarferner übrig geblieben.
Wenn man wie ich, beinahe ausschließlich im Winter in den Stubaiern unterwegs ist, wird man einige der klassischen Skitourengipfel entdecken, allerdings ungewohnt, völlig ohne Schnee. Von der Amberger Seite ist die Gaislehnscharte noch einigermaßen problemlos zu erreichen. Durch die Scharte bläst ein scharfer Wind hinab zum Bachfallenferner, der von oben noch richtig gigantisch aussieht, doch der Eindruck täuscht. Von der Scharte wäre auch der Gaislehnkogel zu erreichen, wir unternahmen aber keinen Versuch mehr, den noch mitzunehmen. Wäre ein wohl netter, aber wie üblich in der Gegend, auch "wackliger" Blockgrat geworden.
Um von der Scharte auf den Gletscher zu gelangen, wurde der verfallene alte Anstieg durch einen Klettersteig über eine Rippe ersetzt. Nicht ohne das Ding. Bei uns war am Ende auch der Schnee zum Gletscher schon weg, so dass wir noch ein paar heikle Meter zu bewältigen hatten, um schließlich auf das Eis zu gelangen. Auch der Bachfallenferner ist nur noch eine dünne Eisdecke über den darunterliegenden Fels, der überall auch schon durchkommt. Dennoch zieht sich das Eis noch ziemlich lange bis zu einem kleinen See an der Zunge. Und ja, der Gletscher "kalbt" auch noch in diesen See. Kein Vergleich mit Perito Moreno und Konsorten, aber immerhin, eindrucksvoll genug. Später lernte ich auch noch, wenn die Gletscher schließlich insgesamt wegschmelzen, bleibt schließlich eine schützende Gerölldecke übrig, unter der sich das Eis gut geschützt halten kann. Von diesen "Blockgletschern" scheint es in den Stubaiern auch aus prähistorischen Zeiten noch sehr viele zu geben. Das zum Trost für alle Gletscherfreunde, wenigstens ein bisschen Eis wird uns alle sehr lange überleben.
Bleibt noch zu erwähnen, die Winnebachseehütte hat eine sehr eindrucksvolle Lage gegenüber eines Wasserfalls. Als wir uns zum Talabstieg aufmachten kam plötzlich Schwung in die lokale Ziegenherde. Geradezu panisch stürmten die Tiere unter einen Felsüberhang. Was war passiert? Nun es fing leicht zu tröpfeln an und auch so eine Ziege will nicht naß werden. Der tierische Instinkt versagte jedoch in diesem Fall, der befürchtete Wolkenbruch blieb aus.

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Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl.
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