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Reiseberichte Sirdar.de

Skandinavien-Rallye 2008 www.sirdar.de

August 2008
Auto-Rundreise durch das südliche Skandinavien (Schweden und Norwegen)

Von Kiel aus ging es mit der Fähre nach Göteborg. Von dort drehten wir im Gegenuhrzeigersinn eine Runde zu den Highlights vor allem im südlichen Norwegen, nachdem wir in Schweden noch dem Glaskogen-Naturreservat einen Besuch abstatteten. Von Oslo brachte uns die Fähre schließlich wieder über Frederikshaven zurück in Richtung Heimat.

Allgemeine Informationen

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Tagestouren
Glaskogen
Geiranger-Fjord
Romsdalhorn
Glittertind
Besseggengrat
Fagerheim
Prekestolen
Kjerag
Norwegen

Allgemeine Informationen
www.stenaline.de
Fähren, z.B. von Kiel nach Oslo

Übernachtung Schweden / Norwegen:
Gut, die beiden Länder sind teuer, wobei sich Schweden inzwischen in preislicher Hinsicht kaum noch von Deutschland unterscheidet. Norwegen ist dagegen extrem teuer.
In beiden Ländern gibt es jede Menge Campingplätze und das Jedermannsrecht, welches es einem erlaubt in freier Wildbahn mit gewissen Einschränkungen eine Nacht im Zelt/Camper/Auto zu verbringen. Da das Wetter sehr wechselhaft ist, will man vielleicht nicht immer sein Zelt aufbauen. Eine günstige Alternative und in Norwegen noch mehr verbreitet als reine Campingplätze, ist die Gelegenheit, sich kleine Hütten zu mieten. Dies geht problemlos auch für eine Nacht und die Hütten sind meist gut mit Herd und Küche ausgestattet. Da gibt es jedoch große Unterschiede. Preislich bewegt sich so eine Nacht zwischen 300 und 500 NOK und die Hütten bieten Platz für in der Regel vier Personen.

Glaskogen-Naturreservat
www.glaskogen.se
Das Glaskogen-Naturreservat liegt in der Nähe von Arvika und ist zum Beispiel von dort aus zu erreichen. In den Park führen fast nur etwas abenteuerliche, nicht befestigte Wege. Zentraler Ort ist Lenungshammar, der beste Ausgangspunkt für Touren aller Art. Es hat einen Campingplatz, Stellplätze für Wohnmobile, sowie befestigte Unterkünfte (z.B. Hütten). Kanuverleih vor Ort, im Informationsbüro am Campingplatz gibt es eine Karte für das Naturreservat zu kaufen, in der alle möglichen Touren eingezeichnet sind.
Der Glaskogen ist eine leicht hügelige, vollkommen bewaldete Region. Es regnet viel, dementsprechend viel Seen und Sümpfe gibt es. Man kann gut Tageswanderungen unternehmen, im Wald in einfachen Unterständen pennen, oder mehrtägige Kanu-Unternehmungen angehen.
Glaskogen Wir wollten im Glaskogen mal das Kanu probieren. Jana gefiel die Sache aber überhaupt nicht, weswegen der Ausflug kurz wurde und Papa nochmal alleine loslegte.
Wasser hat es genug und das muss auch irgendwo herkommen. Regen dürfte also in diesem Landstrich eher eine alltägliche Erscheinung sein. Wir gingen trotzdem eine Tageswanderung an. Sehr schön durch Wald und Sümpfe, gewürzt mit überfluteten Wanderwegen. Nasse Schuhe waren da nicht zu vermeiden. Trotzdem oder gerade deswegen ein optimales Kinder-Abenteuerland.
Das Gerücht mit den vielen Mücken können wir nicht bestättigen. Eine viel schlimmere Plage sind die überall gegenwärtigen Wespen.
Glaskogen

Geiranger-Fjord
Der beeindruckende Geiranger-Fjord läßt sich natürlich am schönsten mit einer Wanderung hoch über Meer erleben. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten.
Wanderung:
Man bekommt ein übersichtliches Wanderblatt mit Tagesausflügen in der Touristeninformation in Geiranger. Eine davon führt am Südufer von den kleinen Nest Homlong (4km von Geiranger) zum Hof Skagefla hoch über dem Fjord. Unterwegs kommt man am Prekestolen des Geirangerfjords mit dementsprechender Aussicht vorbei. Hin und zurück sind es ca. 5 Stunden. Das Ganze läßt sich noch abenteuerlicher mit einer Bootsfahrt am Geirangerfjord kombinieren. Nähere Infos dazu gibt es in der Touri-Info.
Unterkunft:
In Geiranger gibt es einen Campingplatz. Vielfältiger ist das Angebot bei den Hütten. Konkurenz senkt die Preise, erstaunlicherweise mit die billigsten in Südnorwegen, so z.B. direkt in Homlong am Ausgangspunkt der Wanderung.
Geiranger Vom Prekestolen bietet sich ein überwältigender Blick auf den s-förmig geschwungenen Geirangerfjord. Der verlassene Hof Skagefla ist schwierig zu erreichen. Das Klima in den Fjorden ist milder als in Restnorwegen, weswegen sich die abgeschiedene Lage früher durchaus rentierte.
Geiranger Vom "Adlerweg" hat man einen schönen Blick auf die Wanderung. Der Hofe Skagefla ist noch hinter dem Prekestolen. Der Weg ist gut markiert.

Romsdalshorn (1550m)
Das Romsdal bietet ziemlich schroffe Kletterberge. U.a. steht hier auch die Trollwand, eine ziemlich schwierige und auch noch sehr hohe Wand. Der von Kletterern am meisten bestiegene Berg ist das Romsdalhorn. Die leichteste Route führt durch die Nordflanke und ist ein IIer.
Googleearth: Romsdalshorn Zugang:
Das Romsdalshorn ist als Tagestour von Andalsnes aus problemlos möglich. Man fährt ans Ende des Isfjorden, um dort von der Hauptstraße abzubiegen, am örtlichen Campingsplatz direkt vorbei, und wenig später ins Venjesdal (mautpflichtig). Man fährt durch das ursprüngliche Tal bis direkt unter das von hier eindrückliche Romsdalshorn. Nach einem ersten großen See findet sich, bevor das Tal einen Bogen nach Süden, direkt unter dem Begrenzungsgrat ein Parkplatz.
Von hier führt ein markierter Wanderweg in einer halben Stunde zum beliebten Aussichtspunkt namens Litlefjellet (780m). Man folgt nun den langgestreckten, teils felsigen Grat in Richtung Romsdalshorn. Die Kletterei beginnt dann erst am steilen Vorbau, der durch eine kleine Scharte vom Zugangsgrat getrennt ist. Bis hierher ist es ein leichter Wanderweg, die Aussicht ist von hier mit der vom Gipfel des Romsdalshorn vergleichbar. Vom Parkplatz sind es ca. 1.5h.

Route:
Gleich eine Warnung vorweg, der Normalanstieg durch die Nordflanke ist eine Kletterroute. Zwar "nur" im zweiten Schwierigkeitsgrad, aber durchgehend sehr steil und ausgesetzt.
Wenn man sich den Berg näher anschaut, fällt in der Nordflanke eigentlich nur eine Linie auf, die eine leichte Besteigung zulassen würde. Genau das ist die Route. Man überwindet zunächst den steilen, aber noch leicht begehbaren Vorbau und landet fast zwangsläufig am Beginn einer Rampe, die von links nach rechts oben zieht. Diese Rampe bis zum Ende in einer Nische hoch.
Die Nische wird links umgangen, um kurz darauf über Bänder nach rechts queren zu können. Von hier führt eine steile Rinne zu einem Sattel. Die Hauptschwierigkeiten liegen nun hinter einem. Das breite Gipfelplateau wird über den Nordgrat erreicht. D.h. vom Sattel eine weitere Rinne hoch und dann rechtshaltend auf den Grat. Ohne Seil benötigte ich ca.1h.
Abstieg auf demselben Weg.

Charakter:
Ich bin die Route solo gegangen, was aber speziell im Abstieg etwas gruselig war. Seilsicherung ist dem auf alle Fälle vorzuziehen. Fester Traumgranit mit großen Griffen. Abseilstände sind vorhanden, dazwischen auch sporadisch Normalhaken.

GPS:
Romsdalhorn: N 62.49126° E 7.78617°
Nordflanke Romsdalshorn Das Romsdalhorn ist ein echter Blickfänger, von jeder Seite. Da will man hoch. Problem dabei, der leichteste Weg ist auch schon ein IIer. Wetter war gut und so wagte ich es. Betty und Jana zwangsweise in der Kraxe begleiteten mich noch bis auf Litlefjellet, von wo man schon mal einen sagenhaften Blick auf die gegenüberliegende Trollwand hat. Ihres Zeichens die schwierigste Wand mindestens in Europa.
Routenbeschreibung hatte ich keine, ich wußte nur irgendwie durch die Nordflanke. (Okay, der Anfang klingt schon mal nach Heldenstory, also weiter so). Aber nur ein Weg konnte es sein, alles andere wäre eh zu schwierig gewesen. Hoch zu ging auch relativ schnell, bei den ersten Haken musste ich allerdings doch etwas überlegen, nun ja, aber wenn ich schon mal hier bin. Also weiter. Ein kleiner Überhang, sportlich für einen IIer, muss man schon sagen. Verdammt ausgesetzt und steil für einen IIer. Eine Rinne noch und der Berg wurde flacher, der Rest war dann auch nach meinem Empfinden ein IIer. Also leicht.
Oben hat es überraschenderweise ein großes Plateau, sogar mit Biwakhütte. Der Blick reichte von den Fjorden hinaus bis zum offenen Meer. Sagenhaft! Dahinter endlos einsame Gebirgslandschaft. Lange hielt mich die Aussicht trotzdem nicht oben, ich war etwas nervös wegen des Abstiegs. Und siehe da, im unteren steilen Teil hatte ich meine liebe Mühe, den richtigen Weg wieder zu finden. Erst beim zweiten Ansetzen fand ich das richtige Band zurück zum Überhang. Dann war das Spiel gewonnen.
Romsdalshorn

Glittertind (2465m)
Der Glittertind war (ist) der höchste Berg von Norwegen. Dann hat man beschlossen, die Eiskappe nicht mehr mit zu messen und seither gehört dieser Titel dem gegenüberliegenden Galdhopiggen. Dank Schmelze dürfte der Glittertind aber auch mit Eiskappe niedriger sein. Die Besteigung des Berges ist nicht schwierig. Im Folgenden ist eine Überschreitung von Spiterstulen zum Glitterheim beschreiben.
Googleearth: Glittertind Stützpunkte:
Spiterstulen: per Passstraße zu erreichen mit Parkplatz vor der Haustür. Ein waschechtes Berghotel mit dementsprechenden Preisen. Campen und die Facilities benutzen kann man allerdings auch. Kleiner Rabatt für DNT-Mitglieder.
Glitterheim: DNT-Hütte. Fahrradverleih. Liegt im Nationalpark. Parkplatz für die Hütte ist genau an der Grenze zum Nationalpark, von wo es noch 1.5h auf flachen Forstweg sind. Deswegen auch der Fahrradverleih im Pendelverkehr.

Route:
Beschrieben ist die Überschreitung von Spiterstulen nach Glitterheim, die in insgesamt ca. 7h zu bewältigen ist.
Von Spiterstulen folgt man der Fahrstraße ca. 1km talwärts. Rechts weist ein unscheinbares Schild zum Glitterheim, bzw. Glittertind. Steil ansteigend nach Norden querend kommt man schließlich aus dem Tal, in dem Spiterstulen liegt, heraus und wechselt nun in östliche Richtung. Vor einem liegt eine große Ebene und dahinter der große Kegel, das ist schon das Ziel. Der Weg ist also klar, vorausgesetzt die Sicht ist gut. Nach der Ebene und einer Flußüberquerung gelangt man in einen kleinen höhergelegenen Talkessel und am Ende wird der Weg steiler und gerölliger. Es geht über den mittleren Gratrücken nach oben. Die Richtung behält man bei, bis man schließlich die Gipfeleiskappe und den unscheinbaren Gipfel erreicht.
Der Weg zum Glitterheim ist anfangs etwas markanter, da es dem nun nach einer Seite scharfen Grat in Richtung Osten hinab geht. Im Süden ist ein kleiner See zu sehen, dessen Ostufer man grob ansteuert. Noch etwas weiter östlich liegt dann Glitterheim.

Charakter:
Die ganze Route ist mit den in Norwegen üblichen roten "T" und unzähligen, teils riesigen Steinmännern markiert. Bei guter Sicht ist die Besteigung kein Problem. Steigeisen oder Pickel dürfte es in der Regel für die letzten flachen Meter auf der Eiskappe nicht brauchen. Aber schlagts mich nicht, wenn es doch anders kommt ...

Karte:
DNT Turkart "Jotunheimen Aust", 1:50000; vor Ort erhältlich

GPS:
Spiterstulen: N 61.62551° E 8.40382° (1019m)
Glittertind: N 61.65134° E 8.55772° (2465m)
Gipfelgrat Der Plan, ich steige über den Glittertind nach Glitterheim, Betty fährt aussen rum und holt mich an der anderen Seite ab. Wetter war gut und so stiefelte ich los. Am Beginn der großen Ebene überholte mich ohne viel Aufhebens ein Trupp Rentiere. Tief hängende Wolken zogen über die weite Fläche vor mir, magisch!
Der Hügel vor mir stellte sich als Glittertind heraus, den ich mir deutlich markanter ausgemalt hatte. Nun ja, so wurde es zu einem einfachen Hatsch in Klasse-Landschaft. Den höchsten Punkt verschluckten gerade so die Wolken. So stand ich im Nebel auf den immer-wieder-mal höchsten Punkt Norwegens.
Beim Abstieg offenbarte sich dann doch noch die markante Seite des Berges, wie auf dem Bild nebenan zu sehen. Das erweckt nun den Schein eines anspruchsvollen Berges, aber eigentlich ist es nur eine flache Wanderung auf den höchsten Hügel. Aber wie gesagt, die Umgebung ...
Am Glitterheim freute ich mich über den Fahrradservice, der mir den Hatsch über die Forststraße zum Parkplatz ersparte. Genial. Und die Gegend erinnert im Osten dank Windschatten und Trockenheit an Tibet. Sehr schön.
Glitterheim

Besseggengrat (1743m)
Die norwegische Nationaltour. Henrik Ibsen schickte seinen Romanhelden Peer Gynt auf einem Rentier über den Grat. Seither muss jeder Norweger diese Tour mindestens einmal gemacht haben und es kann schon recht voll werden. Die Strecke ist landschaftlich extraklasse.
Googleearth: Besseggengrat Stützpunkte:
Dank Beliebtheit ist die Tour problemlos als Tagestour machbar. Es gibt einen optimal gelegenen Campingplatz in Maurvangen. Daneben die DNT-Hütte Gjendesheim am Schiffsableger, sowie die private Memurubu-Hütte an der Anlegestelle. Es sei vor dem unverschämt teuren Parkplatz (80 NOK im Jahr 2008) direkt am Gjende-See gewarnt.
In welche Richtung man den Grat geht, bleibt Geschmackssache. Die meisten machen es von Memurubu zurück nach Gjendesheim. Vorteil bei einer Tagestour hierbei, man hat die Schifffahrt am frühen Morgen und kann sich so den ganzen Tag Zeit lassen für den Rückmarsch. Die Schiffe über den Gjende-See fahren frühmorgens oder später Nachmittag.

Route:
Gibt es eigentlich nicht viel zu beschreiben, weil der Weg ist nicht zu verfehlen. Alternativen sind auf dem langgestreckten Grat eh kaum vorhanden. Durchgehende Markierung kommt zudem hinzu. Die Fotostrecke ist natürlich dort wo sich der Grat auf 10m verengt und die beiden Seen Gjende und Bessvatnet voneinander trennt. Wobei erster ein paar Stockwerke tiefer liegt. Höchster Punkt ist das Veslfjellet eine karge Hochebene. Der Weg ist breit ausgetreten, dennoch sollte man hier bei schlechter Sicht Vorsicht walten lassen. Danach geht es sehr steil runter zurück zum Gjendesheim.

Charakter:
Die ganze Route ist mit den in Norwegen üblichen roten "T" und unzähligen, teils riesigen Steinmännern markiert. Bei guter Sicht alles kein Problem. Die "Schlüsselstelle" ist der schmale, eigentliche Besseggengrat. Man sollte sich aber nicht abschrecken lassen, der Grat ist immer noch ziemlich breit und nicht ausgesetzt, man braucht nur kurz die Hände für ein paar Klettereien.

Karte:
DNT Turkart "Jotunheimen Aust", 1:50000; vor Ort erhältlich

GPS:
Campingplatz Mauervangen: N 61.48960° E 8.84361° (973m)
Veslfjellet: N 61.50565° E 8.75288° (1743m)

Fagerheim Fjellstue - Kraekkja-Hytta
Eine kleine Tagestour auf der Hardangervidda. Der Weg ist durchweg markiert und teilweise etwas morastig. Man wandert schön an einem See entlang von der Fagerheim Fjellstue zur Kraekkja-Hytta, der Hardangerjokulen immer im Blickfeld. Die Fagerheim Fjellstue liegt direkt an der Route 7 über die Hardangervidda. Hin und zurück benötigt man ca. 3-4h. Beide Hütten sind bewirtschaftet, so dass auch eine Übernachtung möglich wäre.

GPS:
Fagerheim: N 60.43633° E 7.78012° (1154m)
Fagerheim Die Hardangervidda ist vor allem als Revier für Mehrtageswanderungen bekannt. Gar nicht so einfach, da mal schnell ein lohnenden Kurztrip zu finden. Von der Fagerheim-Fjellstue kann man aber direkt von der Straße weg gemütlich zur Kraekkja-Hytta laufen und bekommt so dem Hochplateau etwas näher, als wenn man nur durchfahren würde. Highlight ist der in der Ferne glänzende riesige Plateau-Gletscher namens Hardangerjokulen.
Fagerheim

Prekestolen, Neverdalsfjellet (708m)
Die norwegische Paradetour am Lysefjord bei Stavanger. Muss man quasi gemacht haben. Sonst war man nicht in Norwegen.
Stützpunkte:
Optimal gelegen ist der Campingplatz "Prekestolen" an der Zufahrtsstraße zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Route:
Man wird sich kaum verlaufen können. Vom Ausgangspunkt an der Prekestolen-Hütte läuft man so ca. in zwei Stunden zu der berühmten Aussichtskanzel über dem Lysefjord. Der Wanderung bis dorthin ist schon mal wunderschön, der Blick vom Prekestolen auch.
Unbedingt empfehlen möchte ich, den höchsten Punkt (Neverdalsfjellet) westlich der Kanzel zu erklimmen. Das ganze ist weglos und beinhaltet kleine Klettereien. Der Blick über das Fjell zum offenen Meer, den der Küste vorgelagerten Inseln oder der Brücke über den Lysefjord ist sensationell.

Charakter:
Den Weg zum Prekestolen haben schon viele geschafft. Zuletzt geht es ausgesetzt über ein Band zur Kanzel, aber der Weg lohnt jede Mühe. Weiter zum Neverdalsfjellet sollten sich nur erfahrene Wanderer begeben.

GPS:
Campingplatz Prekestolen: N 58.99862° E 6.09283° (118m)
Neverdalsfjellet: N 58.98513° E 6.18419° (708m)
Die Kanzel Glaubt man den Prospekten, das Highlight in Südnorwegen, der Prekestolen über dem Lysefjord. Auf so berühmten Touren ist natürlich einiges an Leuten unterwegs, besonders wenn das Wetter sich von seiner besten Seite zeigt. Verlaufen ist also ein Ding der Unmöglichkeit, auch weil der Weg durch die liebliche Waldlandschaft mit Granitbouldern gut ausgebaut ist.
Das Highlight beginnt, nachdem man den Lysefjord erreicht hat. An die 700m steht man darüber und es geht steil in die Tiefe. Über ein Band gelangt man zu einem abgesetzten Felsturm, den Prekestolen. Hier fallen die Wände senkrecht zum Fjord ab. Ganz geheuer ist das nicht mehr und so schleiche ich mich auf dem Bauch zur Kante, um einen Blick in die Tiefe zu riskieren.
Für mich noch eindrucksvoller war die Wanderung hoch zum höchsten Punkt in der Nähe des Prekestolen, das Neverdalsfjellet. Hat man ca. in einer halben Stunde von der Kanzel aus erreicht, dennoch ist man hier dann ganz allein, was wohl daran liegt, dass es keinen offiziellen Weg hier hoch gibt. Belohnung ist ein Premium-Blick über den ganzen Lysefjord, der wie eine überdimensionale Badewanne von diesem Standpunkt aus wirkt. Zur anderen Seite reicht der Blick bis nach Stavanger und das offene Meer.
Neverdalsfjellet

Kjerag (1002m)
Das Foto hat jeder schon mal gesehen, ein Typ steht auf einem Stein, der ziemlich luftig eingeklemmt hoch über einen Fjord hängt. Okay, der Stein ist Norwegen. Soviel sei schon mal verraten ...
Es handelt sich dabei um den "Kjerag" und der Ausgangspunkt findet sich am Ende des Lysefjords, hoch über Lysebotn. Wer sich zwischen Prekestolen und Kjerag entscheiden muss, dem sei meiner Meinung nach der Kjerag empfohlen. Die Gegend ist bei schönem Wetter noch um einiges eindrucksvoller und die Felsen fallen noch schroffer zum Fjord ab. Am besten macht man natürlich beides.
Stützpunkte:
Lysebotn hat einen Campingplatz. Das Fjell oberhalb von Lysebotn ist aber auch ein wunderbarer Platz, um vom Jedermannsrecht Gebrauch zu machen.

Route:
Okay, verlaufen mal wieder unmöglich. Zumindest bei schönem Wetter. Wenn es Nebel hat, rentiert sich die Sache allerdings eh nicht. Bevor es in steilen Serpentinen nach Lysebotn runtergeht, klebt am Hang ein Aussichtsrestaurant. Dort beginnt der Weg zum Kjerag. Pro Richtung sind vom Parkplatz bis zum Felsen ca. 2h zu veranschlagen. Es geht zweimal hoch und wieder runter, bevor man schließlich ein Plateau erreicht hat und Richtung Felsen geht, der sich in einer Schlucht versteckt findet.
Speziell am Anfang ist der Weg mit Drahtseilen entschärft. Auf dem Plateau findet sich ein großer Steinmann mit Hinweisschildern. Eines zeigt zum "Nestind", ein Aussichtspunkt den man nicht verpassen sollte. Das ganze ist eine dem Prekestolen ähnliche Felskanzel, nur "höher, schneller, weiter ..." (s. Text unten). Geht man zuerst links zum Kjerag, gelangt man alsbald in die besagte Schlucht. Am Ende hängt der Stein, der ganz leicht von der Fjordseite her zu erklimmen ist.

Charakter:
Speziell am Anfang führt der Weg über steilen, glattgeschliffenen Granit. Nicht jedermanns Sache, aber mit Drahtseilen entschärft. Der Weg ist jedenfalls etwas anspruchsvoller als zum Prekestolen.

GPS:
Kjerag: N 59.03359° E 6.59340° (1002m)
Nestind: N 59.03619° E 6.59211° (974m)
Kjerag Die Straße nach Lysebotn ist schon der Wahnsinn. Zuerst das menschenleere und fantastische Fjell, bis sich mitten in der Landschaft ein Graben auftut, der Lysefjord. Der Straße fällt mehr oder weniger zum Fjord hinunter. Unzählige Serpentinen, teils in Tunnels.
Nächster Tag, bei ordentlich Wind machen wir uns auf in Richtung dieses Felsblocks, der da so abenteuerlich über dem Fjord hängt. Zunächst hat es einiges an auf und ab. Bevor man einen zu Granit erstarrten Gletscher erreicht, so schaut es zumindest aus. Wenige Meter in eine Schlucht hinein und man sieht schon die Leute posieren. Ist schon ein spektakuläre Szenerie. Der Kjerag hängt da eingekeilt zwischen den Schluchtwänden, darunter geht es lotrecht zum Fjord runter. Der Stein selber ist aber einfach zu erklimmen und ja, es darf gepost werden.
Wenige Meter weiter streckt der Nestind seine steinige Nase in die Luft zum Fjord hinaus. Die Granitwände ringsum sind das steilste was ich bisher gesehen habe. Ein Kilometer überhängende Granitfluchten direkt zum Fjord hinunter. Das ist dann langsam auch die Liga, wo mich der Höhenschwindel überfällt, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Nestind Zurück am Parkplatz hatte die Kühltasche die Batterie unseres Autos entleert. Ein sehr hilfreicher Norweger half uns wieder auf die Sprünge. Sonst hätten wir uns die Serpentinen nach Lyseboten wieder runterrollen lassen müssen ...
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