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Island
Feuer und Eis: Rund um Island www.sirdar.de

Island August 2012
Island 2012
Manchmal kommt es anders als man denkt. Die ursprünglich geplante Reise nach Marokko mussten wir canceln und so ging es im August nach Island. Erste Flugreise für unsere Kids und soweit lief alles ganz gut.
Muss man zu Island viel erzählen? Ist irgendwie nicht von dieser Welt, sprich dank vulkanischen Ursprungs eine sehr faszinierende Insel. Bevor wir eintrafen, wurde ein Rekordsommer in Island verbucht, wir erwischten dann die anschließende Kälteperiode mit Schneefall bereits im August. Aber richtig beschweren können wir uns nicht, es gab doch einiges an Sonne und nur zwei, drei total verregnete Tage.
Wir hatten ein geländegängiges Fahrzeug von der Fa. "Blue Car Rental" ausgeliehen. Die verleihen auch ältere Fahrzeuge, womit die Sache finanziell einigermaßen erträglich wird. Damit ging es rund um die Insel mit Abstechern ins Hochland. Das Hochland fand ich am beeindruckensten, sollte man bei einer Island-Reise nicht auslassen. Wir nächtigten v.a. im Zelt. Campingplätze gibt es genug, Jugendherbergen sind meistens ausgebucht, Hostels oder gar Hotels waren uns zu teuer. Aber am besten schaut ihr euch jetzt die Bilder an ...

Viele Bilder? Dann klick hier drauf ...


Island
Infos
Snækollur (1477m), Kerlingarfjöll
Brennisteinsalda (881m), Landmannalaugar
Suðurnámur (910m), Landmannalaugar
Hverfjall (450m), Mývatn
Kerling (1536m), Nýabæjarfjall

Island
Literatur
Besonders gut gefallen hat mir der Reiseführer aus dem Reise-Know-How Verlag. Etwas weniger ausführlich, aber auch gut (und v.a. mit Island-Karte) ist der Island-Führer von Dumont. Der Rother-Wanderführer ist unverzichtbar, auch wenn v.a. nur kurze Wanderungen beschrieben sind.

In Sachen Bergführer schaut es ein wenig schwieriger aus. Vor Ort gibt es jedoch überall ein super englischsprachiges Buch zu kaufen:
Ari Trausti Guðmundsson, "Summit - 100 Mountain Hikes in Iceland", Uppheimar 2012
Beschrieben sind Bergtouren auf ganz Island in allen Schwierigkeitsgraden.

Landkarten bekommt man auch überall, selbst in den entlegensten Orten. Teilweise gibt es in Hütten, Campingplätzen, usw. spezielle Karten für die nähere Umgebung zu erwerben.

Camping
Die wichtigste Frage zuerst, wo bekommt man Gaskartuschen? Die beeindruckenste Auswahl hatte der Stadt-Campingplatz in Reykjavik neben der Jugendherberge auf Lager. Und zwar alles umsonst. Da man Gaskartuschen nun mal nicht im Flieger transportieren darf, läßt man halt seine angebrochene Kartusche dort zurück, und bei der Rezeption liegen sie dann alle. Deshalb mein Tipp, vor der Rundreise sich am Campingplatz in Reykjavik mit Gaskartuschen eindecken.
Kostspieliger bekommt man die blauen Camping-Gaz-Kartuschen an jeder Tankstelle. Die anderen Fabrikate sind dann eher schwierig zu besorgen, am besten in Reykjavik.

Campingplätze gibt es rund um Island genügend. Im Hochland kann man auch bei den Berghütten zelten und gegen Gebühr die Einrichtungen mitnutzen. Generell sind die Campingplätze den klimatischen Verhältnissen entsprechend gut ausgestattet. Es gibt eigentlich immer einen mehr oder weniger komfortablen Unterstand mit Küche.

Auto
Am besten wäre ein allradgetriebener Camper. Der ist aber unbezahlbar. Mein Tipp, im Internet einen lokalen isländischen Vermieter ausfindig machen und dort ein älteres Modell mieten.
Wir wurden bei "Blue Car Rental" fündig. Die sitzen zwei Häuser weiter neben der Jugendherberge in Njarðvík und sind absolut zu empfehlen.


Tour 466 1477 m Snækollur (1477m), Loðmundur (1432m) Kerlingarfjöll Hochtour F-PD 16.08.12    

Der Snækollur ist die höchste Erhebung im Kerlingarfjöll. Eine Lage ziemlich nahe am geographischen Zentrum von Island mit den zwei Plateaugletschern Langjökull und Hofsjölull gleich um die Ecke garantiert schon mal allerfeinste Aussicht ... bei gutem Wetter. Sehr fotogen sind auch die heißen Quellen "Hveradala" gleich nebenan.

Kerlingarfjöll
Anfahrt und Basis
Über die F35, der "Kjalvegur", eine der zwei Hauptpisten quer durch das isländische Hochland. Die Kjölur ist für eine Piste gut ausgebaut, prinzipiell auch mit einem stabilen normalen Auto befahrbar, zu empfehlen ist jedoch ein Allrad und versicherungstechnisch sowieso Pflicht. Ein beschilderter Abzweig führt zur Berghütte mit Campingplatz "Asgarður". Die Hütte dürfte zur Saison immer gut ausgebucht sein, es gibt noch teurere Bungalows und den sehr idyllischen Campingplatz. In der Hütte wird eine kleine Wanderkarte für das Kerlingarfjöll verkauft.

Route
Man kann direkt vom Campingplatz losgehen, hat dann aber einen sehr langen Tag vor sich. Mit Allrad kann man die ruppige Piste oberhalb der Hütte in südlicher Richtung zu den Hveradala-Quellen hochfahren. Direkt unterhalb des Snækollur gabelt sich der Weg, rechts geht es zu den Quellen, links noch ein Stückchen weiter hoch zu einer (ehemaligen?) Skistation.
Direkt unterhalb des Snækollur läßt man das Auto stehen und steigt über loses Vulkangestein in Richtung des kleinen Gletschers in der Nordflanke hoch. Man könnte nun auf Wegspuren durch Überschreiten des westlich im Kamm liegenden Fannborg eisfrei den Gipfel erreichen. Oder kürzer, direkt über den nicht allzu steilen Gletscher (Steigeisen!) in eine Scharte zwischen Snækollur und Fannborg. Von dort sind es auf dem Gipfelkamm nur noch wenige Meter bis zum höchsten Punkt. 1-2h vom Auto.
Der eindrucksvollste Berg in der Gegend ist sicherlich der Loðmundur gleich östlich vom Snækollur, der wie ein Burgturm aussieht. Über die Südseite ist diese Bastion überraschend einfach zu besteigen. Vom Gipfel des Snækollur folgt man dazu den Gipfelkamm nach Osten über einige Erhebungen hinweg (Altschneefelder!) und steigt in die Scharte unter dem Loðmundur. Hier nun deutlich sichtbaren Steigspuren folgend, mühsam die Südflanke hoch bis zu einer Scharte im Südgrat unterhalb des Gipfelturms. Wenige Meter Klettern bis 2 im äußerst brüchigen Gestein. Bei mir war hier auch ein Fixseil, welches aber ebenso nur im losen Gestein befestigt war, Vorsicht! Nach dieser Klettereinlage steht man auf dem weitläufigen Gipfelplateau. Aussicht: Mindblowing! 1h vom Snækollur.
Vom Loðmundur auf gleichen Weg wieder absteigen. Für den Rückweg bieten sich 1001 Optionen an. Ich hab es über den Skessujökull probiert. Handelte mir dadurch jedoch einen äußerst mühsamen und potentiell auch gefährlichen Rückweg (Steinschlag) zum Snækollur ein. Weswegen ich diesen Weg nur bedingt empfehlen kann.

Loðmundur
Charakter
Island = vulkanisch. D.h. fester Fels ist hier eher die große Ausnahme. So auch im Kerlingarfjöll. Man bewegt sich im losen Vulkangestein und so man abseits der üblichen Routen unterwegs ist, besteht durchaus die Gefahr, eine Steinlawine loszutreten.
Der Gletscher in der Nordflanke am Snækollur ist harmlos. Ganz ohne Respekt sollte man ihn dennoch nicht begehen. Anzuraten sind auf alle Fälle Steigeisen.
Am Loðmundur kommt noch eine kurze Klettereinlage im 2. Grat hinzu. Äußerst brüchig und nur für Leute geeignet, die damit umgehen gehen. Bei mir war auch ein Fixseil vorhanden, aber einmal kurz angezogen und schon kamen mir ein paar Steine entgegen. Das Fixseil war dann auch nur nach der Methode "Toter Mann" im Geröll verankert.

Snækollur
Tourenbericht
Nach mittlerweile bewährter Familien-Urlaubsmethode schlich ich wieder sehr früh morgens aus dem Zelt, zu dem schon oberhalb von Hütte und Campingplatz deponierten Auto. Die steile, aber schon vom Vortag bekannte Piste brachte mich an den Fuß des Wunschziels, des Snækollur. Wetter hätte ich nicht besser erwischen können. Das gesamte Kerlingarfjöll fungierte dabei als eine Art Wetterscheide, dichter Bodennebel staute sich von Westen her an den Bergen, während im Osten keine Wolken weit und breit zu sehen waren.
So ging es also vom Auto weg los, zunächst über Geröll und dann schon bald auf den kleinen Gletscher in der Nordflanke des Snækollur. Immer mal wieder scheint es hier auch ein Skigebiet zu geben, wie ich aus alten Berichten entnehmen konnte, im Moment war davon jedenfalls nix zu sehen. Der Gletscher machte im oberen Teil einen spaltenfreien Eindruck, aber man weiß ja nie. Auf alle Fälle war ich über die mitgebrachten Steigeisen froh. Schon nach 400Hm steht man in einer Scharte und das klare Wetter bescherte mir eine wahrlich exklusive Aussicht. Kann man gar nicht beschreiben, die Wolkenschwaden im Westen, der riesige Hofsjökul im Norden, das scheinbar endlose isländische Hochland im Osten und die im Sonnenaufgang leuchtend bunten Berge gleich nebenan. Das isländische Hochland muss man sich dabei wie eine Art Pfannkuchen vorstellen, mit ein paar vereinzelten Höckern obendrauf. Also nicht so bergig, wie ich es mir vorgestellt hatte, sondern eher flach. Dazwischen immer wieder Vulkane, wie z.B. die Hekla.
Schon nach 1.5h vom Auto weg stand ich am Gipfel des Snækollur. Hier hat man auch einen guten Blick auf den Loðmundur, ein Berg wie ein Turm. Vom Tal sieht dieser ziemlich unbesteigbar aus, jetzt offenbarte er eine schwache Stelle in der Südflanke, wo auch schon viele Wegspuren zu einer Scharte im Südgrat führten. Also querte ich in einer halben Stunden immer über den Gipfelkamm da rüber, unterbrochen nur von steilen Schneefeldern.
Festen Fels sucht man hier vergebens. Die Brocken liegen so aufeinander, wie sie aus der Vulkanspalte ausgespuckt wurden. Sprich, im Geröll hochzusteigen ist schon sehr mühsam und auch nicht ganz ungefährlich, runter geht es dafür umso einfacher. So erreichte ich also die erwähnte Scharte, wo ein kleines Wandl den Weg zum Gipfelplateau verstellt. Hier hing bei mir auch ein Fixseil, einmal kurz geprüft und schon kamen mir von oben ganze Steinladungen entgegen. Also lieber ohne Fixseil hochklettern, wäre an sich nicht schwer, aber halt alles im enorm brüchigen Gelände. Der Verankerungspunkt für das Fixseil war dann schließlich nur im Geröll vergraben, daher also die vielen Steine. Der Gipfel des Loðmundur ist ziemlich weitläufig und bietet noch einmal ganz andere Einblicke in die Landschaft rundum. Sehr beeindruckend der Tiefblick auf ein völlig unberührtes Flußdelta.
Zurück zu wollte ich dann nicht unbedingt den gleichen Weg gehen und entschloss mich, den Snækollur im Osten zu umgehen. Schon der Weg dahin war im feinen Vulkangebrösel mehr als anstrengend. Erleichterung brachte da nur der oberste Teil eines Gletschers, bevor ich meinen Entschluss endgültig in der Flanke eines Vorgipfels zum Snækollur bereute. Überall kopfgroße Brocken, bei jedem Tritt meinte man, gleich eine Steinlawine loszutreten, so rumpelte es am ganzen Berg. Ich beeilte mich also schnellstmöglich wieder zum besser begehbaren Gipfelkamm zu gelangen.
Nach gut 5h war ich wieder am Zelt, rein bergtechnisch konnte die Islandreise schon mal nicht besser anfangen.

Kerlingarfjöll

Tour 467 881 m Brennisteinsalda Landmannalaugar Wandern L 17.08.12    

Landmannalaugar gehört irgendwie zum Island-Urlaub dazu. Die farbenprächtigen Vulkanhügel sind einfach zu fotogen. Dazu kämen auch noch heiße Quellen. Die sind aber stark frequentiert, von Mensch und Tier. Die optimalen Wassertemperaturen wirken sich dann leider auch förderlich auf das Gedeihen von Keimen aller Art aus. Zum Zeitpunkt, da wir dort waren, trieb gerade ein Entenparasit sein Unwesen, der diese im wahrsten Sinn zum Wahnsinn treibt. Was der Parasit im Menschen so alles anstellt, ist noch nicht ganz klar, also verzichteten wir lieber auf das Badevergnügen.
Also doch wandern. Ziele gibt es rundherum genug. Der bunteste Berg ist dabei der Brennisteinsalda.
Brennisteinsalda

Anfahrt und Basis
Nach Landmannalaugar kommt man am einfachsten über die F208 von Norden. Für nicht geländetaugliche Wagen ist das allerdings schon sehr grenzwertig. Alle anderen Wege sind dann echte Pisten mit vielen Furten usw.
Auch vor Landmannalaugar hat es zwei knietiefe Furten. Entweder läßt man sein Gefährt davor stehen und geht die 500m zum Campingareal oder man probiert die Furt. Da meist viel los ist, kann man ja erst mal den anderen beim Wassern zusehen.
Landmannalaugar ist sehr beliebt, auf der Hütte spontan einen Platz zu bekommen, dürfte aussichtslos sein. Rundherum kann man gegen Gebühr sein Zelt aufstellen. Es wird einiges an Touren angeboten (Reiten), einen kleinen Shop gibt es auch. Gute sanitäre Einrichtungen sind auch vorhanden.

Route
Man sollte auf den Brennisteinsalda hoch eine Runde gehen, die so ca. 2-3h dauert. Wie rum ist eigentlich egal. Nach Lust und Laune kann man auch noch mehr Berge in die Runde mit einbauen, wie z.B. den weiter unten erwähnten Suðurnámur oder den Bláhnúkur.
Vom Campground folgt man dem Weg zwischen Hütte und Pools das Lavafeld hoch. Welches überquert wird. Danach geht es westlich in eine Ebene und über Pfadspuren südlich auf den Brennisteinsalda. Der Berg ist der bunteste weit und breit, den kann man nicht übersehen. Etwas steil erreicht man den Gipfel. Zuerst südlich, dann östlich steigt man an Solfataren vorbei wieder zum Lavafeld ab und geht entlang eines Baches zum Campingplatz zurück.

Charakter
Einfache Tour, gut ausgeschildert.

Tourenbericht
Der Brennisteinsalda fällt sofort auf, sobald man Landmannalauga erreicht. Sieht aus, als ob jemand einen Farbtopf darüber ausgeschüttet hätte. Um unsere Tochter zu motivieren, auch diesen Hügel zu erklimmen, redeten wir uns den Mund fuselig. Immer neue Geschichten über Bergtrolle waren gefragt. Lustig mussten sie auch noch sein, puh ...
Von oben hat man einen Wahnsinnblick zurück Richtung Landmannalauga. Schön sieht man, wie die Lava-Massen einer Spalte entstiegen sind und sich im Tal breit machten. Wie ein Gletscher, nur ein schwarzer.

Landmannalaugar

Tour 468 910 m Suðurnámur Landmannalaugar Wandern L 17.08.12    

Blickt man von Landmannalaugar auf die Lavazunge taleinwärts, sieht man rechts oberhalb einen Höhenzug, den man komplett in erstaunlich kurzer Zeit überschreiten kann. Sollte das Wetter also allgemein recht garstig sein, man braucht nur rund 2h Regenpause. Wenn man sich beeilt, schafft man die Tour dann im Trockenen.

Anfahrt und Basis
Siehe oben beim Brennisteinsalda.

Route
Für den Suðurnámur muss man von Landmannalaugar auf der Straße wieder rund 500m talauswärts gehen (jenseits der Furt). Auf der linken Seite hat ein Bach ein kleines Tal ausgefräßt, dieses vermittelt den einfachsten Zustieg auf den Höhenzug über Landmannalaugar. Im Endeffekt folgt man dann einfach diesen Höhenzug (Markierungsstangen) von Ost nach West. Man könnte die Tour tagesfüllend ausbauen und immer neue Hügel überschreiten. Bei der kürzesten Variante steigt man bei einer Weggabelung schließlich wieder in das Tal mit der Lava-Zunge ab und gelangt über diese zurück nach Landmannalauga. 2-3h. Karte s.o. beim Brennisteinsalda.

Charakter
Einfache Tour, mit Markierungspfosten gekennzeichnet.

Tourenbericht
Nach dem Brennisteinsalda war abends das Wetter immer noch gut. Also machte ich mich nochmal allein auf die Socken, um den Höhenzug direkt über Landmannalaugar noch zu erklimmen. Ist man mal oben, geht es nur mit wenig auf und ab dahin, man kann die Tour also recht flott machen und natürlich endlos mit immer neuen Hügeln ausbauen.


Tour 469 450 m Hverfjall Mývatn Wandern L 24.08.12    

Der Hverfjall ist ein perfekt geformter Vulkankrater, der vom ganzen Mývatn (Mückensee) sofort ins Auge sticht. Der Vulkan bietet sich im Zusammenhang mit einer Besichtigung von Dimmuborgir an. In 1h ist man vom Besucherzentrum durch Dimmuborgir auf den Vulkan gestiegen.


Tour 470 1536 m Kerling Nýabæjarfjall Hochtour PD 27.08.12    

Der Kerling ist der höchste Berg in der Gegend um Akureyri, der zweitgrößten Stadt auf Island. Der Berg ist durchweg alpin und nur für erfahrene Bergsteiger im weglosen Gelände zu erreichen. Rund um den Berg gibt es einige kleinere Gletscher. Auf den Normalwegen können diese allerdings umgangen werden.

Anfahrt und Basis
Als Ortsunkundiger ist die Hauptvoraussetzung zur Besteigung dieses Bergs gute Sicht. Die ist auch sehr hilfreich um den Einstieg zur Tour zu finden, sowie auch eine Karte. Z.B. die "Atlaskort Nr 17, Nyjabaejarfjall".
Von Akureyri folgt man der Straße mit der Nr. 821 landeinwärts. Hinter Hrafnagil zweigt nach rechts die 824 ab. Dieser folgt man bis zu einem Weiler namens "Finnastaðir". Der Ort besteht quasi nur aus einem Bauernhof links der Straße. Rechts sieht man ein tiefeingeschnittenes Tal und rechts daneben ein markantes Horn (ein Vorgipfe des Kerling), zu dem ein Grat hochführt.
In Verlängerung dieses Grates findet sich bei einem Gatter eine kleine Parkbucht.

Route
Vom Gatter läuft man zunächst über Schafwiesen zum Beginn des markanten nach Südosten ausgerichteten Grates, der vom Vorgipfel des Kerlings ausgeht. Man gewinnt die ersten steilen Aufschwünge und gelangt auf einen kleinen Absatz. Man hält sich weiter links am Grat, der nach einem weiteren Steilstück nun flach wird. Weitere Aufschwünge, insbesondere eine Art Gratturm erfordern nun mehr Einsatz, leichte Kletterei ist gefragt. Für den Rückweg sollte man sich die Route einprägen.
Der Grat endet schließlich in einem Kessel, der im oberen Ende mit einem Gletscher gefüllt ist. Rechts darüber der Hauptgipfel. Von diesem zieht ein felsiger Grat nach Südosten. Unter diesem quert man nun zum Gletscher. Die logische Route wäre nun direkt über den Gletscher und einen steilen Abschlußhang aufzusteigen, um das ausgedehnte Gipfelplateau zu erreichen. Der Gletscher ist zwar klein, wartet aber mit vielen Spalten und einem beeindruckenden Bergschrund auf.
Man kann dem entgehen, in dem man gleich am Beginn des Gletscherbeckens eine Gratrippe (viel Schotter) nach rechts zum Grat aufsteigt und über diesen zum Gipfel klettert (max. 2). Am sehr brüchigen Grat ist Spürsinn für die richtige Route angesagt. Die ersten steileren Türme werden rechts umgangen, bevor man durch eine Rinne zurück auf die Gratschneide klettert. Der letzte Gratturm vorm Hauptgipfel muss über ein Band links umgangen werden. Der Hauptgipfel wird schließlich durch steile Kletterei in einer Rinne von links her gewonnen. 4-5h.
Für den Abstieg sind diverse Rundtouren denkbar. Am einfachsten aber zurück über den Aufstiegsweg.
Kerling Kerling


Charakter
Für diese Tour braucht es gutes Wetter und v.a. freie Sicht. Wie auf ganz Island ist auch hier das Gestein äußerst brüchig. Der Gletscher ist klein, aber trotzdem spaltenreich, insbesondere der Bergschrund könnte Probleme bereiten. Umgeht man den Gletscher am Grat ist gutes Gespür für die richtige Route erforderlich (ganz vereinzelt Wegspuren). Man muss im brüchigen und unter Umständen verschneiten Gelände sich sicher im 2. Grad fortbewegen können.

Tourenbericht
Kerling Großes Land, wenig Einwohner, viel Fläche und es war trotzdem schwierig einen Parkplatz für das Auto am Beginn des Aufstiegs zum Kerling zu finden. Nächstes Hindernis, alles eingezäunt, also über ein Gater klettern und Schafe verscheuchen. Die hatten im steileren Gelände dann auch jede Menge Pfade angelegt, sehr vorteilhaft für Kerling-Aspiranten. Dann ließ ich die isländische Fauna hinter mir und hatte nur noch mit dem allgegenwärtigen Vulkanschotter zu kämpfen.
Direkt unter dem Kerling hat es einen kleinen Gletscher der sich für einen direkten Aufstieg anbieten würde. Zu meiner Überraschung fanden sich doch sehr viele offene Spalten und der Bergschrund sah von der Ferne auch nicht gerade einfach aus. Was mich dann aber wirklich vom Gletscher runter trieb, war der ohrenbetäubende Knall, den ich mit jeden Schritt erzeugte. Durch den Regen hatte sich eine dünne Eisschicht auf dem Gletscher gebildet, die wohl enorm unter Spannung stand. Mit jedem Schritt lösten sich diese und es knallte. Psychisch war das auf die Dauer nicht auszuhalten, also suchte ich mir rechts am Felsgrat einen alternativen Weg. An sich ein genialer Weg, wenn der "Fels" nur nicht so brüchig wäre. Die letzten Meter ging es durch eine steile Rinne auf das große Gipfelplateau. Hier könnte man sich hervorragend verlaufen. Die Wolken blieben im Tal und ich stand darüber, eine sehr schöne Stimmung.
Für den Abstieg nahm ich den gleichen Weg, tja und im Tal hatte es den ganzen Tag geregnet.



Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl.
www.sirdar.de - Kommentar

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Name: Stephan
Datum: Saturday 2016-07-09 22:16:31
Betreff: Test
Nachricht:
Schön wars.
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