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Piz Medel - www.sirdar.de
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Piz Medel (3210m) Medelserhütte Adula Alpen Skihochtour, ZS Tour 818, am 02.05.2026 ✔

Eher unbekannte Zweitagestour mit Übernachtung im Winterraum der Medelserhütte

Fakten
Ausgangspunkt:Curaglia (1350m)
Hüttenaufstieg:1150Hm, 5h, 8.8km
Gipfeletappe:900Hm, 6h, 9.1km
Talabstieg:-550Hm, 2.5h, 5.6km
Lawinengefahr:Sowohl beim Talzustieg als auch auf der Gipfeletappe hoch
Hangrichtung:Überwiegend Nord
Besonderheit:Hangneigung Gipfel längere Passagen bis 35°, Gipfelgrat sehr ausgesetzt

GPS

Aufstieg zur Hütte

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20260501_PizMedel_Huette.gpx (Download GPX-Datei)

Gipfelanstieg

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20260502_PizMedel.gpx (Download GPX-Datei)

Talabstieg

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20260502_PizMedel_Tal.gpx (Download GPX-Datei)

Gesamt

Dynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)
20260501_PizMedel_Gesamt.gpx (Download GPX-Datei)

Ausgangspunkt

Curaglia (1350m)
In Curaglia kann man neben der Kirche in das Tal hochfahren, welches man zur Medelserhütte hochsteigt. Auf der letzten Kehre mit Hinweisschild zur Medelserhütte ein gebührenpflichtiger Parkplatz. Anmerkung, gegen Gebühr kann man das Tal noch weiterhochfahren, es gibt dann aber für Nichteinheimische keine Parkmöglichkeiten.
Navi: Curaglia, Via Schetga Nova

Stützpunkt

Medelshütte (2524m)
https://www.medelserhuette.ch

Auch im Winter bewartet. Außerhalb der Bewartungszeiten offener Winterraum. 10 Plätze, Holzofen, Decken und kleiner Getränkevorrat vorhanden. Der Winterraum muss auch online reserviert werden.

Zustieg
Sobald man im Tal ist, gibt es kein Vertun mehr. Immer das enge Tal hoch. Nach einer langen Passage auf breiteren Wirtschaftswegen hat es eine Steilstufe, welche über einen schmalen Weg im Hang rechts überwunden wird . Danach öffnet sich das Tal etwas und man erreicht eine idyllische Wiese (Alp Sura, 1982m). Hier kann man sich für den Gipfelanstieg auf den Piz Medel schon mal einen ersten Überblick verschaffen.
Nach der Ebene wird es wieder steiler, das Tal macht einen Linksbogen. Mit Skiern kann man im Talboden bleiben, der Sommerweg führt links oben im Tal entlang. Schließlich wird man die Medelserhütte hoch oben in der Fuorcla da Lavaz erspähen. Der Hang dort hinauf wird durch einen Felssporn in zwei Teile getrennt. Man wählt für den Hüttenaufstieg in Aufstiegsrichtung den linken. Der Hang ist mit 30-35° recht steil und südlich ausgerichtet.

Route

Der Übergang zu dem Tal mit den Überresten des Glatscher da Medel ist etwas kompliziert. In jedem Fall muss man von der HÜtte ein paar Meter abfahren. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Am einfachsten fährt man den Hüttenzustieg so ca. 150m ab und kann dann rechts einer Moräne den Aufstieg beginnen.
Von oben gesehen, kann man auch links des Felssporns in eine Rinne abfahren und dann bei günstiger Gelegenheit die schon erwähnte Moräne überqueren und man spart sich so evt. ein paar Höhenmeter. Der Sommerweg schließlich quert auf einer Felsterrasse links über Felssporn und Moräne, der dürfte aber im Winter die meiste Zeit zu gefährlich sein.
Nun die Rinne neben der Moräne hoch und schließlich leicht rechts weitere steile Durchschlupfe nutzen. Vor einer nächsten Steilstufe rentiert es sich, ziemlich weit nach links zu queren, da hier das Gelände etwas weniger steil wird und mit Skiern angenehmer im Aufstieg. Gerade hoch geht auch, aber das Gelände wird dann wiederum sehr steil.
Oberhalb der Steilstufen am Anfang des Gipfelaufstiegs erreicht man das Gletscherplateau. Das Gelände verflacht zusehends und weitet sich. Rechts oben kann man die Firnflanke unterhalb des Piz Medel erspähen. In einem weiten Bogen links ausholend kommt man in angenehmer Steigung dorthin. Steiler und direkter geht natürlich immer.
Die steile Gipfelflanke (Nordost-Hang, bis 40°) quert man ansteigend von links nach rechts zum Nordgrat. Am Grat dann Skidepot. Bei guten Bedingungen geht es mit Skiern am Grat noch etwas weiter hoch. Die letzten 50Hm sind dann über einen schmalen, felsigen Grat nur zu Fuß zu überwinden.

Vom Gipfel kann man, wenn die Bedingungen passen, direkt zum Gipfel wieder abfahren. Dann gibt es unzählige Varianten. Theoretisch ist es möglich zwischen Piz Medel und dem vorgelagerten Refugi da Camutschs links in ein Seitental zu queren, um dann direkt bis zur Alp Sura abzufahren. Hier hat es aber eine Steilstufe, deren Bedingungen man von unten nur schlecht einsehen kann.

Charakter

Sehr viele Steilstufen auf dem gesamten Weg bis 35°, deswegen nur bei sehr sicheren Bedingungen machbar oder im Frühjahr. Dann ist die Hütte nicht mehr bewartet und man muss lange Strecken die Skier tragen.
Der Gletscher ist recht harmlos, seilfreies Gehen sollte im Winter / Frühjahr eigentlich immer möglich sein (?). Die Gipfelflanke ist sehr steil und braucht zwingend gute Bedingungen. Für die letzten Meter am Grat sind Pickel und Steigeisen angenehm.

Karte

Digitale Karte www.openstreetmap.org

Landeskarte der Schweiz, Nr. 256 S "Disentis / Mustér"

Weitere Infos

www.tourentipp.com


Aller Mühen Lohn

Ja schon, ein hartes Stück Arbeit. Gilt zumindest für fast alle Beteiligten. Der Woife packt dann trotzdem neben den Seil noch eine Flasche Wein ein. Wohl dem, der solche Reserven hat. Und damit mein ich nicht den Wein. Wer ko, der ko.
Wie kommt man auf den Piz Medel? Da ist auch der Woife dran schuld. Hab aber nicht gefragt, wie er den Berg gefunden hat, weil nach dem muss man schon suchen. Genau so mag ich es, fern ab vom Mainstream. Eine für Mitteleuropa quasi menschenleere Ecke der Alpen. Das der Berg nun nach diesem Bericht mehr Besucher erhält, das wage ich zu bezweifeln. Weil beim Bergsteigen ist der Name und die Route auch immer wichtig. Mit dem Piz Medel wird man aber auf Instagram kein Held.
Irgendwo hinter Disentis liegt also das Dorf Curaglia. Von Schnee erstmal weit und breit keine Spur. Aber das war vorher klar, dass wir Skier tragen mussten. Wie weit, das war die Frage. Nach doch ein paar Kilometer das Tal hinein, erreicht man schließlich eine breite Wiese, die Alp Sura. Hier weiß man schon mal definitiv, man ist richtig. Eine idyllische Almwiese mit den Schneebergen, die sich dahinter aufbauen.
Dahinter geht es dann steil zur Medelserhütte hoch, die in einer Scharte liegt. Die letzten 150Hm hatten wir auch die Schneegrenze erreicht und die Skier kamen zum Einsatz. Der Winterraum der Hütte ist sehr schön und komfortabel, da hatten wir schon ganz andere Löcher erlebt. Viele waren wir dann auch nicht, zu siebt insgesamt. Es war warm und wir konnten bis zum Sonnenuntergang draußen sitzen. Woife's Wein kam zu seinen Ehren.
Am nächsten Morgen muss man dann für den Gipfelaufstieg erstmal ein paar Meter abfahren. Der Schnee war bockhart gefroren. Für Betty war dann klar, dass es diesen Tag nix wird und so wurde es eine reine Männerrunde, die sich gen Gipfel auf den Weg machte. Die ersten Meter sind schon recht steil. Bei einer zweiten Steilstufe musste ich die Skier abschnallen und hatte für ein paar Höhenmeter ein Nordwanderlebnis mit Hochstapfen. Flo hatte derweil einen wesentlich besseren Weg weiter rechts gefunden. Das wäre auch für mich günstiger gewesen, weil so lange es im gleichen Rythmus dahingeht, ist meine Kondition eigentlich wieder ziemlich robust, aber wehe, es kommt zu intervallartigen Belastungen. Da schwinden die Reserven zusehends, wie der Wein in der Abendsonne, um beim Thema zu bleiben. Nach dieser Steilstufe war ich also konditionell am Ende und musste mich die restlichen 400Hm doch ziemlich hochkämpfen.
Wer sich also den Track zur Route anschaut, wird meine Abfahrtsspur leicht erkennen. Die Bögen sind etwas weit geraten. Jetzt wisst ihr warum, zu engeren Schwüngen hatte der Stephan keine Kraft mehr. Leider brachte das auch mit sich, dass ich die sagenhaft schöne Umgebung, den anspruchsvollen Aufstieg und die Schweizer Bergwelt nicht mehr so richtig würdigen konnte. Endlich lag da auch mal der Tödi vor mir, in voller Pracht. Bisher dachte ich, den Berg gibt es nur mit Wolkenglocke.
Die letzten Meter zum Piz Medel sind durchaus anspruchsvoll über einen ausgesetzten Grat. Links und rechts geht es ordentlich hinab, am Gipfel hat man nicht wirklich Platz zum Hinsetzen. Oben war der Schnee noch etwas schwer, bald hatte es jedoch besten Firn, den wir bei der Abfahrt bis zum letzten Meter auszunutzen versuchten, bevor der Rückmarsch ins Tal mit Skier auf dem Rücken und vielen Murmeltieren anstand. Für das Tal kann man auch eine Einfahrbewilligung per App klarmachen. Dank Betty konnten wir diese Karte nun ziehen und wurden so etwas oberhalb vom Ausgangspunkt tags zuvor aufgelesen.

Stephan unterwegs Betty, Woife und Flo am 01./02.05.2026



Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl



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