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Die Azoren liegen so ziemlich abseits von allen, irgendwo mittig im Atlantik mit ganz viel Wasser rundherum. Politisch gehören die Inseln zu
Portugal. Insgesamt gibt es neun größere Inseln, 1369 km westlich vom europäischen Festland und 1930 km östlich von Kanada (Neufundland).
Damit nicht genug, zwischen der westlichen (São Miguel) und der östlichen Gruppe (Flores) hat es nochmal 600km. Mittig liegen die Insel der
Zentralgruppe mit Pico.
Wir verbrachten unseren Pfingsturlaub auf den Inseln. Zwischen den Gruppen kommt man nur mit kleinen Fliegern hin und her. So waren wir
diesen Urlaub viel in der Luft (ja, der Klimaschutz, ich weiß, wenn man Reisen will, bleibt das ein Dilemma. Mir fehlt noch die Lösung ...).
Wir starten auf São Miguel, vulkanisch noch sehr aktiv mit vielen Thermalquellen. Weiter ging es ganz nach Westen auf Flores, die grünste der
an sich schon sehr grünen Inseln und das Paradies. Schließlich schauten wir unseren noch Pico in der Zentralgruppe an. Hier steht der Vulkan
Pico, mit 2351m der höchste Berg von Portugal.
Man sieht schon, ganz viel Wasser um den Inseln. Unser Reiseplan: Flug von München - Lissabon - Ponta Delgada auf São Miguel. Flug Ponta Delgada - Flores, mit Tagesausflug nach Corvo. Flug von Flores nach Faial, mit der Fähre nach Pico. Schließlich Flug von Pico nach Ponta Delgada und über Frankfurt wieder heim.
Allgemeine Infos
Unterwegs auf den Inseln
Internationale Flüge gibt es v.a. nach Ponta Delgada auf São Miguel (Westgruppe) oder Lajes auf Terceira (Zentralgruppe). Zwischen den Gruppen
gibt es keine Schiffsverbindungen, hier ist man auf Inselflüge angewiesen. Nur in der Zentralgruppe verkehren Fähren zwischen den Inseln, hier
sind die Abstände nicht so groß.
Auf den Inseln braucht man einen Mietwagen, sonst kommt man nur schlecht zu den Ausgangspunkten für Touren, usw.
Unterkunft
Es hat doch einige Campingplätze. Ansonsten gibt es v.a. Hotels und Ferienwohnungen, bzw. -häuser. Das Angebot ist aufgrund der Insellage
natürlich begrenzt. Die großen Hotelburgen gibt es mangels Sandstränden zum Glück (noch) nicht. Damit ist auch dem Massentourismus Einhalt
geboten, die Anzahl der Touristen bleibt allein durch die Anzahl der Übernachtungsmöglichkeiten begrenzt. Hoffentlich bleibt das so.
Juli und August ist Hauptsaison, man muss weit im Voraus buchen, aber auch sonst sollte man sich nicht allzu lange Zeit lassen und vorab buchen.
Klima
Ganzjährig wohl um die 20°C. Ich kann jetzt nur von den zwei Wochen berichten, die wir da waren. Ja es kann richtige Regentage haben, wo es ohne
Ende schüttet. Aber die Inseln sind alle sehr bergig, man prüfe also morgens wo der Wind herkommt und begebe sich dann auf die windabgewandte
Seite der Insel und schon hat man wieder Sonne. Die Wolken stauen sich auf der anderen Seite.
Damit zum nächsten Problem, der ständige Nebel in den Hochlagen. Das kann für den Wanderer frustrierend sein, weil man dann wirklich gar nix
mehr sieht. Da kann man nur auf Glück hoffen, oder muss seine Reise etwas flexibel gestalten. Auf Flores bekamen wir gesagt, wenn es keinen
Nebel in den Hochlagen hat, nix wie rauf und die Gelegenheit nutzen!
Ein Taxifahrer auf Flores meinte auch noch, die beste Zeite wäre im September und Oktober, dann wäre das Wetter etwas stabiler und es hat nicht
so viel Nebel.
Bücher
Roman Martin, Rother Wanderführer "Azoren", 7. Auflage 2024
Das ist sowieso mein Standard-Tipp für alle Weltregionen, für die es diese handlichen Führer gibt.
Susanne Lipps, Dumont Reise-Taschenbuch "Azoren", 3. Auflage 2025
Fand ich jetzt etwas enttäuschend, etwas dünn und damit zwangsweise sehr oberflächlich. Aber den ein oder anderen Tipp findet man schon in dem
Buch.
Wandertouren
São Miguel
Gebietsübersicht São Miguel- Lagoa das Furnas: Fumarolen, heiße Quellen und der "Wasserfallpark" Grená
- Pico da Cruz: Der höchste Punkt der Caldeira das Sete Cidades im Westen von São Miguel
- Nascentes de Santo António: Auf alten Fischerpfaden an der Steilküste entlang
- Ribeira da Salga: Steilküste und Wasserfälle mit Badegumpen
Flores und Corvo
Gebietsübersicht Flores und Corvo- Serão Alto, Caldeirão: In und auf den Vulkankegel der kleinen Insel Corvo
- Lagoas, Fajã Grande, Ribeira do Ferreiro: Paradetour auf Flores, Hochland, Küste und Wasserfälle
Pico
Gebietsübersicht Pico- Montanha do Pico (2351m): Der höchste Berg von Portugal
Diashow
São Miguel
- Quintao Do Norde, Capelas
- Lagoa das Furnas
- Pico da Cruz, Caldeira das Sete Cidades
- Ponta da Ferraria
- Nascentes de Santo António
- Teeplantage Chá Gorreana
- Ribeira da Salga
Flores und Corvo
- Anreise und Santa Cruz das Flores
- Tagesausflug nach Corvo
- Corvo: Serão Alto, Caldeirão
- Rückfahrt von Corvo
- Rundfahrt Südküste Flores
- Lagoas, Fajã Grande, Ribeira do Ferreiro
- Inselrundfahrt Flores
Pico
Quintao Do Norde, Capelas
Jedenfalls hat mir der Kater eine dauerhaft Tätowierung verpasst, seine Gebissweite kann ich fast ein Jahr später immer noch am Handrücken ausmessen.
Lagoa das Furnas
Da São Miguel rundherum mit Steilküsten zum Meer abfällt, ist es gar nicht so einfach, ans Wasser zu kommen. Deswegen kann man beim Aufenthalt auf der Insel schnell vergessen, dass man sich eigentlich auf einer Insel befindet.
Pico da Cruz, Caldeira das Sete Cidades
Der Anfang des Weges ist identisch mit dem zur Boca do Inferno. Das ist der Aussichtspunkt auf São Miguel, von dem Bilder quasi in jeder Azoren-Beschreibung auftauchen. Aufgrund der Vegetation der schönste Part der Wandertour an diesem regnerischen Tag.
Ponta da Ferraria
Hier kann man baden, bei Ebbe kann es recht warm werden, jede Welle drückt aber das kalte Atlantikwasser herein. So wird der Badeausflug dann doch zu einer Kneippkur. Es sind Seile gespannt, deren Zweck war mir erst nicht ganz klar. Als dann nach einer Welle das Wasser wieder abfloß, war es offensichtlich, der starke Sog kann einen durchaus ins Meer mitziehen.
Nascentes de Santo António
Teeplantage Chá Gorreana
Man kann bei der Teeherstellung zuschauen und das Ergebnis verkosten. Die Teeblätter original vom Strauch schmecken und riechen dabei erstmal nach gar nix.
Ribeira da Salga
Weiter geht es nach Flores und Corvo.
Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl
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