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Hütte am Albigna-Stausee mit hochalpinen Kletterbergen
| Fakten | |
|---|---|
| Ausgangspunkt: | Pranzaira, Seilbahn (1200m) |
| Höhenmeter: | 1200 Hm |
| Zeit / Strecke: | 3h |
| Markierung: | Ausreichend |
| Anforderung: | Sehr steil |
| Besonderheit: | Traumhaft schöne Granitberge |
GPS
Dynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)20260228_GeisenbrunnAndechs.gpx (Download GPX-Datei)
Ausgangspunkt
Pranzaira, Seilbahn (1200m)
Stützpunkt
Capanna da l'Albigna CAS (2336m)
Wegschreibung
Die Hütte liegt auf 2340m etwas oberhalb des Albigna-Stausees. Zu erreichen ist die Hütte von Planzaira, das liegt zwischen Maloja und Chiavenna. Von hier führt eine Seilbahn zur Staumauer hoch, ab da noch eine Stunde zu Fuß. Geht man von der Talstation der Seilbahn etwa 200 m die Straße nach Maloja zurück, so ist die Staumauer rechts auch über einen anstrengenden Wanderweg in 3h zu erreichen.
Charakter
Steiler Hüttenzustieg.
Weitere Infos
Plaisir Sud - Jürg von Känel (Edition Filidor 1998)
Erkundungstour im Bergell
Die Albigna-Hütte ist renoviert und an sich ganz schön, jedoch auch für Schweizer Verhältnisse sehr teuer. Zudem ist an dem Wirt ein Schwabe
verloren gegangen, da die Essensrationen doch arg klein geraten waren. Schmalhans war hier Küchenmeister.
Eigentlich sollte es ja der Piz Badile über die berühmte Nordkante sein, aber das Wetter spielte
nicht mit. Jedenfalls war es nicht so sicher, wie wir uns das gewünscht hätten. Im Nachhinein
gesehen war das auch besser so. Die ewig lange Granitkante hätten ich und Betty zu dem Zeitpunkt
niemals an einem Tag geschafft und es wäre wohl auf ein Notbiwak hinausgelaufen. Aber irgendwann
kommen wir zurück!
Also mußte ein Ausweichziel her, aber mit potentiellen Kletterzielen ist das Bergell ja reich
gesegnet und so mußten wir nicht lange suchen, irgendwas bei der Albigna-Hütte sollte es sein. Da
hinauf würde zwar auch eine Seilbahn führen, aber wir zogen es vor dann doch zu Fuß zu gehen, was sich
als sehr mühsam erwies. Es war schwül und der Weg ziemlich steil. So war ich durchgeschwitzt wie noch
nie, als wir endlich nach drei Stunden am Stausee ankamen, der etwas unterhalb der Albigna-Hütte
liegt. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die umgebende Bergwelt und lohnende Kletterziele
überall. Zum Beispiel auf den Spazzacaldeira mit dem Fiamma-Zinken, dem Wahrzeichen des Bergells.
Wir entschieden uns abends auf der Hütte für die Punta d'Albigna (2844m) über die Meuli-Route. Die Hütte ist zwar
renoviert, aber verdammt teuer. Pro Person mit Abendessen so ca. 80 DM. Wenn dann wenigstens die
Portionen ausreichend gewesen wären. Spätestens als der Wirt fragte ob Nachschlag gewünscht wäre und
ein einhelliges "Ja" aus allen Kehlen ertönte, hätte es ihm dämmern sollen. Aber der Nachschlag
erwies sich dann auch nur als Tropfen auf den heißen Stein. Witzig war ein Schweizer, dem abends seine
Schalenschuhe förmlich zu Staub zerfielen. Aber die Schuhe waren auch schon 15 Jahre alt.
Morgens mußten wir leider feststellen, daß es regnete und somit nichts aus dem Bergabenteuer wurde.
Wir entschieden uns dafür abzusteigen und Richtung Wallis zu fahren, wo wir uns später sowieso mit
dem Rest der "Finsteraarhorn-Crew" treffen wollten, um da was zu machen. Für den Abstieg genehmigten
wir uns dann doch die Seilbahn. Die ist eigentlich mehr als Versorgungsbahn für die Staumauer gedacht,
aber es gibt oben ein Telefon an der Seilbahn, wo man dem Bodenpersonal Bescheid sagen kann.
Kaum am Auto angelangt suchten wir uns als nächstes Ziel das Gletschhorn am Furkapaß aus. Dazwischen
lag eine sehr schöne Fahrt über einige Pässe durch Italien und die Schweiz.
Stephan unterwegs mit Betty am 19.08.2001
Punta d'Albigna NW-Wand (Moderne Zeiten 5; Meuli 4)
Beschreibung Meuli-Route (4):
- 2 SL über Platte gerade aufwärts, feingriffig
- seichte Rinnen auf leichtere geneigte Platten
- S-förmig geschwungene Verschneidung
- Stand am Anfang einer Platte unter braunen Überhängen
- Platte 40m diagonal nach links hoch queren zu Stand auf einer Kanzel
- 6-7m Rampe nach rechts ansteigend in einem steilen Riss
- 2 SL gerade hinauf auf ein horizontales Grätchen
- schluchartiger Kamin auf Grat
- weiterer Weg am Grat entlang bis zur Gipfelwand, dort am linken Rand empor
- Angabe ohne Gewähr!
- wegen Abstieg erkundige man sich auf der Albigna-Hütte, evtl. sind Steigeisen notwendig
Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl
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