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Anspruchsvoller Weg am Fluß entlang in den Nationalpark Val Grande
| Fakten | |
|---|---|
| Ausgangspunkt: | Cicogna (740m) |
| Höhenmeter: | 800 Hm |
| Zeit / Strecke: | 6h, 11.7km |
| Markierung: | Nicht wie beschrieben als Rundweg markiert, Wege aber immer gut erkennbar |
| Anforderung: | 2025 waren Passagen am Fluß stark verfallen und anspruchsvoll |
| Besonderheit: | Großartige Natur und geschichtsträchtige Wege |
Ausgangspunkt
Cicogna (740m)Anfahrt erfolgt auf sehr enger Straße und ist schon mal ein kleines Abenteuer. Man sollte sich die Ausweichmöglichkeiten merken, wenn jemand entgegen kommt, muss man unter Umständen sehr weit rückwärts fahren.
In Cicogna hat es nur sehr wenig Parkplätze. Links neben der Bar führt ein Forstweg zum Helikopterlandplatz. Diesen Weg kommt man auch runter, hier gibt es entlang des Weges einige Stellmöglichkeiten. Man könnte bei der Anfahrt auch unterhalb von Bignuno parken (Ort, bevor man den Fluß überquert), das rendiert sich aber nicht wirklich.
Einkehr
Kleine Bar in Cicogna.
Wegschreibung
Von Cicogna führt der Weg P00 etwas oberhalb der Anfahrtsstraße das Tal hinab. Dazu in Cicogna links der Kirche dem Weg zum Helikopterlandeplatz kurz folgen. Der P00 kreuzt an der Steilstufe mit Serpentinen die Zufahrtsstraße. Es geht aber immer nur kurz entlang der Straße und dann gleich direkt auf dem Fußweg weiter. Schließlich wird der Rio Val Grande auf einer schmalen Brücke überquert.Nun führt rechts ein Weg direkt in Flußnähe entlang. Dieser Weg ist jedoch etwas baufällig und unter Umständen gesperrt. Dann muss man auf der Straße bis Bignuno und hier eine Etage oberhalb in das Tal mit dem Rio Val Grande laufen.
Der Weg direkt am Fluß ist zunächst gut ausgebaut und gesichert, der Steig ist nicht allzu breit und dient als Zugang für ein Kraftwerk etwas oberhalb im Flußlauf. Dahinter wird der Steig dann abenteuerlich, schmal und steil weit oberhalb des Flußes geht es in der Schluchtwand taleinwärts. Die meisten Passagen sind durchwegs mit Ketten gesichert. An sehr steilen Stellen sind die ehemals vorhanden Holzbohlen schon sehr verrottet und durch Stahlkonstruktionen ersetzt (2025 noch viel provisorisch). Schon recht weit oben hat in einem seitlich Bachgraben ein Felssturz den ursprünglichen Weg unkenntlich gemacht. Hier darf man nicht absteigen, sondern muss den Bach überqueren und jenseits zu dem dann wieder gut erkennbaren Pfad im Geröll hochklettern.
Wenig später trifft man auf die erwähnte Variante von Bignuno, der Weg ist nun wieder hergerichtet. Es folgt die Ponte Velina, der Rio Valgrande wird überquert. Jenseits geht es steil hoch. Man läuft durch zwei Ruinendörfer. Für den Rest des Weges läuft man prinzipiell wieder nach Cicogna zurück. Muss dabei aber einige Bachläufe queren. Das ist immer mit Gegenanstiegen verbunden, sowie vielen gesicherten Passagen. Sprich der Weg bis Cicogna zieht sich. Man gelangt schließlich beim Helikopterlandeplatz auf den erwähnten Fahrweg von Cicogna.
Charakter
In der beschriebenen Variante, große Abschnitte klettersteigähnlich. Absperrungen beachten, da in Steilwänden angebrachte Holzwege evtl. nicht mehr begehbar sind (Stand 2025). Da weiter hinter im Tal ein Klettersteig eingerichtet wurde, ist absehbar, dass auch die Wegabschnitte im vorderen Bereich saniert werden.
Weitere Infos
Rother-Wanderführer "Lago Maggiore", 7. Auflage 2022
In die Wildnis
Das Val Grande gilt als das größte Wildnisgebiet im Alpenraum und seit 1992 ein Nationalpark. So menschenleer wie heute war es nicht immer, erst 1969 wurde die letzte Alm
aufgegeben. Im zweiten Weltkrieg operierten von hier aus italienische Partisanen gegen Mussolini und die Wehrmacht, das unzugängliche Gebiet bot beste Verstecke.
Schon die Fahrt vom Laggo Maggiore nach Cicogna ist ein Abenteuer für sich. Wenn auf der Straße an ungünstiger Stelle jemand entgegen kommt, dürfte man ziemlich beschäftigt sein,
die Wagen wieder zu "entflechten". Auch in Cicogna gibt es nicht viel Platz, von daher sollte man eher früh dran sein, um einen guten Stellplatz zu erwischen. Der Ort ist
übrigens von einigen wenigen noch immer bewohnt. Früher lebten hier bis zu 700 Menschen. Hauptnahrungsquelle waren die Esskastanien und tatsächlich die ganzen
Hänge ringsum sind bis hoch hinauf mit den Kastanienbäumen bewachsen. Hunger musste man wohl im Tal nicht leiden, auch wenn das Sammeln der Kastanien aufgrund der steilen Hänge
mühsam gewesen sein musste.
Als Eintritt in das Val Grande dient der gleichnamige Fluß. Zu dem muss man von Cicogna erstmal absteigen. Danach wird die Wanderung spektakulär. Aus der Richtung war der Weg
direkt am Fluß nicht gesperrt und so folgten wir diesen spektakulären Steig durch die teilweisen senkrechten Schluchtwände. Bis zu einem Damm war der Weg noch gut ausgebaut.
Danach wurde es immer verwegener. Eine Kette zur Sicherung war zwar durchgehend da, aber die in den Felswänden angebrachten Bohlen waren schon
etwas verrottet. Teilweise hatte man den Weg bereits mit Seilbrücken geflickt.
So geht das sehr abenteuerlich bis kurz vor der Ponte Velina. Aus der anderen Richtung steht dann auch ein Verbotsschild für den von uns begangen Weg. Nun gut. Die Ponte Velina
ist eine Steinbrücke und überspannt die Schlucht in luftiger Höhe. Hier so mitten im Nirgendwo würde man so eine Brücke eher nicht erwarten. Hier beginnt auch der Selvaggio Verde,
ein Klettersteig noch weiter das Tal hoch. Muss ich mal machen.
Ab der Brücke geht es auch steil aufwärts, bis zu zwei der verlassen Almen. Hier stehen nur noch Ruinen, wobei sich in einem Haus wohl ein Einsiedler niedergelassen hat. Sehr
weit weg von allen. Danach meint man eigentlich schon am Ziel zu sein, aber es wird noch mal mühsam, man muss einge seitliche Bachtäler ausqueren, immer mit viel Gegenanstiegen.
Durchaus spannend, aber halt mühsam. Dazwischen hat es auch immer Klettersteig-Einlagen. Schließlich haben wir es doch geschafft und
kamen wieder in Cicogna an. Das Café hatte offen, welch ein Glück, Getränke mussten her.
Stephan unterwegs mit Betty, Jana und Fabi am 03.09.2025
Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl
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