Auf der Autobahn Richtung Kufstein, bei Oberaudorf Richtung Walchsee und Kössen, weiter nach Griesenau. Schließlich auf einer Mautstraße bis zur Griesener Alm (ca. 2h)
Zustieg:
Steinerne Rinne:
Vom Parkplatz bei der Griesener Alm zunächst in Richtung Stripsenjochhaus. Auf der kleinen Ebene unter der
Hütte verlässt man den Hauptweg und steigt links an den Fuss des Nordgrates der Fleischbank. Dort führt ein
leichter Klettersteig in die Steinerne Rinne zum Elmauer Tor hoch.
Zustieg:
Kurz unter dem Elmauer Tor kann man nach links zu einer Geröllterrasse unterhalb der Predigtstuhl-
Scharte aufsteigen. Nun fast waagrecht oberhalb eines Felsabbruch auf einem Steig (Steinmann) nach
Norden, über eine kleine Scharte und man steht oberhalb des Botzongkessels. In diesen hinein und
an einem der Pfeiler sieht man den ersten Ringbohrhaken. Vom Tal bis hierher ca. 2.5h.
Route:
Eine kleine Anmerkung zur Schwierigkeit. Die Schlüsselstelle ist mit 5 angegeben. Uns kam sie deutlich
schwieriger vor, zwar waren wir nicht in bester Form, aber die Herbst-Teufel (6-) im Oberreintal war da eher
leichter.
1. SL (30m, 4): Schwierig zu finden. Der Haken am Einstieg ist rechts der eigentlichen Route
angebracht. Man steigt in die erste Rinne links (!) davon ein. Bevor sich diese zu einem Kamin verengt, muss
man links um die Kante herum. Tut man dies auf der richtigen Höhe, erreicht man einen Bohrhaken. Und wenige
Meter darüber den unbequemen Stand. Wenn man in
der Einstiegsrinne einen geschlagenen Ringhaken einklinkt, ist man bereits 2m zu hoch. Ganz oben im falschen
Kamin (ein sehr populärer Verhauer -> Haken) haben wir nun eine famose Abseilsstelle hinterlassen.
2. SL (20m, 4): Man folgt einem Riss mehr linkshaltend. Stand im plattigen Gelände. Weiter nach links verführt
ein weiterer populärer Verhauer mit Normalhaken.
3. SL (40m, 5-): Die richtige Route nach rechts weist zunächst keine Haken auf. Man klettert zu einem Schartl
auf einem Felsturm. Rechts um die Kante herum (Bohrkaken) und luftig in einen Kamin queren. Zwischenstand wäre
im Kamingrund, der ist aber schwierig bis unmöglich zu erreichen, also weiter sehr steil am linken Rand des
Kamins nach oben, bis zum Stand in einer kleinen Nische.
4. SL (35m, 5): Hammerseillänge. Der geschwungene Riss über einem ist es. Überhängend und abdrängend. Viele
alte Haken, ein Bohrhaken. Danach etwas leichter nach links ausweichen und gerade hoch zum Stand in einer großen
Nische.
5. SL (40m, 3): Gut gestuftes Gelände links, hinab in einen Minikessel und jenseitig einen Kamin hoch zum Stand.
6. SL (50m, 2): Linkshaltend zum Grat aussteigen.
Charakter:
Spartanisch mit Bohrhaken gesichert. Viele Rostgurken. Klemmkeile und Friends gehören an den Gürtel, fester
Fels. Wie gesagt, der härteste "5er", der mir bis dahin untergekommen war.
Zustieg:
Nach der ersten Steilstufe am Eggersteig, kommt man an einer Gedenktafel vorbei. Die Nordkante ist dabei
erwähnt. Gleich links davon startet der Originaleinstieg durch eine Rinne. Ca. 1h von der Griesener Alm.
Weiter oben findet sich ein alternativer Zustieg (saniert, weniger Steinschlag). Dazu auf dem Eggersteig noch
den nächsten Steilaufschwung überwinden, links führen dann mehrere Schichtbänder in Richtung Nordkante
Predigtstuhl hoch, in der ersten einfach aussehenden Rampe-Rinne-Kombination führt die Alternative zum Originaleinstieg hoch.
Charakter:
Standhaken meist vorhanden, sonst gute Möglichkeiten an Felsköpfen. Originaleinstieg ist bei unvorsichtigen,
vorauskletternden Seilschaften steinschlaggefährdet. Die Routenführung ist durchweg alpin, Orientierung ist
nicht ganz einfach. Viel leichtes Gelände. Etliche Normalhaken vorhanden, zusätzliche Sicherungen können mit
Schlingen, Keilen und Friends einfach angebracht werden. Noch immer sehr beliebte Route.
Abstieg:
Zwei Möglichkeiten:
- durch den Botzong-Kamin: im tiefsten Einschnitt zwischen Nord- und Hauptgipfel gehts nach
Westen runter (Abseilstellen alle 20m) in den Botzong-Kessel, wo man nach Norden über eine
kleine Scharte wieder hinauskommt.
- über die Südwand in die Predigtstuhlscharte: den Grat vom Hauptgipfel nach Süden bis zum
äußersten Ende verfolgen. Erster Abseilstand etwas versteckt hinter einem Block. Nun 10 Meter
schräg links abseilen. Danach noch mal 10m gerade über eine Rinne hinweg (nicht durch die Rinne!).
Danach 2x20m die steile Südwand zur Scharte hinab. Im Abstiegssinn nach Westen auf die linke
Seite und immer linkshaltend abklettern bis zur bekannten Geröllterrasse.
Hütten:
Stripsenjochhaus (1577 m)
Karte:
AV-Karte Nr. 8, "Kaisergebirge" 1:25000
Führer:
Pit Schubert "Kaisergebirge extrem", Alpenvereinsführer, Bergverlag Rother 12. Auflage 2000
Markus Stadler "Wilder Kaiser - Band 1", Panico Alpinverlag, 2. Auflage 2005
Link:
-
Westkante 10.09.08 Titel: Search and ... keuch Bergspezln: Jens
8 Seillängen laut Topo, das müßte doch schnell erledigt sein. Ein schöner Halbtagesausflug. Nix da.
Der Einstieg war noch sehr einfach zu finden, aber dann. Mir stand dieses Mal die erste Seillänge zu und prompt folgte
ich wohl einem sehr populären Verhauer, wie die Anzahl der geschlagenen Normalhaken andeutete. Nur Bohrhaken fehlten und das
war auch der einzige Unterschied zum Topo. Zwei annähernd gleiche Rinnen nebeneinander, wie sich später herausstellte. Ganz
oben in der falschen Rinne landet man in einem Kessel und hier haben wir nun einen famosen Abseilstand hinterlassen. Ich bin
sicher, uns werden noch viele folgen. Wo es lang geht, sahen wir dann beim Abseilen, ein Bohrhaken glänzte eine Rippe weiter
links, von unten leider nicht zu sehen.
Also neuer Versuch, die falsche Rinne nur bis dahin, wo sie sich zum Kamin verengt und dann links. Damn! Schon wieder zwei Meter
zu hoch, also nochmal kurz runter und dann endlich, die richtige Route ist gefunden. Nach dem zweiten Stand muss man erneut
aufpassen, links sind die Haken und es sieht leichter aus, aber genau das ist der falsche Weg. Wir fielen dieses Mal nicht
darauf herein und folgten der hakenlosen Platte nach rechts. Es geht um eine Kante herum und da geht es erstmal luftig in
einen Kamin. Laut Topo Zwischenstand im Kamingrund. Das geht nicht, dachte ich mir ob des überhängenden Geländes und hatte
nun die Ehre zwei harte 5er Seillängen hintereinander vorsteigen zu dürfen. Keuchend kam ich am Stand an.
Kondition war an diesem Tag nicht eine unserer Stärken und Jens lies mir auch bei der Schlüsselseillänge den Vortritt. Ein
geschwungener Riss, überhängend. Das soll ein glatter 5er sein? Ich glaub es einfach nicht. Irgendwie mogelten wir uns über
die Seillänge hinweg und dann war der Weg zum Gipfel frei und auch nicht mehr weit.
Nordkante 21.07.13 Titel: Auf die Plätze, fertig, los. Bergspezln: Frank
Endlich mal wieder Kaiser. Endlich mal wieder in der Steinernen Rinne. Ringsum feinstes Klettergelände. Etwas ganz
Klassisches war heute unser Ziel, die Nordkante zum Predigtstuhl. Am Einstieg stellten wir schon mal fest, mit dem Vorhaben
waren wir nicht allein.
Die Seilschaft vor uns durften wir dann freundlicherweise gleich überholen und hatten damit für den Rest des Tages immer freie
Bahn. Weiter oben kamen dann noch Leute vom Alternativ-Einstieg hinzu, womit wir auch aufgeklärt wurden, wir sind die
Original-Einstiegslängen gegangen. Da kletterten richtige Lokal-Heroen vor uns, aber die alten Herren waren so schnell, dass
wir sie gerade immer noch um die Ecke entschwinden sahen. Die Routenfindung war damit aber schon mal um einiges leichter.
Der Weg sucht sich nämlich ganz klassisch und so wie es mir am liebsten ist, die einfachste Route durch die Wand. Links und
rechts davon ist es schwieriger, bei modernen Routen ist es ja eher umgekehrt, was die Route nicht unbedingt besser macht,
wie ich finde. Im Falle der Nordkante beinhaltet die logische Linie auch viel Gehgelände, hier ist mehr der Bergsteiger als der
Kletterer gefragt. Dort wo man richtig zupacken muss, ist der Fels solide, kompakt und schön zu klettern. Okay, beißt sich
zwar mit meiner These ein paar Zeilen zuvor, aber es hätten ruhig auch ein paar mehr echte Kletterseillängen sein können.
Dann ist da auch noch das Oppelband. Das hat ja durchaus seinen Ruf. Es handelt sich dabei um ein Kriechband sehr hoch über
der Steinernen Rinne. Wenn man es kriechend bewältigt, baumelt dabei eine Körperhälfte immer über den Abgrund. Das Ganze würde
sich wohl auch prima als Absprungbrett für Basejumper eignen. Platz nach unten ist jedenfalls genug. Als Mutprobe könnte man aber auch
versuchen, einfach am äußersten Rand des Bandes rüber zu spazieren oder zu hangeln. Ersteres wollte ich probieren, bin dann
aber doch auf die Lösung "kriechen" zurückgekommen. Beim Blick zurück habe ich noch einen Tritt erspäht, mit dem das
Balancieren gelingen könnte. Der Nordgipfel war damit aber schon mal erobert.
Zum Hauptgipfel sah der Weg auch ganz nett aus. Bis zur Botzong-Scharte ist der Weg auch überraschend einfach. Danach muss
man kurz zupacken, um einen Kamin links umgehen zu können und darüber wieder reinzukommen. Das war für diesen Tag die
schwerste Seillänge und die mitgeführten Friends waren auch nicht umsonst dabei.
Wir seilten dann zur Predigtstuhl-Scharte ab. Die zweite Abseilseillänge ist dabei schon tückisch, da man quasi im rechten
Winkel über eine Rinne hinweg abseilen muss, sprich man klettert eher aus der Rinne um eine Kante herum wieder raus. Das ist
alles andere als offensichtlich.
Von unten hatten wir Gelegenheit, all die anderen tollen Routen von der Steinernen Rinne aus zu begutachten. Nach der Tour ist
vor der Tour und so konnte ich auch meine absolute Traumroute mal wieder begutachten, die Dülfer in der Ostwand der
Fleischbank. Die muss doch auch irgendwann mal klappen, oder? Bitte melden ... (Anmerkung 2016: Yes, die Ostwand hat geklappt! Ich mach sie aber
auch gerne noch ein zweites Mal ... ;-)
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