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Ladakh - Zanskar / 2026 - www.sirdar.de


Manali / Keylong - Reisebericht Ladakh / Zanskar 2026

Manali liegt schon mitten im Himalaya, links und rechts des engen Tals geht es steil hoch zu 5000ern mit Gletschern. Bestimmt ein tolles Wandergelände. Wobei unten im Tal dschungelartige Wälder dominieren.
Der Ort ist für indische Touristen ein begehrtes Urlaubsziel. Dementsprechend wurde das ganze Tal mit Hotels zugebaut, allerdings meist im ansprechenden Stil. Die alten Ortskerne existieren aber auch noch. Zur Saison verbringen die Besucher hier ihre ganze Ferien, für uns war es nur eine Stadion auf der Durchreise, um uns zu akklimatisieren.

08.08.2026: Manali (1949m) - Schlafende Hunde

Die Fahrt mit dem Bus war okay, richtig schlafen konnte man aber nicht. Im Laufe der Nacht wurde der anfangs volle Bus immer leerer, so konnte man sich auf den Sitzen für eine bessere Liegeposition ausbreiten. Nach vier Stunden Fahrt gab es die erste Pause, um sechs Uhr morgens dann die zweite zum Frühstück. Gestoppt wurde an modernen Karawansereien. Rastplätze für Busse, wo man sich gut verpflegen konnte und Toilette ist ja auch nicht ganz unwichtig ab und zu.
Wir fuhren das Kullu-Tal hoch. Morgens stiegen die Nebel über den Fluß im Tal auf. Entlang der Straße ist der Fluß jedoch ziemlich verbaut, alle ebenen Plätze wurden genutzt. Daneben steigen steile bewaldete Hänge zu Höhen hoch, die sich im Nebel verborgen hielten. Auch ziemlich weit oben erspäte man Häuser, den Almen daheim in den Alpen wohl nicht unähnlich.

Frühmorgens kamen wir in Manali auf ca. 2000m. Ringsherum erheben sich aber bereits die 5000er mit Gletscher. Für westliche Touristen ist Manali ja meist eher ein Durchgangsort, Inder verbringen hier ihren ganzen Urlaub. Dementsprechend viele Hotels gibt es. Per Taxi ließen wir uns zu den schon vorab gebuchten Hotel etwas außerhalb von Old Manali bringen, den "Celebriti By London Vista Hotels".
Ehemals war Manali ein Hippie-Ort, davon ist aber nicht mehr soviel übrig. Man sieht bereits viele tibetisch aussehende Leute.

Im ganzen Tal sieht man wirklich sehr viel Hotels. Zur Hauptsaison ist in Manali wohl einiges los. Jetzt zu Monsunzeiten im August ist alles leer und ich glaube unser Hotelbesitzer hat auch nur wegen uns aufgemacht, wobei später sahen wir auch noch andere Gäste.
Die Orte hier in Indien haben immer so einen morbiden Charme. Es finden sich auch wirklich schöne Häuser, aber das meiste sieht immer so halbfertig oder nach Ruine aus. Wir gingen durch Old Manali hoch zum Manu Tempel. Natürlich gibt es in solch touristischen Orten im Himalaya eine "German Bakery". Was das genau sein soll, das wird sehr frei interpretiert, aber schon die Aussicht auf einen Bäcker lässt die deutsche Seele jubeln. Daneben hat es sehr viele alternative Klamottenläden.

Der Manu-Tempel ist einer der unzähligen indischen Gottheiten gewidmet. An sich nix besonders. Auffällig ist die große Anzahl streunender Hunde. Das sollte in Zanskar und Ladakh nicht anders werden. Vom Tempel runter folgte uns einer ziemlich lange. Später habe ich gelesen, die Hunde wollen die Touristen "guiden". Ich glaube eher, die Hunde nutzen uns Touris, um gefahrlos das Revier wechseln zu können. Mit Einheimischen geht das nicht, weil diese die Tiere sofort rabiat verscheuchen. Aber zu Menschen sind die Streuner eigentlich friedlich, untereinander kann es aber fetzen. An sich möchte man alle streicheln, speziell die Welpen, aber wer weiß, was man sich da alles einfängt.
Also liebe Leser, falls ihr nach Indien wollt, eine Tollwut-Impfung rentiert sich. Die streunenden Hunde sahen alle recht wohlgenährt aus, wie das fragten wir uns? Dieses Rätsel konnten wir ganz am Ende der Reise noch lösen. Nur soviel sei jetzt schon verraten, es hat mit uns Touristen zu tun.

Manali liegt am Zusammenfluß zweier größer Flüsse. Wir wanderten vom Tempel hinunter in das Haupttal. Da kann man nach Bezahlen des Eintritts in einen kleinen Naturpark. Der ist an sich ganz schön angelegt und wir konnten schon mal zu den Bergen hochschauen, die wir dann auf den Weg Richtung Keylong überqueren würden.


09.08.2026: Manali (1949m) - Tempeltour

Heute liefen wir etwas in Manali rum. Wobei der Ort insgesamt sehr groß ist, mehrere Siedlungen sind zu einer zusammengewachsen, die sich über viele Höhenmeter erstreckt. Man könnte hier tatsächlich loswandern, um auf einen 5000er zu gehen. Wenn man denn akklimatisiert wäre.
Für uns ging es zunächst zum Hadimba Tempel, ein weiteres hinduistisches Heiligtum. Das versteckt sich in einem kleinen Wald und ist komplett aus Holz errichtet. Aber interessanter ist eher das Ganze drumherum mit vielen Pilgern und Ausflüglern. Es war Sonntag, der ist auch in Indien für die meisten frei.

Vom Tempel wanderten wir weiter am oberen Ende von Manali und entdeckten das "Urban Monk"-Café am Waldrand. Betty bestellte eine Lemon Soda, die dann auffällig penetrant nach Ei schmeckte. Für uns war das eher ungenießbar. Jana fand aber heraus, dass es in Indien durchaus üblich ist, die Lemon Soda mit einem nach Ei schmeckenden Gewürz namens "Kala Namak" zu verfeinern. In der veganen Küche dient es auch als Ei-Ersatz. Die Lemon Soda düngte letztendlich den Rasen.
Der Rest von uns hatte Orangensaft bestellt. Das dauerte recht lange. Schließlich sahen wir von unten zwei Jungs mit Einkaufstüten und Tetrapaks darin hochtraben. Alles klar. Indien wie ich es kenne, einfach nein sagen, gibts nicht, das geht nicht.

Direkt hinter dem Café führte entlang eines Baches ein Weg hoch zu einem weiteren Tempel. Der ist auf der OSM-Karte mit "Mandir" bezeichnet, wobei ich nun gelesen habe, dass das einfach nur die Bezeichnung für Tempel in Sanskrit ist. Der Weg hoch war jedenfalls ordentlich steil und führte durch einen dschungelartigen Wald. Es war auch wieder schwülwarm und der Schweiß floß in Strömen.
Direkt am Tempel waren sehr viele Inder zugegen, ein kleines Fest war im Gange. In der Quelle neben dem Tempel wurde gebadet. Wir wagten uns bei so vielen Leuten aber nicht in die Menge und traten den Rückweg an. Wieder wurden wir von Hunden begleitet.

Weiter unten kamen wir durch einen Teil von Manali mit noch sehr alten Häusern. Sehr schön und alle hatten eine oder zwei Kühe auf dem Hof stehen. Zwischen den Häusern flossen viele kleine Bäche vom Berg herab, die öffentliche Wasserversorgung. Leider alles sehr vermüllt. Da wird schnell klar, warum man in Indien eher nicht das Wasser direkt aus den Leitungen benützen sollte.

In Manali Mall fanden wir einen buddhistischen Tempel. Aber was heißt fanden, er liegt doch recht zentral und ist ziemlich groß. Eindeutig tibetischer Buddhismus, es hing auch ein Foto vom Dalai Lama unter Buddha. Die Exil-Tibeter-Gemeinde in Manali scheint recht groß zu sein.

Als nächsten Programmpunkt wollten wir genügend Geld für die nächsten an einen ATM abheben. Wir würden die nächsten Tage eher in sehr abgelegenen Gegenden unterwegs sein und rechneten nicht damit, dort an Bargeld zu kommen. Völlig unnötig, wie sich herausstellte, immer wieder wären Geldautomaten in Reichweite gewesen. Bargeld ist übrigens in Zanskar und Ladakh noch Trumpf, Kartenzahlung ist nur selten möglich. In Indien wird auch gerne ein digitales Bezahlsystem benutzt (UPI), als Ausländer die entsprechenden Apps einzurichten ist aber kompliziert. Pro Abhebevorgang kann man am ATM maximal 10000 Rupien abheben, was 2026 ca. 100 Euro waren. Wir hatten aber viele Kredit-Karten dabei und mit der gleichen kann man auch öfters hintereinander Geld abheben.
In Manali-Mall fanden wir auch ein tibetisches Café, natürlich mit dem Zusatz "German Bakery". Mit deutschen Backkünsten hat das freilich wie schon erwähnt nicht viel zu tun, aber die "Borzen" fühlte sich schon sehr "heimelig" an und alles war sehr lecker.


10.08.2026: Keylong (3100m) - Los geht's

Zwischen Manali und Keylong lag früher der Rohtang-Pass, inzwischen gibt es einen Tunnel und man ist in 2-3h in Keylong. Für uns ging also die große Fahrt in Richtung Zanskar und Ladakh jenseits des Himalayas los.
Von Keylong hatte ich nicht allzu viele Erwartungen. Aktuelle Reiseführer für die Gegend waren 2026 nicht zu bekommen und in denen die wir hatten, wurde Keylong in ein und bis zwei Sätzen abgehandelt. Eine Zwischenstation halt auf den Weg nach Leh. Weit gefehlt.
Keylong ist im Nachhinein eines meiner Highlights der Reise. Ein schmuckes, schon ziemlich tibetisch anmutendes Dörfchen in den Bergen. Man könnte es hier so richtig krachen lassen, rundherum Wandern an 4000ern und 5000ern, Hochtouren mit Gletchern auf 6000er. Alles da. Nur die Akklimatisierung halt noch nicht, wir beschränkten uns auf Ausflüge im Tal, um uns eben auf etwas über 3000m an die Höhe anzupassen, bevor es noch höher gehen sollte.

Ab jetzt sind wir also als Pauschaltouristen unterwegs, den Rest der Tour hatten wir uns vorab organisieren lassen. Ein in den indischen Himalaya ausgewanderter Holländer hatte uns eine mit Highlights gespickte Tour zusammengestellt. Transportmittel sollte ein Auto mit Fahrer sein.
Punkt neun Uhr stand dann auch Nawang mit Toyota-Combi vor der Tür. Er kommt aus der Gegend von Padum in Zanskar, ein echter Local also. Los ging es in Richtung Rohtang-Pass. Wobei man nicht mehr zum Pass hoch muss, es gibt inzwischen einen Tunnel.
Der ganze Weg hoch bis zum Tunnel ist quasi ein einziges Straßendorf. Über den Fluß wurde unzählige sog. Zip-Lines gespannt, gegen Gebühr könnte man sich einhängen und am Drahtseil über den Fluß flutschen. Fragt sich nur, ob man den Konstruktionen so vertrauen kann? Keine Ahnung, sah jedenfalls alles etwas provisorisch eingerichtet aus und so einen Drahtseil will man dann sein Leben eher ungern anvertrauen.
Einen Skilift sahen wir auch. Bis hoch zum Tunneleingang hat es viel Wald und es sieht aus wie daheim in den Alpen. Einmal durch den Tunnel und man ist Tibet nicht nur landschaftlich ein gutes Stück näher. Soll heißen, es wird trocken und karger, aber auch bunter.

Wir fuhren an den ersten 6000ern mit Gletschern vorbei. Auch hat es am Wegesrand unzählige Teestuben, Shops, Restaurants und Hotels. Nach nicht mal 2h waren wir auch schon in Keylong auf so ca. 3100m.

In Keylong waren wir im Hotel 'Tashi Delek' untergebracht. 'Tashi Delek' ist dabei eine tibetische Begrüßungsformel, da fühlten wir uns gleich von der ersten Sekunde an wohl. Die Straßen in Keylong sind sehr eng und ursprünglich nicht für Autos angelegt. Nawang musste sein ganzes Können beweisen und das unter den kritischen Blicken seiner Fahrer-Kollegen. Er bestand die Prüfung souverän.
Wir sind dann noch durch Keylong gelaufen. In einer halben Stunde ist man durch, aber es ist ein sehr schönes tibetisches Dorf. Wir hatten wie gesagt ganz was anderes erwartet und waren sehr positiv überrascht. Obwohl klein, bekommt man in der Markstraße doch so ziemlich alles. Ja, es gäbe auch Geldautomaten. Wir hätten also nicht, wie schon geschildert in Manali alles Geld für den Rest der Reise abheben müssen.
Jana erstand eine wohl ziemlich weitgereiste Ananas, die wir dann auf dem Balkon des Hotels mit besten Himalaya-View und -Feeling genossen.

Hoch über Keylong finden sich auf beiden Seiten Klöster, die allein schon wegen der Aussicht einen Besuch lohnen. Nachmittags ging es für uns mit dem Auto hoch zum ersten, dem Shashur-KLoster auf 3450m. Wieder eindeutig tibetisch-buddhistisch. Auch die aus Nepal und Tibet wohlbekannten Chörten hat es, alles mit perfekten Blick auf die Bergketten der anderen Talseite.


Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl



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