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Hinterbärenbad - Ellmauer Halt - Gaudeamushütte - www.sirdar.de

Kaiserdurchquerung von West nach Ost von Kufstein - St. Johann in Tirol

Wer diese Tour noch etwas ausbauen will, der schaue sich die Überschreitung der Hackenköpfe an: Tour 437

Diese Tour ist Teil eines größeres Projekts:
Übersicht "Fortgesetzt durch die Alpen"
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Ellmauer Halt, Überschreitung (2342m) Kaiserdurchquerung II Kaisergebirge Klettersteig, C Tour 825, am 11.07.2026 ✔

Die Überschreitung der Ellmauer Halt vom Anton-Karg-Haus über den Kaiserschützensteig und hinab über den Gamsängersteig zur Gruttenhütte. Der Klammlweg bringt einen zur Gaudeamushütte.

Fakten
Ausgangspunkt:Anton-Karg-Haus (829m)
Höhenmeter:1470Hm
Zeit / Strecke:12h, 11.2km
Markierung:Überall gut
Anforderung:Klettersteig bis C, Klettern bis I
Besonderheit:Lange Tour, über längere Strecken hinweg anspruchsvoll

GPS

Dynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)
20260711_EllmauerHalt.gpx (Download GPX-Datei)

Gesamt

Dynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)
Kaiserdurchquerung.gpx (Download GPX-Datei)

Ausgangspunkt

Anton-Karg-Haus (829m)

Stützpunkt

Anton-Karg-Haus (829m)
www.antonkarghaus.at

Gruttenhütte (1620m)
www.gruttenhuette.at

Gaudeamushütte (1263m)
www.dav-main-spessart.de/huetten/gaudeamus-huette

Kaiserschützensteig

Vom Anton-Karg-Haus folgt man dem Fahrweg zum Hans-Berger-Haus. Kurz unter diesem führt rechts ein Pfad hoch in das Kar zwischen Kleiner Halt und Sonneck, dem Scharlinger Boden. Der Weg führt einige Höhenmeter steil bergauf. Am Beginn des oberen Scharlinger Bodens so ca. auf 1650m wird es flach. Hier zweigt nach links der markierte Zustieg zum Kaiserschützensteig ab.
Am Wandfuß beginnen gleich die Drahtseile, es geht einige Meter direkt hoch, bevor man auf einem plattigen Band nach links quert. Um eine Kante herum mit schwierigeren Drahtseilpassagen erreicht man die zwischen Kleiner Halt und Gamshalt eingebettete Rinne. In dieser im Schrofengelände hoch. Dort wo sich die Rinne verengt, würde es links zur Kleinen Halt gehen. Wir gehen rechts weiter, wo sich die Rinne zu einer Verschneidung verengt. Diese müssen wir schließlich nach rechts über Platten überqueren. Nun setzt eine weite Querung unterhalb der Gamshalt an. Zwischendrin geht es über steile Platten am Drahtseil eine Etage höher, bevor das Gelände leichter wird und man eine steile Schrofenwiese zwischen Gamshalt und Ellmauer Halt erreicht. Diese im Gehgelände hoch zum Kamm. Links könnte man die Gamshalt mitnehmen. Ansonsten rechts zum Beginn des steilen Schlußanstiegs über den felsigen und schmalen Grat hoch zur Ellmauer Halt. Der Fels ist hier super und sehr kletterfreundlich. Hier warten im Anstieg auch die schwiergisten Einzelstellen, bevor man unvermittelt auf einem kleinen Absatz unter dem Gipfelkreuz herauskommt.

Gamsängersteig

Vom Gipfel bleibt man auf der Seite und steigt eine Rampe nach Westen hinab zur bereits sichtbaren Biwakhütte in einer Nische. Unter der Biwakhütte nochmal etwas queren, dann geht es im wesentlichen Nach Süden hinab. Vor der Jägerwandtreppe (sofort als solche zu erkennen), könnte man rechts in die Rote-Rinn-Scharte und zum Scharlinger Boden zurückkehren. Für die Überschreitung nimmt die abenteuerlich konstruierte Jägerwandtreppe. Darunter setzt eine Querung an, die einem fast die gesamte Länge unter dem Köpftörlgrat entlang führt. Meist auf gut begehbaren Bändern, unterbrochen mit drahtseilversicherten Steilstufen.
Am Ende steigt man in das Schuttkar unter den Südwänden der Ellmauer Halt ab. Nach Süden hinab durch das Schuttkar geht es zur Gruttenhütte.

Klammlweg

Dies ist der schnellste Verbindungsweg zwischen Grutten- und Gaudeamushütte (max. 1h). Von der Gruttenhütte folgt man den Schildern nach Osten. Dort geht es schließlich in eine steile Rinne hinein. Der Weg weicht nach rechts in eine mit Treppenstufen versehene Nebenrinne aus. Auf einem Schuttfeld quert man danach wieder nach links zur Hauptrinne. Hier gibt es eine drahtseilversicherte Steilstufe. Danach gelangt man in den unteren Teil des Kars, welches zum Ellmauer Tor führt. Durch dieses hinab zur nahen Gaudeamushütte.

Charakter

Lange Tour und über weite Strecken auch forderndes Gelände. Die Klettersteige sind anspruchsvoll, dazwischen hat es auch immer wieder Passagen, wo man bis I auch frei klettern muss. Insgesamt ist die Tour bestens markiert.

Karte

Digitale Karte www.openstreetmap.org

AV-Karte Nr. 8 "Kaisergebirge", 1:25000

Weitere Infos

www.bergsteigen.com


Überschritten

Heute also die Überschreitung des höchsten Kaisergipfels. Ich wusste, die Tour wird für mich lang werden, auch deshalb ging ich sie gleich vorweg im entspannten Tempo an. Den Weg hoch bis fast unter die Kleine Halt kannte ich schon vom Abstieg von dieser. Vom Scharlinger Boden gibt es dabei die erste plattige Klettersteigeinlage. Dann Querung nach links und spannende Stellen, um in eine Rinne zwischen Kleiner Halt und Gamshalt zu gelangen. Der Weg hoch ist dann erstmal recht mühsam.
Schon ziemlich weit oben im Gipfelbereich beginnt dann eine Querung nach rechts unter der Gamshalt hindurch. Auch hier hat es anfangs spannende Klettersteigpassagen. Nach langer Querung kommt dann endlich die Ellmauer Halt in Sicht, man muss aber noch hoch zum Gratkamm laufen. Die Gamshalt könnte man dann recht einfach mitnehmen, ich verzichtete darauf, es waren auch so schon genügend Höhenmeter für mich.
Zeit um mal rundherum zu schauen. Gegenüber das Sonneck und Treffauer, bzw. Tuxeck sehen von dieser Seite auch sehr unnahbar aus. Zwischen Treffauer und Ellmauer Halt ist noch der Kaiserkopf eingebettet. Ich vermute da kommt ganz selten jemand hoch.
Nun stand ich am Schlußgrat hoch zur Ellmauer Halt. Ich hatte ganz vergessen, wie fantastisch der Kaiserfels im Gipfelbereich ist. Es machte Spaß, einfach loszukraxeln und das Drahtseil konnte man ob der vielen Griffe einfach links liegen lassen. Der obere Teil des Kopftörlgrats war nun einsehbar. Der fehlt mir noch, ich hoffe das klappt irgendwann noch. Speziell jetzt wo ich den Kapuzenturm mal von nah gesehen habe, übt der schon ein gewisse Anziehungskraft aus.
Derart träumend stand ich unvermittelt unter dem Gipfel. Das Gipfelkreuz ist oben auf einem rundherum sehr abgespeckten Felsen angebracht. Darunter kann man gemütlich sitzen. Dauerte nicht lange, bis die ersten Dohlen ihr Glück versuchten, um was zum Futtern zu ergattern. Mich besuchte ein ganz besonders freches Exemplar. Der Vogel saß bald auf meinem Oberschenkel und schließlich gar auf der Hand. Er müffelte unglaublich und so eine Dohle ist ja doch recht groß, aber dafür superleicht.
Der Abstieg stand an. Kurz unter dem Gipfel gibt es eine hölzerne Biwakhütte, die einen sehr gemütlichen Eindruck macht. Danach geht es steil nach Süden hinab. Schon steil, aber nicht allzu anspruchsvoll. Das Schaustück des Gamsängersteigs kommt am Beginn der Querung hoch über dem Schuttkar unter den Südwänden des Kopftörlgrats. Die Jägerwandtreppe ist zunächst eine ziemlich flache Trittleiter, danach wurden unzählige Steigbügel in der Wand angebracht, auf denen man nun entlangklettert. Dahinter kommt dann ein sehr weite Querung auf Bändern zum anderen Ende des Schuttkars. Man steigt in dieses ab und ist auch bald bei der Gruttenhütte.
Für mich war es schon spät und ich bereute, meinen Schlafplatz nicht auf der Gruttenhütte, sondern auf der Gaudeamushütte gebucht zu haben. In einer Stunde auf schönen Weg war aber auch das erledigt und ich fand mich auf der wohl kürzlich renovierten, sehr gemütlichen Hütte ein. Die war erstaunlich leer. Maximal halbvoll und das an einem Samstag. Laut Buchungsportal hätte sie eigentlich voll sein sollen. Da sind wohl viele nicht erschienen. So war der Abend natürlich sehr entspannt.

Stephan unterwegs am 11.07.2026



Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl



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