| Kommentare zur Tour: | ansehen | anfügen |
Kaiserdurchquerung von West nach Ost von Kufstein - St. Johann in Tirol
- Tag 1: Kufstein - Duxer Köpfl - Hinterbärenbad
- Tag 2: Hinterbärenbad - Ellmauer Halt - Gaudeamushütte
- Tag 3: Gaudeamushütte - Kleines Törl - Fritz-Pflaum-Hütte
- Tag 3: Mitterkaiser
- Tag 4: Fritz-Pflaum-Hütte - Ackerlspitze - Maukspitze - Ackerlhütte
- Tag 5: Ackerlhütte - Schleierwasserfälle - St. Johann in Tirol
Wer diese Tour noch etwas ausbauen will, der schaue sich die Überschreitung der Hackenköpfe an: Tour 437
Diese Tour ist Teil eines größeres Projekts:
Übersicht "Fortgesetzt durch die Alpen"
Zurück zur 19. Etappe: Hundsalmjoch - Köglhörndl - Pendling - Kufstein
Maukspitze (2231m) Kaiserdurchquerung IV Kaisergebirge Wandern, T6 Tour 827, am 13.07.2026 ✔
Anspruchsvolle Überschreitung, mehr Felsklettern als Wandern
| Fakten | |
|---|---|
| Ausgangspunkt: | Fritz-Pflaum-Hütte (1860m) |
| Höhenmeter: | 1460Hm |
| Zeit / Strecke: | 10h, 6.6km |
| Markierung: | An sich gut |
| Anforderung: | Schwierige, alpine Tour. Über Stunden hinweg bewegt man sich im anspruchsvollen Gelände. |
| Besonderheit: | Ein großer Kaiserklassiker. |
GPS
Dynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)20260713_Ackerlspitze.gpx (Download GPX-Datei)
Gesamt
Dynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)Kaiserdurchquerung.gpx (Download GPX-Datei)
Ausgangspunkt
Fritz-Pflaum-Hütte (1860m)
Stützpunkt
Fritz-Pflaum-Hütte (1860m)Selbstversorgerhütte, zugänglich mit AV-Schlüssel nach Online-Reservierung
Sektion Bayerland, Fritz-Pflaum-Hütte
Ackerlhütte (1465m)
Selbstversorgerhütte, zugänglich mit AV-Schlüssel
Kleine Quelle oberhalb der Hütte vorhanden, ansonsten Regenwasser. Gasofen vorhanden
www.alpenverein.at/ackerlhuette
Route
Ackerlspitze NordrouteUnter der Fritz-Pflaum-Hütte ist der Weg zum Einstieg der Ackerlspitze ausgeschildert. Diesen anfänglichen leichten Stieg sollte man genießen, es werden über viele Stunden die letzten einfachen Meter sein.
Man quert zunächst in ein Schuttfeld unter der Nordwand und steigt dieses hoch. Im Mittelteil wechselt man zur linken Seite und gelangt über erste leichte Felsen auf die markante Steilgrasfläche in der Nordflanke der Ackerlspitze. In langgezogenen Serpentinen geht es hoch bis zu den ersten Felstürmen. Nun quert man nach rechts in einen großen Einschnitt auf der Nordseite. Durch diesen nun sehr direkt hoch, hier hat man über ca. 150Hm die Hände immer am Fels, bis man schließlich am Gipfel aussteigt.
Übergang zur Maukspitze
Vom Gipfel folgt man nun der Markierung in Richtung Maukspitze und steigt bald eine doch recht lange nordseitige Rinne ab (durchgehend I). Eine kurze Querung bringt einem zum oberen Ende eines steilen Grasschrofenhangs, den man nun nach Süden in langen Serpentinen absteigt. Der Pfad ist dünn, das Gelände nicht ganz zuverlässig. So erreicht man die Ackerlschneid. Hier kann man auch den direkten Weg nach unten nehmen. Doch am Übergang vom Hochsessel zum Niedersessel wartet hier ein 20m hoher Steilabbruch, durchgehend II und kaum gesichert.
Ansonsten folgt man dem Gratverlauf in Richtung Maukspitze, südseitig geht es im auf und ab mit kleineren Kletterstellen zum Gipfelaufschwung. Man steigt eine Rinne hoch, die ist aber im Vergleich zu dem was schon hinter einem liegt, vergleichsweise harmlos. Bald darauf steht man auf dem Gipfel.
Abstieg Maukspitze über Flachschneide
Vom Gipfel geht es nun nach Süden eine steile Felsflanke hinab (Stellen I). Auf dem Grat quert man zur Flachschneide, von hier startet nun eine grasige Rampe, welche steil hinab zum Niedersessel führt. Das sieht von oben durchaus verwegen aus, der Weg wurde aber gut angelegt und so kommt man doch recht problemlos und schnell hinab. Immer wieder sind aber kleine Kletterstellen eingestreut. Kurz vor dem Übergang in den Schuttkessel des Niedersessels wird es nochmal anspruchsvoller, weil steil und der Fels hier recht splittrig wird.
Den Niedersessel überquert man nahezu eben. Am anderen Ende wartet nochmal eine Steilstufe. Hier steigt man über eine glatte Rinne ein (vereinzelt Stahlringe und -bügel), quert nach links, dann nach rechts, um schließlich reines Wandergelände erreicht. Endlich möchte man sagen, seit dem Einstieg auf der anderen Seite in den Anstieg zur Ackerlspitze konnte man die Hände nicht mehr in die Hosentasche stecken.
Abstieg Niedersessel - Ackerlhütte
Es geht recht direkt nach Süden durch Latschen hinab zur Ackerlhütte, welche auf einen trennenden Kamm zwischen zwei Almen liegt.
Charakter
Das ist eine rassige Tour, mehr Kletter- als Wandertour. Über Stunden muss man im Auf- und Abstieg anspruchsvolles Gelände überwinden. Helm ist meiner Ansicht nach obligatorisch. Die Wege sind ausreichend markiert und beschildert, so dass man sich gut zurecht findet.
Beeindruckend
Viele Leute hab ich an diesem Tag nicht getroffen, aber allen stand der Respekt für diese Tour ins Gesicht geschrieben. Das Redebedürfnis war dementsprechend groß. Ich konnte am Tag vorher vom
Mitterkaiser aus zumindest den Anstieg von Norden aus begutachten und hatte schon eine gute Vorstellung davon, was mich erwartet. Die Idee war also, erstmal loslaufen und schauen wie es läuft. Aber wie
es so ist, bald steckt man mitten drin in der Tour und dann will man das auch schaffen.
Die Tour macht keine Gefangenen, es geht bald steil los und bis zum Gipfel wird es nur noch steiler. In der Rinne unter dem Gipfel ist das eine durchgehende Klettertour im 2. Grat. Ich hab ja mal die
Nordwand des Scheffauers über die Leuchsroute gemacht, die hat eine schwierigere Einzelstelle, aber sonst konnte ich keine Unterschiede erkennen. Die Nordroute auf die Ackerlspitze ist markiert, das
war es dann aber auch schon. Ich war also schon schwer beeindruckt, als ich am Gipfel ankam.
Dort sieht man gut rüber zur nahen Maukspitze. Schaut jetzt nicht so weit aus, war es auch nicht. Aber der Weg runter zur Ackerlschneid dauerte bei mir doch recht lang. Grasiges, sehr steiles
Schrofengelände mit nur einem dünnen Pfad, der da durch die Hänge in Serpentinen quert. Da will man auch nicht ausrutschen und so stieg ich vorsichtig ab. Der Weg hoch zur Maukspitze kann einen dann
nicht mehr schocken. Schöne, angenehme Kletterei und dann steht man am östlichen Eck des Kaisers und kann nach den nächsten Etappen Ausschau halten.
Den Abstieg von der Flachschneide kannte ich schon, zu meinen besten Kletterzeiten hatte ich mal die Gelegenheit, die Buhlroute durch die Westwand mit Gerhard zu klettern. Die grasige Rampe sieht zwar
recht verwegen aus, ist aber gut machbar, speziell in dem absolut trockenen Zustand, wie sie jetzt nach der x-ten Hitzewelle in diesem Sommer war.
Was ich dagegen nicht mehr auf dem Schirm hatte ist der Abstieg vom Niedersessel unter dem Waxensteiner-Turm. Da wartet nochmal eine ordentliche Steilstufe, wo alles glatt und speckig ist.
Sicherungsringe und Bügel hat es noch, aber die sind durch diverse Steinschläge schon sehr ramponiert. Danach hat man es allerdings geschafft mit dem schweren Gelände und kann vergleichsweise
gemütlich in Richtung Ackerlhütte austrudeln. Ich hatte ja an sich den verwegenen Plan noch bis St. Johann abzugsteigen, aber bei der Ackerlhütte hatte ich darauf keinen Bock mehr. Den
AV-Generalschlüssel hatte ich ja dabei und so stand mir die Selbstversorgerhütte offen. Die ist super ausgestattet. Gasherd und so, Regenwasser. Kurz oberhalb der Hütte sogar ein kleiner Brunnen, wo
das Wasser aber nur spärlich tröpfelte. Nur die laut Preisliste versprochenen Getränke konnte ich nicht entdecken.
Das war dann also wieder mal eine der Tour, die man eher in der Retrospektive so richtig groß und gut rühmen kann. Während der Tour ist man doch sehr angespannt und mit den jeweiligen nächsten Metern
ausreichend beschäftig. Da ich ja durchquerte, hatte ich doch einiges an Gepäck dabei, mit weniger Kilos ist es dann natürlich auch leichter.
Stephan unterwegs am 13.07.2026
Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl
Kommentare zur Tour
(Kommentar hinzufügen)Derzeit keine Kommentare vorhanden
Kommentar hinzufügen
Hier könnt ihr Anmerkungen loswerden, welcher Art auch immer.
Regeln:
Bitte kein HTML verwenden (wird rausgefiltert). Ich behalte mir vor, Kommentare zu löschen, falls sie nicht zum Thema passen, oder sonstwie unsachgemäß sind.

